Belgien darf im Fall Balogun Rekurs einlegen, muss sich aber sputen
Um zwei Uhr Schweizer Zeit wird in Seattle in der Nacht auf morgen der WM-Achtelfinal zwischen den USA und Belgien angepfiffen. Doch das Spiel hat schon längst begonnen.
In einem Aufsehen erregenden Urteil hat der Weltverband FIFA die Rot-Sperre gegen den amerikanischen Stürmer Folarin Balogun aufgehoben. Der dreifache Torschütze an dieser WM darf mitspielen.
Keine Begründung veröffentlicht
Oder darf er am Ende doch nicht? Wie «The Athletic» berichtet, ist dem belgischen Verband nach dem überraschenden Vorgehen der FIFA die Möglichkeit gegeben worden, einen Rekurs gegen das Urteil einzureichen.
Dem Verband RBFA (Royal Belgian Football Association) wurde dies nach einer entsprechenden Anfrage an die FIFA erlaubt. Die Belgier sehen sich nun mit zwei Problemen konfrontiert. Erstens müssen sie ein Urteil anfechten, von dem sie nur den Spruch kennen, aber nicht die Begründung – weil die FIFA sie nicht veröffentlicht hat, weshalb sie pro USA entschieden hat.
Belgischer Verband «erstaunt»
Zweitens müssen die belgischen Funktionäre und ihre juristischen Helfer schnell arbeiten. Die Eingabe muss bis 5 Uhr morgens Lokalzeit in Seattle (14 Uhr in der Schweiz) erfolgen.
Auch der US-Verband wurde zu einer Stellungnahme aufgefordert. Mit der Verhandlung des Falls wurde demnach ein Mitglied des FIFA-Rekurskomitees beauftragt, das weder den europäischen Verband (UEFA) noch denjenigen von Nord- und Mittelamerika (CONMEBOL) vertritt.
In einer ersten Stellungnahme hatte sich die RBFA «erstaunt» über die Entscheidung der FIFA gezeigt. Die Belgier sehen sich im Recht und stützen sich dabei auf das Reglement, wonach ein Platzverweis automatisch zu einer Sperre für das nächste Spiel führt. Das sei sowohl im FIFA-Disziplinarreglement festgehalten wie auch im Wettbewerbsreglement zur WM 2026. (ram)
