«Er wollte ausgewechselt werden»: Trauriger WM-Abschied für Uruguay-Legende Muslera
Uruguay ist an der WM 2026 ausgeschieden. Für die Celeste ist dies auch nach der Ära von Luis Suarez, Edinson Cavani und Co. eine grosse Enttäuschung. Gerade in einer Gruppe mit Spanien, Kap Verde und Saudi-Arabien. Doch Uruguay holte gegen die beiden Aussenseiter jeweils nur einen Punkt, Spanien unterlag es zum Abschluss der Gruppenphase, als es schon mit dem Rücken zur Wand stand.
Und wieder patzte Goalie Fernando Muslera. Bei der 0:1-Niederlage gegen Spanien liess er einen Schuss von Alex Baena über seine Handschuhe rutschen. Der Gegentreffer kurz vor der Pause brach Uruguay das Genick und besiegelte am Ende das frühe WM-Aus.
Für den 40-jährigen Muslera war das Turnier aber noch früher beendet. Der Goalie wurde in der Halbzeit ausgewechselt und durch Sergio Rochet ersetzt. Trainer Marcelo Bielsa erklärte nach dem Spiel: «Es war nicht meine Entscheidung. Er wollte ausgewechselt werden.»
Es war ein trauriges Ende für Muslera, der 137 Partien für Uruguay absolviert hat. Nur Diego Godin und Luis Suarez haben noch mehr. Muslera stand an vier Weltmeisterschaften im Tor seines Heimatlandes und war unter anderem dabei, als Uruguay an der WM 2010 Vierter wurde. Nun dürfte seine Nationalmannschaftskarriere aber endgültig vorbei sein. Schon 2024 war er zurückgetreten, nachdem er zuvor nicht mehr berücksichtigt worden war. Im März kehrte er aber zurück. Etwas überraschend war er dann auch an der WM die Nummer 1.
Doch die lief für ihn überhaupt nicht nach Plan. Schon in den ersten beiden Spielen hatte er gepatzt. Beim 2:2-Unentschieden gegen Kap Verde sowie beim 1:1-Remis gegen Saudi-Arabien war Muslera an jeweils einem Tor mindestens mitschuldig. Der Goalie, der im letzten Jahr von Galatasaray zu den Estudiantes nach Argentinien gewechselt ist, ist aber wohl nicht der Einzige, dessen Zeit im Nationalteam Uruguays zu Ende geht.
Mit dem enttäuschenden Ausscheiden dürfte die Kritik an Trainer Marcelo Bielsa nämlich noch grösser werden. In den letzten Tagen habe es einen Aufstand der Führungsspieler gegen den 70-jährigen Argentinier, der den Beinamen «El Loco» («der Verrückte») trägt, gegeben.
Real Madrids Federico Valverde, Tottenhams Rodrigo Bentancur und Manuel Ugarte von Manchester United hätten sich über zu hartes Training, erschöpfte Spieler und eine zu riskante Spielweise beklagt, wie es in heimischen Medien heisst. Bielsa habe verärgert reagiert und einigen Spielern in einer langen Rede vor dem Team vorgeworfen, ihn zum zweiten Mal stürzen zu wollen. Nach dem Halbfinal-Aus bei der Copa America 2024 hatte es bereits einen Konflikt gegeben, in welchem Luis Suarez Bielsa vorwarf, eine «toxische Atmosphäre» geschaffen zu haben. Suarez trat danach als Nationalspieler zurück.
Ex-Nationalspieler Diego Lugano kritisierte nun: «Es tut mir leid für die Spieler. Bielsa hat nie verstanden, wo er war. Die Spieler haben ihn nie verstanden. Er hätte nie an der WM sein dürfen.» Bielsa verfügt zwar fachlich über eine grosse Kompetenz und wird dafür unter anderem von Pep Guardiola bewundert. Doch hat er auch eine eigene Art zu kommunizieren. In Interviews vermeidet er Blickkontakt mit den Journalistinnen und Journalisten, auch beim offiziellen Fototermin der FIFA blickte er demonstrativ zu Boden. «Ich bin kein Model», begründete er dies.
Seine Art führte aber auch zu offensichtlichen Differenzen mit den Spielern – erneut. Womöglich wechselte er Valverde, den grossen Star und Captain Uruguays, im entscheidenden Spiel auch deshalb nach weniger als einer Stunde aus. Bielsa sprach davon, sich dadurch mehr Präsenz in der Offensive erhofft zu haben. Der Real-Star war wie viele seiner Teamkollegen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der 27-jährige Valverde hatte aber kein Verständnis für die Auswechslung und reagierte sehr verärgert, Bielsa würdigte ihn keines Blickes.
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Es war ein weiteres Zeichen, dass der Haussegen bei Uruguay gehörig schief hängt. Und dass ein grosser Umbruch wohl unausweichlich ist – nicht nur auf der Goalie-Position.
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