Sport
Fussball

WM 2026: Eloy Room stellt WM-Rekord auf

Curacao goalkeeper Eloy Room waves after his team's draw against Ecuador in a World Cup Group E soccer match in Kansas City, Mo., Saturday, June 20, 2026. (AP Photo/Ed Zurga)
Eloy Room
Eloy Room stellte mit 15 Paraden einen neuen WM-Rekord für Spiele über 90 Minuten auf.Bild: keystone

«Ich denke, ich verdiene jetzt eine Statue in Curaçao»: Room stellt WM-Rekord auf

Was für eine Leistung: Curaçaos Torhüter Eloy Room hält im WM-Spiel gegen Ecuador alles. Nach 15 Paraden steigt eine ganz besondere Party.
21.06.2026, 09:5921.06.2026, 09:59

Nach seiner historischen Leistung mit 15 WM-Paraden gab Curaçaos herausragender Torhüter Eloy Room im Überschwang der Gefühle sogar der niederländischen Königin Maxima ein Küsschen. «Maxima hat mich geküsst», sagte Room nach dem 0:0 gegen Ecuador, um sofort von seinem Trainer Dick Advocaat korrigiert zu werden. «Nein, du hast sie geküsst», sagte der Niederländer lachend. «Hoffentlich ist meine Frau nicht hier», antwortete Room mit einem Grinsen.

Den ersten WM-Punkt ihrer Geschichte feierten die Karibik-Kicker erst überschwänglich mit ihren Fans im Stadion und danach ausgelassen mit dem niederländischen Königspaar in der Kabine. König Willem-Alexander und Königin Maxima bejubelten am Samstag zunächst das 5:1 des Oranje-Teams gegen Schweden in Houston und flogen dann schnell nach Kansas City. Als König der Niederlande ist Willem-Alexander zugleich Staatsoberhaupt aller Länder des Königreichs – Curaçao gehört dazu.

«Wir haben in der Kabine getanzt, es war einfach wunderbar», sagte Room. Selbst der Trainer-Veteran Advocaat, mit 78 Jahren der älteste Coach der WM, zeigte sich gerührt: «Zu sehen, wie sie in unsere Kabine gepasst haben, das war unglaublich. Sie haben gelächelt und getanzt. Ihnen war nichts zu viel. Es war einfach wunderbar, das zu sehen.»

WM-Rekord

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand Eloy Room. Was die Ecuadorianer auch versuchten, am 37-jährigen Curaçao-Torhüter vom amerikanischen Zweitligisten Miami FC gab es einfach kein Vorbeikommen. «Ich denke, das war das beste Spiel meiner Karriere», sagte Room, der mit 15 Paraden einen neuen WM-Rekord für Spiele über 90 Minuten aufstellte. Die WM-Bestmarke insgesamt hält der frühere US-Nationalgoalie Tim Howard, der an der WM 2014 beim 1:2 nach Verlängerung 16 Bälle parierte.

«Ich denke, ich verdiene jetzt eine Statue in Curaçao.»

«Ich denke, er hat zu Hause auf der Couch gesessen und geschwitzt, als er meine Paraden gesehen hat», sagte Room mit Blick auf Howard. Bereits in der dritten Minute brachte er Ecuadors Stürmer Enner Valencia mit einer ersten Parade zur Verzweiflung. «Der erste gehaltene Ball hat mir und dem Team Selbstvertrauen gegeben», sagte Room, der sich danach von Minute zu Minute weiter steigerte und am Ende schier unüberwindbar war. «Für mich als Goalie war es fast das perfekte Spiel. Ich denke, ich verdiene jetzt eine Statue in Curaçao.»

Wenn man sich die Bilder auf der kleinen Karibik-Insel mit nur etwas mehr als 150'000 Einwohnern nach dem historischen Punktgewinn anschaute, dürfte das nicht ausgeschlossen sein. In der Hauptstadt Willemstad tanzten die Menschen ausgelassen auf den Strassen, auf Instagram explodierte die Follower-Zahl des neuen Nationalhelden. Um Mitternacht Ortszeit waren es bereits 746'000 Menschen, die Room bei Instagram folgten. Während des Spiels waren es noch knapp über 90'000.

Trikots von Messi und Neuer

«Viele haben mich damals für verrückt erklärt, aber jetzt stehe ich hier»

Room hatte sich vor elf Jahren entschieden, statt für die Niederlande für Curaçao zu spielen. «Viele haben mich damals für verrückt erklärt, aber jetzt stehe ich hier», sagte der Goalie der historischen Partie. Schon nach dem 1:7 im ersten Spiel gegen Deutschland hatte sich ein Traum von Room erfüllt, als er sich das Trikot von Manuel Neuer sicherte. In der Vergangenheit hatte er schon einmal das Shirt mit Lionel Messi getauscht. «Jetzt habe ich das Messi-Trikot und das Neuer-Trikot. Mehr kann ich nicht erreichen», sagte Room.

Vielleicht geht aber sogar noch mehr für Room und The Blue Wave, wie der WM-Neuling wegen seiner blauen Trikots genannt wird. Mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste könnte sogar noch der Sprung in die K.o.-Phase gelingen. Spätestens dann würden sie Room und seinen Teamkollegen ein Denkmal setzen. (car/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026
1 / 64
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026

Die Japaner wollen ihre Gegner wegkegeln.

quelle: keystone / matias delacroix
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Da sitzt irgendein Idiot, der sich jeden Scheiss, den ich entscheide, anschaut» ⚽️
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Marlen Reussers Triumphfahrt zum dritten Gesamtsieg an der Tour de Suisse
Marlen Reusser gewinnt zum dritten Mal nach 2023 und 2025 die Tour de Suisse. Die Bernerin erweist sich auch am Schlusstag bei der Bergankunft in Villars-sur-Ollon als Stärkste. Zweite in der Tages- wie auch Gesamtwertung wird die Französin Cédrine Kerbaol.
Der Schlusstag der Tour de Suisse in den Waadtländer Alpen wurde für Marlen Reusser zur Triumphfahrt. Die 34-Jährige war nach einer komplizierten ersten Saisonhälfte, in welcher sie von Sturzverletzungen zurückgeworfen worden war, «nicht mit dem grössten Selbstvertrauen» zur Heimrundfahrt angereist, wie Reusser im Siegerinnen-Interview sagte.
Zur Story