Nach turbulenten Tagen ist Thun der europäischen Ligaphase ganz nah
Am Dienstag vor einer Woche folgte das dramatische Aus in der Champions-League-Qualifikation gegen Dinamo Zagreb nach einer 2:0-Führung, dann die herbe Klatsche im Berner Kantonsderby gegen YB und am Dienstag gab der Meister-Sportchef Dominik Albrecht sein Amt ab. Es waren stürmische Zeiten für den Schweizer Meister Thun in den letzten eineinhalb Wochen.
Am Donnerstagabend ging es gleich Schlag auf Schlag weiter: Die Oberländer empfingen in der dritten Qualirunde der Europa League den isländischen Meister Vikingur Reykjavik. Die Thuner zeigten genau die Reaktion, welche es brauchte. Nach dem 3:0-Heimsieg kann das Team von Trainer Gian-Luca Privitelli so gut wie sicher damit planen, dass mindestens die Conference League erreicht wird und somit ein finanzieller Zustupf auf den Meister zukommen wird.
Besonders das katastrophale Derby gegen YB war bei den Thun-Akteuren ein grosses Thema, wie Jan Bamert nach dem Sieg gegenüber dem «Blick» erklärte. «Am Samstag waren wir offensichtlich frustriert. Wir haben die Dinge angesprochen und auch aufgearbeitet», erklärte der Torschütze zum 1:0. Der Auftritt gegen YB sei schlicht zu schwach gewesen und auch gegen andere Gegner hätte es an diesem Tag zu keinem Sieg gereicht, egal in welchem Wettbewerb, stellte Bamert klar. Ähnlich klang es bei Aussenverteidiger Michael Heule: «Wir wussten, dass wir gegen YB alles vermissen liessen.»
Mit der komfortablen Ausgangslage kann im Rückspiel gegen die Isländer eigentlich kaum etwas schiefgehen und Thun wäre als erstes Schweizer Team in dieser Saison sicher für eine europäische Ligaphase qualifiziert. In den Europa-League-Playoffs würde entweder Lech Posen oder KI Klaksvik warten. Die Polen konnten das Hinspiel knapp mit 1:0 für sich entscheiden. Für den zweitgrössten europäischen Klubwettbewerb konnte sich Thun letztmals vor zwölf Jahren qualifizieren.
Bevor es aber europäisch weitergeht, steht noch das Auswärtsspiel in der Super League an. Am Sonntagabend treffen die Berner Oberländer auswärts auf den FC Basel. (riz)
