Denis Zakaria erfüllt Yakins Pläne perfekt – und bereitet trotzdem Sorgen
Was für eine Reaktion! Zum WM-Auftakt gegen Katar zeigt Denis Zakaria auf der ungewohnten Position rechts hinten keine gute Leistung. Beim späten Ausgleich kommt er beim Flankengeber zu spät und ist mitschuldig am misslungenen Start in Nordamerika. Danach sitzt er zweimal nur auf der Ersatzbank – nur um im Sechzehntelfinal gegen Algerien wieder in der Startformation zu stehen und eine herausragende Leistung zu zeigen.
Zakaria solle Algeriens nominellen linken Flügel Farès Chaïbi, der eigentlich eher im Zentrum zu Hause ist und wohl häufig in die Mitte ziehen wird, im Zaum halten und mit seiner Dynamik gleichzeitig offensiv Akzente setzen, sagte Nati-Trainer Murat Yakin vor dem Spiel. Und dieser Plan ging voll und ganz auf.
Der 29-Jährige macht wohl sein bestes Spiel im Nati-Trikot. Defensiv lässt er nichts anbrennen, glänzt mit Balleroberungen, gewonnenen Zweikämpfen und Grätschen. «Mit seinem Körper und seiner Dynamik ist es für den Gegner schwer, gegen ihn zu bestehen», lobte SRF-Experte Benjamin Huggel und fügte an: «Was er sonst im zentralen Mittelfeld zeigt, hat er heute super hinten rechts gezeigt.» Seine Zweikampfbilanz war hervorragend. Am wichtigsten ist er, als er den Anschlusstreffer verhindert, indem er den Schuss von Riyad Mahrez blockt.
Auch offensiv fällt Zakaria immer wieder auf. Vor dem 2:0 erobert er den Ball auf dem rechten Flügel dank seines starken Pressings und bringt den Ball in die Mitte, der Klärungsversuch landet bei Dan Ndoye, der 45 Sekunden nach Beginn der 2. Halbzeit schon für die Entscheidung sorgt.
Und beinahe wäre er gar noch zu einem Assist gekommen. Nach einem schönen Doppelpass mit Ndoye kann er den Ball von der rechten Seite wieder in die Mitte bringen. Das sensationelle Zuspiel landet am langen Pfosten bei Fabian Rieder, der das leere Tor vor sich hat, aber den Ball nicht richtig trifft.
Trotzdem könnte die Position in der Rechtsverteidigung eine Sorge von Nati-Trainer Murat Yakin bleiben. Denn Zakaria musste kurz vor Schluss angeschlagen ausgewechselt werden. Ob und wie schwer er verletzt ist, ist derzeit noch unklar. Immerhin betrat er nach dem Spiel schon wieder das Feld, um die algerischen Gegenspieler zu trösten. Im Interview mit dem RTS sprach er nicht von einer Verletzung. Stattdessen freute er sich: «Die Reise geht weiter!»
Nach dieser Leistung ist zu hoffen, dass er bis am Dienstag (22 Uhr, Schweizer Zeit) wieder fit ist. Dann findet der Achtelfinal der Nati statt – und mit Kolumbiens Luis Diaz oder Ghanas Kamaldeen Sulemana oder Antoine Semenyo warten auch dann schnelle und torgefährliche Spieler auf dem linken Flügel.
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