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Die Erfolge der Nati verdecken ein Nachwuchsproblem in der Romandie

Viele junge Fussballfans, die Manzambi und seine Teamkollegen während der WM verfolgt haben, bleiben aussen vor.
Viele junge Fussballfans, die Manzambi und seine Teamkollegen während der WM verfolgt haben, bleiben aussen vor.Image: shutterstock/keystone/watson

Die Erfolge der Nati verdecken ein Nachwuchsproblem in der Romandie

Tausende junge Menschen in der Westschweiz, die sich für die Fussball-WM begeistert haben, finden keinen Platz in einem Verein. Die Situation ist besorgniserregend.
06.08.2026, 10:1006.08.2026, 10:10
Julien Caloz
Julien Caloz
Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Die ganze Schweiz fieberte während der WM mit der Nati mit. Viele Kinder nutzten die Schulferien oder die Wochenenden, um bis spät in die Nacht wach zu bleiben oder frühmorgens aufzustehen und die Spiele zu verfolgen. Bei einigen haben diese Partien vielleicht den Wunsch geweckt, selbst Fussball zu spielen. Doch viele dieser begeisterten Jugendlichen werden ihrerseits nicht die Fussballschuhe anziehen können, da in den Vereinen ihrer Region kein Platz für sie ist.

Die Krise betrifft laut dem Le Matin Dimanche die gesamte französischsprachige Schweiz. In Genf berichtet ein Verein von Fussballplätzen und Garderoben, die während der ganzen Woche ausgelastet sind. Beim SR Delémont kann die Fussballschule nur 60 Kinder aufnehmen. Die anderen müssen bei Vereinen in den Nachbargemeinden einen Platz suchen, deren Kapazitäten häufig ebenfalls nahezu ausgeschöpft sind.

In Regionen mit starkem Bevölkerungswachstum ist der Druck noch grösser. Dutzende Kinder stehen teilweise mehrere Monate auf einer Warteliste und hoffen darauf, eines Tages dem Team ihrer Stadt oder ihres Dorfes beitreten zu können. In Genf hätten schätzungsweise 2000 bis 3000 junge Menschen keinen Platz in einem Verein, sagt Nicolas Wallin vom Genfer Kantonalverband für Fussball gegenüber der Sonntagszeitung.

Der Bau neuer Anlagen scheint unumgänglich. Doch die Projekte kommen nur langsam voran, weil sie durch Verfahren und wiederholte Einsprachen gebremst werden. «Selbst Igel können ausreichen, um eine Baustelle zu verzögern», bedauert Nicolas Wallin.

Zum Mangel an Fussballplätzen kommt jener an Betreuungspersonen hinzu. Beim FC Bulle müssen laut dem «Matin Dimanche» jedes Jahr mehr als 50 Trainerinnen und Trainer rekrutiert werden. Eine zunehmend schwierige Aufgabe, weil die Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit abnimmt und sich die Trainingszeiten oft nur schwer mit dem Berufsleben vereinbaren lassen.

Ohne neue Fussballplätze und Nachwuchs bei den Freiwilligen werden die Wartelisten weiter wachsen. Das Paradox ist bitter: Noch nie hat der Fussball bei jungen Menschen so viel Begeisterung ausgelöst, doch die Vereine verfügen über immer weniger Mittel, um sie aufzunehmen.

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