Sport
Fussball

WM 2026: Neue Regel gegen Zeitspiel sorgt für Verwirrung

Argentina's Nicolas Tagliafico, left, heads the ball next to Cape Verde's Dailon Livramento during the World Cup round of 32 soccer match in Miami Gardens, Fla., Friday, July 3, 2026. (AP Ph ...
Nicolas Tagliafico musste wegen Nasenblutens das Spielfeld – für kurze Zeit – verlassen.Bild: keystone

Neue WM-Regel gegen Zeitspiel – doch bei Argentinien blieb sie aussen vor

Die Regel sollte dem Zeitspiel ein Ende setzen: Wer sich behandeln lässt, muss an dieser WM eine Minute vom Feld. In der Praxis aber sorgt die Regel vor allem für Verwirrung – zuletzt beim Spiel zwischen Argentinien und Kap Verde.
04.07.2026, 22:3604.07.2026, 23:00

Es ist eine der vielen neuen Regeln, mit denen die FIFA an dieser WM das Tempo hochhalten und das Zeitschinden eindämmen will: Lässt sich ein Feldspieler auf dem Rasen behandeln, muss er nach der Spielfortsetzung mindestens eine Minute draussen bleiben – sein Team spielt in dieser Zeit in Unterzahl weiter. Die Idee dahinter macht Sinn, denn zu oft nutzten Mannschaften kleinere Verletzungen, um in der Schlussphase Zeit zu schinden oder eine taktische Ansprache zu ermöglichen.

So weit die Theorie. In der Praxis aber wirkt die Regel bislang eher wie eine Empfehlung. Für Aufsehen sorgte zuletzt das Sechzehntelfinal-Drama zwischen Argentinien und Kap Verde. In der Schlussphase musste Argentiniens Verteidiger Nicolas Tagliafico nach einem Zusammenprall behandelt werden – eine blutige Nase und ein Trikotwechsel standen an. Doch statt den Eckball der Kap Verder sofort ausführen zu lassen, wartete der kanadische Schiedsrichter Drew Fischer, bis Tagliafico wieder auf dem Feld stehen konnte.

Der Vorwurf: Argentinien sei bevorteilt worden, weil es den Eckball nicht in Unterzahl verteidigen musste. Doch ganz so einfach ist es nicht – und hier wird die Geschichte spannend. Denn für Tagliafico galt eine andere Bestimmung. Gemäss IFAB-Regelwerk muss ein Spieler der blutet das Feld zwar umgehend verlassen – er darf aber zurückkehren, sobald die Blutung gestoppt und alle Spuren beseitigt sind. Blutverletzungen fallen also nicht unter die simple Ein-Minuten-Logik. Auch für Zusammenstösse, Kopfverletzungen, schwere Verletzungen, Torhüter und Gefoulte, die eine Karte verursachen, gelten Ausnahmen.

Der Grund für die Verwirrung liegt in den zahlreichen Ausnahmen der Regelung. Ob sie greift, hängt von der Einschätzung des Schiedsrichters ab – etwa davon, ob eine Blutung, ein Zusammenstoss oder eine Kopfverletzung vorliegt. Entsprechend unterschiedlich wird sie bislang angewendet. Die Szene von Miami dürfte deshalb nicht die letzte gewesen sein, die Diskussionen über die Anwendung der neuen Regel auslöst.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026
1 / 145
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026

Spanien um Captain Rodri ist am Ende der grössten WM der Geschichte der verdiente Sieger.

quelle: keystone / ashley landis
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Notfälle im Wasser – So erkennst du sie und so kannst du helfen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Frauen-Nati überrascht bei Training mit spezieller Geste
Das Training des Schweizer Frauen-Nationalteams am Montag in Niederhasli zeigt überraschende Bilder. Die Spielerinnen laufen in Shirts ihrer ersten Klubs ein.
Für die Schweizerinnen geht es diesen Freitag und am darauffolgenden Dienstag um das Weiterkommen in der WM-Qualifikation. Es steht die 1. Playoff-Runde gegen Israel an. Den Start des Zusammenzugs am Montag nutzte die Nati aber, um an ihre Wurzeln zu erinnern.
Zur Story