Neue WM-Regel gegen Zeitspiel – doch bei Argentinien blieb sie aussen vor
Es ist eine der vielen neuen Regeln, mit denen die FIFA an dieser WM das Tempo hochhalten und das Zeitschinden eindämmen will: Lässt sich ein Feldspieler auf dem Rasen behandeln, muss er nach der Spielfortsetzung mindestens eine Minute draussen bleiben – sein Team spielt in dieser Zeit in Unterzahl weiter. Die Idee dahinter macht Sinn, denn zu oft nutzten Mannschaften kleinere Verletzungen, um in der Schlussphase Zeit zu schinden oder eine taktische Ansprache zu ermöglichen.
So weit die Theorie. In der Praxis aber wirkt die Regel bislang eher wie eine Empfehlung. Für Aufsehen sorgte zuletzt das Sechzehntelfinal-Drama zwischen Argentinien und Kap Verde. In der Schlussphase musste Argentiniens Verteidiger Nicolas Tagliafico nach einem Zusammenprall behandelt werden – eine blutige Nase und ein Trikotwechsel standen an. Doch statt den Eckball der Kap Verder sofort ausführen zu lassen, wartete der kanadische Schiedsrichter Drew Fischer, bis Tagliafico wieder auf dem Feld stehen konnte.
Una más de la FIFA:
— Guille Vidal (@eltemagv) July 4, 2026
Nunca antes se había visto que un arbitro detuviera el juego para esperar el regreso de un jugador que salió a recibir asistencia médica.
Argentina no puede ni vencer a Cabo Verde sin la ayuda de árbitros corruptos. pic.twitter.com/q7NjZI5BdX
Der Vorwurf: Argentinien sei bevorteilt worden, weil es den Eckball nicht in Unterzahl verteidigen musste. Doch ganz so einfach ist es nicht – und hier wird die Geschichte spannend. Denn für Tagliafico galt eine andere Bestimmung. Gemäss IFAB-Regelwerk muss ein Spieler der blutet das Feld zwar umgehend verlassen – er darf aber zurückkehren, sobald die Blutung gestoppt und alle Spuren beseitigt sind. Blutverletzungen fallen also nicht unter die simple Ein-Minuten-Logik. Auch für Zusammenstösse, Kopfverletzungen, schwere Verletzungen, Torhüter und Gefoulte, die eine Karte verursachen, gelten Ausnahmen.
Der Grund für die Verwirrung liegt in den zahlreichen Ausnahmen der Regelung. Ob sie greift, hängt von der Einschätzung des Schiedsrichters ab – etwa davon, ob eine Blutung, ein Zusammenstoss oder eine Kopfverletzung vorliegt. Entsprechend unterschiedlich wird sie bislang angewendet. Die Szene von Miami dürfte deshalb nicht die letzte gewesen sein, die Diskussionen über die Anwendung der neuen Regel auslöst.
