Messi im Stadion sehen? Für 13'000 argentinische Väter bleibt nur der Fernseher
Während viele Fans für WM-Tickets tief in die Tasche greifen, scheitern andere schon vor der Einreise. Argentinien hat eine ungewöhnliche Massnahme ausgeweitet und koppelt den Stadionbesuch an familiäre Pflichten. Wer den Unterhalt für seine Kinder nicht zahlt, soll bei der Fussball-Weltmeisterschaft aussen vor bleiben.
Nach Angaben argentinischer Behörden wurden den amerikanischen Stellen die Namen von 13'000 Männern übermittelt, die ihren Unterhaltszahlungen seit mindestens zwei Monaten nicht nachgekommen sein sollen. Für diese Personen bleiben die Tore der WM-Stadien verschlossen, schreibt die Zeitung «Corriere della Sera».
Die Botschaft ist klar: Wer Verantwortung für die eigenen Kinder ignoriert, soll nicht gleichzeitig internationale Fussballfeste geniessen können. Argentinische Politiker haben das Vorgehen öffentlich verteidigt und die Versorgung der eigenen Familie als grundlegende Verpflichtung bezeichnet.
Die Liste der Betroffenen entstand nicht eigens für die Weltmeisterschaft. Sie basiert auf dem Sicherheitsprogramm «Tribuna Segura», das bei Fussballspielen in Argentinien eingesetzt wird. Dort werden Personen erfasst, gegen die Stadionverbote bestehen oder die aus anderen Gründen als problematisch gelten. Die Datenbank enthält allerdings nicht nur säumige Unterhaltszahler.
Insgesamt sollen Informationen zu etwa 30'000 Personen an die US-Behörden weitergegeben worden sein. Die 13'000 Väter stellen damit nur einen Teil der Betroffenen dar. Für die Organisatoren geht es dabei nicht ausschliesslich um Unterhaltszahlungen. Gleichzeitig sollen Sicherheitsrisiken bei einem der grössten Sportereignisse der Welt reduziert werden.
Ganz ohne Hoffnung bleiben die Betroffenen allerdings nicht. Wer offene Verpflichtungen vor dem jeweiligen Spiel klärt, kann die Voraussetzungen für einen Stadionbesuch wieder erfüllen.
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