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Champions League

FC Thun hadert mit Roter Karte von Marco Bürki gegen Dinamo Zagreb

Thun players look dejected after Zagreb's Lukas Kacavenda, not in the image, scores to make it 2-2 during the UEFA Champions League second qualifying round match between Croatia's Dinamo Zag ...
Enttäuschte Thuner in Zagreb.Bild: keystone

Champions League ohne Schweizer Klub: «Das ist nicht die Gentlemen's Art»

Eine bittere 2:3-Niederlage nach Verlängerung sorgt für ein jähes Ende der Thuner Champions-League-Träume. Gegen Dinamo Zagreb sorgt eine Rote Karte für Gesprächsstoff.
29.07.2026, 08:0029.07.2026, 08:00
Melinda Hochegger / Keystone-SDA

Die Enttäuschung stand Gian-Luca Privitelli ins Gesicht geschrieben, als er sich nach dem Schlusspfiff in Zagreb vor die Kamera stellte. «Ich finde keine Worte dafür», war das erste, was der Trainer des FC Thun sagte, als er das Spiel einordnen sollte. Die 2:3-Niederlage gegen Dinamo Zagreb und das damit verbundene Ausscheiden aus der Qualifikationsphase der Champions League nahm den Coach der Berner Oberländer im SRF-Interview sichtlich mit.

Gegen das favorisierte Dinamo Zagreb, eine feste Grösse im europäischen Fussball, hielt Thun nicht nur mit – die Berner Oberländer lagen nach dem 1:1 im Hinspiel im Rückspiel mit 2:0 in Führung. Alles deutete auf das nächste Thuner Märchen hin. So lange, bis eine Rote Karte rund 15 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit gegen Captain Marco Bürki für die Wende sorgte.

«Bei uns daheim gibt er da wahrscheinlich nicht Rot»

«Maximal unfair» betitelte Privitelli die Situation im Nachgang. Nachdem die Thuner den Ball wegen eines verletzten Mitspielers ins Out gespielt hatten, gaben die Kroaten ihn zuerst an Bürki zurück – aus Fairplay.

«Sie geben uns den Ball, pressen dann aber sofort wieder. Dann haben wir nicht gut gespielt. Trotzdem, das ist nicht die Gentlemen's Art», sagte Privitelli. «Aus dieser Situation dann Rot zu geben, wenn Justin Roth noch so nahe ist, finde ich schon sehr mutig. Bei uns daheim gibt er da wahrscheinlich nicht Rot.»

Der von Privitelli angesprochene Roth nahm die Situation ähnlich wahr. Zwar betont er, dass alles sehr schnell ging, aber: «Sie kamen zuerst mit Fairplay, aber Marco hatte den Ball noch gar nicht, als sie schon wieder pressen.» Wahrscheinlich sei Bürki dann der letzte Mann gewesen. Bis zu dieser Roten Karte habe er das Gefühl gehabt, Thun hätte alles im Griff. «Sie hatten keine gefährlichen Chancen bis zu diesem Zeitpunkt.»

Kamera-Ausfall wirft Fragen auf

Heikel war die Szene auch, weil in den Minuten davor ein Kamera-Ausfall in Zagreb für grobe Störungen bei der Live-Übertragung gesorgt hatte. So war in den TV-Bildern nach einem rund 15-minütigen Unterbruch bis in die Verlängerung nur noch eine Kameraeinstellung möglich – Slow-Motion- oder Nahaufnahmen blieben aus.

Unklar ist, ob auch der VAR und der Schiedsrichter auf dem Platz mit nur dieser einen Kameraeinstellung agieren mussten, oder ob für die Einschätzung der Situation verschiedene Aufnahmen zur Verfügung standen.

So oder so: Dass Bürki vom Platz musste, so analysierte Justin Roth später bei SRF, war mitentscheidend für die Niederlage. Plötzlich seien die Fans im Stadion erwacht und in den Spielern habe sich ein Feuer entfacht – etwas, was die Thuner zuvor noch unterbinden konnten.

Nach den Sternen kommt die Europa League

«Wir wussten, es wird schwierig. Aber wir haben immer noch alle dran geglaubt», so Roth, der während 116 Minuten auf dem Platz stand. «Dass wir den Ausgleich so schnell kassierten, ist schade», so der Mittelfeldspieler weiter. Man müsse sich zwar auch «an der eigenen Nase nehmen», man habe sich auch mit einem Mann weniger zu stark hinten reindrücken lassen. «Dass irgendwann das Tor kommt, ja … aber dass wir zwei Tore ‹fressen›, das ist schade.» Denn in der Zeit nach dem 2:2 habe man gesehen, dass Thun auch mit einem Mann weniger verteidigen könne.

Es ist eine Erkenntnis, die den Thunern zwischen der grossen Enttäuschung zumindest ein bisschen Mut machen dürfte. Denn während der Traum der Champions League vorerst ausgeträumt ist, bleibt die Europa League. Dort trifft Thun in Hin- und Rückspiel der 3. Qualifikationsrunde im August auf den Verlierer der Partie zwischen der isländischen Mannschaft Vikingur Reykjavik und dem israelischen Klub Hapoel Be'er Sheva (heute, 19.30 Uhr).

«Zuerst hiess es nach den Sternen greifen», sagte Roth nach der Partie, «das geht jetzt leider nicht mehr. Aber nun kommt die Europa League», so der 25-Jährige weiter. Auch wenn er zuerst dieses Spiel vergessen wolle.

Auch Privitelli versuchte bereits das Positive aus dem Spiel mitzunehmen. Das Team habe richtig gut gekämpft, der Staff eine super Arbeit geleistet. «Ich bin stolz darauf, wie alle füreinander gegangen sind und verteidigt haben.»

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