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Volker-Johannes Trieb am Freitagmorgen in Zürich.
Volker-Johannes Trieb am Freitagmorgen in Zürich.Bild: keystone

«Trampeln auf den Gräbern der Arbeiter herum» – Künstler protestiert vor FIFA-Zentrale

Mit 6500 mit Sand gefüllten Bällen hat ein deutscher Künstler am Freitagmorgen vor der FIFA-Zentrale in Zürich gegen «blutige Spiele» im arabischen Golf-Emirat Katar protestiert. Auf den Bällen war die Botschaft zu lesen: «Weltgewissen, du bist ein Fleck der Schande».
01.04.2022, 16:2301.04.2022, 16:24

Mit der Aktion am Tag der WM-Auslosung in Doha (ab 18 Uhr im Liveticker) wollte der Künstler Volker-Johannes Trieb auf die Situation im Wüstenstaat aufmerksam machen. Die 6500 Bälle sollen symbolisch für die Arbeiter stehen, die beim Bau der WM-Stadien in Katar gestorben sein sollen.

Die Aktion, die morgens um 7 Uhr stattfand, war bewilligt. Das sagte ein Sprecher der Stadtpolizei Zürich der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage.

Die 6500 Bälle werden deponiert.
Die 6500 Bälle werden deponiert.Bild: keystone

«Was da in Katar statt­finden soll, finde ich absolut krank»

«Amnesty Inter­na­tional spricht inzwi­schen von mehr als 15'000 Opfern», sagte Künstler Trieb bei «11 Freunde» im Interview. «Das ist eine rie­sige Zahl, die auf den ersten Blick fast schon unglaub­lich wirkt. Aber diese Men­schen sind ja nicht alle vom Bau­ge­rüst gefallen, sie sind auf ver­schie­denste Weisen ums Leben gekommen. Einige hatten sich ein­fach nur Ver­let­zungen zuge­zogen, an denen man in Deutsch­land nie und nimmer hätte sterben müssen. Leider ist die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung der aus­län­di­schen Wan­der­ar­beiter in Katar so kata­stro­phal, dass sie keine Chance hatten.»

Der Künstler sagte, er sei kein grosser Fussballfan, aber auch schon ab und zu im Stadion gewesen. Ihn habe dabei die Stimmung mehr beeindruckt als das Geschehen auf dem Rasen. «Aber was da in Katar statt­finden soll, finde ich absolut krank: Da treffen sich die Völker der Erde zu einem eigent­lich schönen Ereignis, um fried­lich ihre Kräfte zu messen. Und dann tram­peln sie quasi auf den Grä­bern der ver­stor­benen Arbeiter herum.»

Keine Reaktion der FIFA

Volker-Johannes Trieb kündigte bis zum Beginn der WM am 21. November weitere Aktionen an. Geplant sei unter anderem «eine grosse Aktion» in einem deutschen Stadion.

Die FIFA wollte zur Aktion heute in Zürich keine Stellung nehmen. Ein Mediensprecher verwies auf den FIFA-Kongress vom Vortag, auf dem klar Stellung bezogen worden sei. Dort unterstrichen Vertreter des Weltfussballverbands das Engagement für den Schutz der Rechte und die Verbesserung des Wohlergehens aller Beteiligten bei der Realisierung von FIFA-Wettbewerben.

Durch die Bemühungen internationaler Organisationen, des Obersten Rates, der katarischen Behörden und der FIFA hätten wichtige Fortschritte erzielt werden können, hiess es in einer Mitteilung. Katar wurde insbesondere von Menschenrechtsorganisationen regelmässig wegen schlechter Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen kritisiert. Das Emirat wies entsprechende Anschuldigungen zurück. (ram/sda)

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