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WM 2026: Südkoreas Nationaltrainer verlässt nach Morddrohungen das Land

South Korea's soccer head coach Hong Myung-bo, center, who has resigned following the team's early elimination from the World Cup, arrives at the Incheon International Airport in Incheon, So ...
Der bisherige Nationaltrainer Hong Myung-bo am Flughafen in Südkorea.Bild: keystone

Nach Morddrohungen: Südkoreas Nationaltrainer verlässt die Heimat

Erst das WM-Aus, dann Morddrohungen, schliesslich die Flucht in die USA: Für Südkoreas Ex-Trainer Hong Myung-bo endete das Turnier nicht wie gewünscht.
03.07.2026, 20:3003.07.2026, 20:30

Das überraschende Vorrunden-Aus an der WM hat in Südkorea eine Welle der Wut ausgelöst – und für den bisherigen Nationaltrainer Hong Myung-bo drastische Folgen. Der 57-Jährige trat nicht nur zurück, sondern verliess wenige Tage später sogar das Land. Der Grund: Neben massiver Kritik erreichten ihn konkrete Morddrohungen.

Der TV-Sender MBC filmte Hong am Flughafen, wo er sich mit Kappe und Maske unauffällig in Richtung USA absetzte. Zuvor war er bei der Rückkehr nach Südkorea von wütenden Fans empfangen worden: Hunderte versammelten sich am Flughafen, forderten den Rücktritt und hielten Plakate hoch, auf denen etwa «Der koreanische Fussball ist tot» stand. Die Polizei musste dem Team einen Weg durch die Menge bahnen. Die Wut entlud sich auch abseits des Flughafens. In Restaurants und Bars tauchten symbolische Hausverbote auf – Schilder mit der Aufschrift, Hong sei der Zutritt untersagt.

Hong sollte Südkorea ursprünglich gar nicht führen. Nach der Entlassung von Jürgen Klinsmann galten mehrere Namen als Kandidaten. Hong erhielt den Posten trotzdem, angeblich weil ihn ranghohe KFA-Funktionäre um Verbandschef Chung Mong-gyu persönlich favorisierten. Ein Regierungsaudit Ende 2024 kam zum Schluss, dass sowohl Klinsmanns Absetzung als auch Hongs Berufung intransparent abliefen.

Der Druck reichte bis in die höchste politische Ebene. Präsident Lee Jae-myung zeigte sich öffentlich zutiefst enttäuscht und kritisierte heftig, wie der Trainerposten vergeben worden war. Sinngemäss sagte er, wenn bei der Wahl eines Leiters Beziehungen wichtiger seien als Können, sei das Ergebnis absehbar. Zudem ordnete er eine Untersuchung an, welche die Ursachen der Krise im koreanischen Fussball klären soll.

Sportlich war Südkorea als Gruppendritter gescheitert – nach dem Auftaktsieg gegen Tschechien folgten zwei 0:1-Niederlagen gegen Mexiko und Südafrika. (car)

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