Sport
Formel 1

Formel 1: Lewis Hamilton lässt Ferrari-Fans in Italien träumen

Ferrari driver Lewis Hamilton of Britain walks through the paddock ahead of the Austrian F1 Grand Prix, in Spielberg, Austria, Thursday, June 25, 2026. (AP Photo/Denes Erdos)
Lewis Hamilton
Hamilton ist wieder ein Siegfahrer.Bild: keystone

Ferrari-Pilot Lewis Hamilton lässt mit seiner Auferstehung ganz Italien träumen

Zehn Jahre nach seinem bislang letzten Triumph kommt Lewis Hamilton in ungewohnter Rolle nach Spielberg zurück. Plötzlich ist der Rekordweltmeister der Formel 1 auch im Ferrari ein Siegfahrer.
26.06.2026, 13:3426.06.2026, 13:34
thomas wolfer / keystone-sda

In Italien träumen sie längst von einem Märchen wie damals mit Michael Schumacher. In seinem fünften Jahr im Ferrari holte die deutsche Formel-1-Legende im Jahr 2000 endlich den WM-Titel zurück nach Maranello. Ob Lewis Hamilton das nach seinem Premierensieg nun schon in der zweiten Saison im legendären roten Renner schafft? Der Weg dahin ist für den 41-Jährigen enorm lang, doch spätestens nach den emotionalen Bildern vom ersten grossen Triumph für die Scuderia sind die Hoffnungen grenzenlos.

Indianapolis, Indiana, USA. 22-24 September 2000. Michael Schumacher (Ferrari) 1st position on the podium. Ref-2k USA A40. World Copyright - Coates/LAT Photographic PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY ...
Michael Schumacher holte 2000 den Weltmeistertitel.Bild: www.imago-images.de

«Ich habe noch nicht daran gedacht», sagte Hamilton, als er auf einen möglichen achten Titel angesprochen wurde. Als erster Fahrer der Motorsport-Königsklasse könnte er sich diesen sichern und damit Schumacher übertrumpfen. Der nächste Schritt ist am Sonntagnachmittag beim Grossen Preis von Österreich möglich. Erst einmal konnte der Brite in Spielberg gewinnen – vor genau zehn Jahren im Mercedes.

Hamilton: «Ich bin absolut nutzlos»

Länger war nicht daran zu denken, dass Hamilton im Spätherbst seiner Karriere nach 686 Tagen Wartezeit noch mal zum Siegfahrer werden würde. Nach dem spektakulären Wechsel von den Silberpfeilen zu Ferrari lief ein Jahr lang gar nichts zusammen. «Ich bin absolut nutzlos. Sie müssen wahrscheinlich den Fahrer tauschen», hatte Hamilton im Vorjahr gesagt. Sein Frust war extrem, weil das Auto nicht wie gewünscht funktionierte. Ein Sprintsieg in China war das einzige Erfolgserlebnis, im Titelkampf war er chancenlos.

Ferrari driver Lewis Hamilton of Britain walks through the pit lame during the sprint qualifying for the Formula One Qatar Grand Prix in Friday, Nov. 28, 2025. (AP Photo/Altaf Qadri, Pool)
Qatar F1 GP ...
Letzte Saison überwog bei Hamilton der Frust.Bild: keystone

«Das war die schlimmste Saison, die ich jemals hatte», sagte er kurz vor Jahresende. Doch anstatt aufzugeben, weckte das nur seinen Ehrgeiz. Hamilton trainierte härter denn je, sein Alter ist ihm im Kampf mit den teilweise mehr als 20 Jahre jüngeren Konkurrenten nicht anzumerken.

Letzter Ferrari-Fahrertitel vor 19 Jahren

Ausserdem half Hamilton dabei, Veränderungsprozesse bei Ferrari anzustossen. Der Finne Kimi Räikkönen war 2007 der bislang letzte Champion des Rennstalls. Danach scheiterten Stars wie Fernando Alonso und Sebastian Vettel am Mythos Ferrari. Zeitweise konnten sie zwar gewinnen, doch für den grossen Triumph reichte es nie. Auch der mit grossen Hoffnungen gestartete Charles Leclerc schaffte es nur zum WM-Zweiten. Der Monegasse sitzt nun schon das achte Jahr im Cockpit – und hat plötzlich das Nachsehen gegen Hamilton.

epa13034831 Scuderia Ferrari driver Charles Leclerc of Monaco.. competes in the Qualifying session for the Formula One Grand Prix of Barcelona-Catalunya at Circuit de Barcelona-Catalunya track in Barc ...
Charles Leclerc hat das Nachsehen.Bild: keystone

Vor dem achten Saisonrennen ist der Brite mit 41 Punkten Rückstand hinter dem 19-jährigen Italiener Kimi Antonelli im Mercedes WM-Zweiter. Das deutsche Werksteam, für das Hamilton von 2013 bis 2024 selbst fuhr, hatte die ersten sechs Rennen des Jahres gewonnen. Zuletzt in Barcelona verdiente sich Hamilton mit einer starken fahrerischen Leistung in einem verbesserten Auto seinen 106. Grand-Prix-Erfolg.

Motorsport Standings provided by Sofascore
height:798px!important;max-width:480px!important;">
Motorsport Standings provided by Sofascore

So richtig kann Hamilton aber selbst noch nicht einordnen, wie es jetzt weitergeht. «Mercedes ist mit einem atemberaubenden Auto und einem rasanten Tempo ins Rennen gegangen, beide Fahrer haben einen grossartigen Job gemacht», sagte der Routinier und brachte das grösste Problem seines Teams auf den Punkt: «Wir wissen, dass wir dieses Leistungsdefizit haben.»

Wolff: «Wenn er Blut riecht, dann greift er an»

Der stärkere Motor spricht im Moment noch für Mercedes, vor allem auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken mit hohem Vollgasanteil. Ausserdem braucht Ferrari mehr Konstanz, auch das kostete in der Vergangenheit oft die Chance auf Titel. Doch bei seinem früheren Arbeitgeber wissen sie, wie gefährlich Hamilton werden kann. «Wenn er Blut riecht, dann greift er an. Wenn der Lewis-Hamilton-Zug erstmal gestartet ist, dann ist er schwer zu stoppen», sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Bei aller Konkurrenz freute sich auch der Österreicher über die Auferstehung seines einstigen Top-Mitarbeiters, der sechs seiner sieben Titel im Mercedes einsammelte. «Ich habe ihn auf dem Podium im Fernsehen gesehen. Sein Gesichtsausdruck zeigt mir, dass er sehr glücklich ist», sagte Wolff: «Vielleicht hilft auch seine Freundin.» Offiziell machten Hamilton und Superstar Kim Kardashian ihre Beziehung bislang zwar nicht, doch eben das gilt nicht nur im Fahrerlager als offenes Geheimnis. Auch in Monaco stand die Amerikanerin ganz vorn, als Hamilton seinen zweiten Platz im Fürstentum feierte.

epa13036751 Ferrari F1 driver Lewis Hamilton of Britain during during the Barcelona-Catalunya GP race at Circuit de Barcelona-Catalunya track in Barcelona, northeastern Spain, 14 June 2026. EPA/Siu Wu
In Österreich geht Ferrari mit einem neuen Motor an den Start.Bild: keystone

Neuer Motor in Spielberg

Nur zu gerne würde er wieder zum Dauergast auf dem Podest werden. «Ich habe keinerlei Anteil daran», sagte derweil Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur. Hamilton habe sich alleine aus seiner persönlichen Krise befreit. «Er konnte sich komplett neu fokussieren», sagte der Franzose. Gemeinsam wollen sie nun den Boliden verbessern. «Wir haben im Kern ein grossartiges Auto», sagte Hamilton. Die Schwächen sollen schrittweise verschwinden, in Spielberg geht es schon mit einem verbesserten Antrieb an den Start.

Was möglich ist, zeigte Hamilton in Spanien. Als erst vierter Fahrer der Geschichte gewann er dort im Alter von mehr als 40 Jahren ein Formel-1-Rennen. Einiges spricht dafür, dass es nicht das letzte war. (abu/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Alle Fahrer der aktuellen Formel-1-Saison und ihre Bilanzen
1 / 24
Alle Fahrer der aktuellen Formel-1-Saison und ihre Bilanzen

Lando Norris (26, McLaren): Weltmeister, 152 Rennen, 11 Siege, 44 Podien. Stand: 6. März 2026.

quelle: www.imago-images.de / imago images
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So hast du Formel 1 noch nie gesehen – sind Drohnen die Zukunft?
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
2
Mexiko beseitigt Tschechien und Angst vor Wettbewerbsverzerrung – Südafrika auch weiter
Südafrika folgt Mexiko in die Sechzehntelfinals und steht erstmals in der K.o.-Phase einer WM. Der Bafana Bafana gelingt mit dem 1:0 gegen Südkorea der entscheidende Überraschungssieg.
Gegenüber dem erschreckend schwachen Auftakt gegen Mexiko und dem über weite Strecken ebenfalls überschaubaren Auftritt gegen Tschechien steigerten sich die Südafrikaner merklich. Zwar hatte Südkorea, das erst zur zweiten Halbzeit mit Superstar Heung-Min Son antrat, mehrheitlich den Ball. Die gefährlicheren Aktionen aber verzeichneten die Südafrikaner.
Zur Story