Trump teilt gegen Schweiz aus: «Kann einen Strich machen und sie ist kein Elite-Land mehr»
US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview einmal mehr über die Schweiz gesprochen. In einem Gespräch mit «Punchbowl News» wurde Trump erneut auf das Handelsdefizit der USA gegenüber anderen Ländern angesprochen, welches dem US-Präsidenten seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge ist. Dabei versuchte Trump, zu erklären, warum sich die USA in einer Machtposition befinden – und verwendete dafür die Schweiz als Beispiel.
«Wir haben ein 39-Milliarden-Dollar-Defizit», erklärte Trump. Und fuhr fort: «Ich kann dieses mit einem einzigen Strich auslöschen.» Mit angeblich verheerenden Folgen für die Schweiz, wie Trump sagt: Dann wären sie kein «Elite-Land» mehr, so der US-Präsident.
Er könnte etwa bestimmen, keine Schweizer Uhren oder andere Schweizer Güter mehr importieren zu lassen, so Trump. Und während die USA dadurch Milliarden Franken einsparen würden, würde sich die Schweiz dann plötzlich in Schwierigkeiten befinden, sagt der US-Präsident.
Er sei zum Glück «eine nette Person», führte Trump weiter aus. Es gehe ihm nur darum, zu sagen, wie gut die Schweiz mit der momentanen Wirtschaftslage zwischen den beiden Ländern davonkomme. Trump geht gar so weit, dass er sagt, die USA würden mehrere Länder der Welt quasi subventionieren.
Viele Länder würden stark von den aktuell geltenden Zinsraten profitieren, erklärt er. «Die Schweiz würde sonst nichts als Probleme haben», sagt Trump. Man würde ihnen 40 Milliarden auf dem Silbertablett servieren. Dies sei ein Verlust, sagt er. «Auch wenn das andere nicht so sehen. Für mich ist das so.»
Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump sagt, die Schweiz komme beim Handel mit den USA zu gut weg. Schon beim sogenannten «Liberation Day» im April 2025 brummte er der Schweiz Strafzölle in der Höhe von 39 Prozent an, was er mit dem Handelsdefizit aufseiten der USA begründete.
Auch beim diesjährigen WEF in Davos kam Trump auf das Thema zu sprechen. So hätte die Schweiz «nichts bezahlt» für die Importe in die USA und «ihre schönen Uhren verkauft», während die USA mit einem Defizit in Milliardenhöhe hätten auskommen müssen.
Der Song zum Zoll-Drama
Trump sagte weiter, aus diesem Grund die Zölle erhoben zu haben und dafür gesorgt zu haben, dass in der Schweiz «die Hölle los» gewesen sei. Auch das Bemühen des Bundesrats blieb erfolglos – so erklärte er etwa, Karin Keller-Sutter sei repetitiv gewesen und habe ihn ziemlich genervt.
Mittlerweile wurden die am «Liberation Day» verkündeten US-Strafzölle durch den Supreme Court aufgehoben. Dies hinderte Trump allerdings nicht daran, erneut Zölle zu erheben – auch gegen die Schweiz. Diese wurde Ende Juli mit einem Zinssatz von 12,5 Prozent belegt, welcher höher ist als etwa derjenige der Europäischen Union. (dab)
