Infantino kämpft mit aller Macht um sein Amt – so wolle er Marokko überzeugen
In der marokkanischen Stadt Salé findet gerade die von Präsident Gianni Infantino einberufene Krisensitzung der FIFA statt. Der infolge seiner gescheiterten Pläne, die kommerziellen Rechte an Weltmeisterschaften teilweise zu privatisieren, in die Kritik geratene Walliser will dort die Unterstützung mehrerer hochrangiger Funktionäre des Weltfussballverbands wiedererlangen. Noch gibt es keine offizielle Mitteilung zu dem Treffen.
Wie es aussieht, kämpft der 56-jährige Infantino aber auch anderweitig um sein Amt als FIFA-Präsident. So berichtet die englische Times, dass Infantino Marokko den WM-Final 2030 angeboten habe, sollte dessen Verband im Gegenzug seine Unterstützung für die Wahl vom nächsten März, die in der marokkanischen Hauptstadt Rabat stattfinden wird, zusichern. Die FIFA verneint ein solches Vorgehen – die englische Zeitung bekräftigt jedoch, dass ihre Quelle weiterhin zu der Information stehe.
Noch gibt es keinen Gegenkandidaten, doch wackelt Infantino aufgrund seines Vorhabens gehörig. Gerade der europäische Kontinentalverband UEFA sägt wohl an seinem Thron.
Noch ist nicht bestätigt, wo der Final der nächsten Fussball-Weltmeisterschaft der Männer stattfinden wird. Marokko ist neben Portugal und Spanien eines der Hauptaustragungsländer. Jeweils ein Spiel wird zudem in Argentinien, Paraguay und Uruguay stattfinden. Als mögliche Finalstadien kommen das Santiago Bernabeu in Madrid sowie das sich noch im Bau befindliche Stade Hassan II in Casablanca infrage, das eine Kapazität von 115'000 Plätzen aufweisen soll.
Besonders pikant: Während Spanien sich als Teil der UEFA deutlich gegen Infantino positioniert, hat sich Marokko in den letzten Jahren als einer der engsten Verbündeten des FIFA-Präsidenten herauskristallisiert. Womöglich könnte sich das für den Verband von Präsident Fouzi Lekjaa, der ein sehr gutes Verhältnis zum marokkanischen König Mohammed VI. haben soll, nun lohnen. (nih)
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