Argentinien dreht Spiel gegen Ägypten in extremis und steht im WM-Viertelfinal
Der Titelverteidiger mag es dramatisch. Nach dem 3:2 nach Verlängerung gegen Kap Verde in der ersten K.o.-Runde ist Argentinien im Achtelfinal im klimatisierten Stadion von Atlanta schon fast ausgeschieden. Am Ende richtet es einmal mehr Lionel Messi.
Bis zur 79. Minute sind die Südamerikaner schon fast auf dem Weg Richtung Flughafen. Dann verkürzt Cristian Romero mit einem Kopfball nach einer Flanke von Messi auf 1:2. Und nur vier Minuten später hämmert der WM-Rekordtorschütze den Ball via Lattenunterkante zum 2:2 in die Maschen - mit seinem 21. Treffer bei einer Endrunde. Die bedauernswerten Ägypter schaffen es nicht einmal in die Verlängerung.
In der 92. Minute verliert Mohamed Salah im gegnerischen Strafraum den Ball, eine Aktion, die zumindest nahe an einem Foul war, den VAR aber nicht eingreifen liess. Den Konter veredelt Enzo Fernandez mit dem Kopf zum 3:2. Ein bitteres Ende für die Nordafrikaner, die den erstmaligen Vorstoss in einen WM-Viertelfinal in extremis verpassen.
Ägypten lange auf Kurs zur grossen Überraschung
Unverdient ist der Sieg der Argentinier nicht, bis zum Einbruch in der Schlussphase waren die Pharaonen einfach gnadenlos effizient, während Argentinien sich lange am Goalie Mostafa Shobeir die Zähne ausbiss.
Mit der frühen 1:0-Führung im Rücken hatte Ägypten zweimal brillant gekontert. Ein erster Treffer wurde wegen eines vom VAR aufgedeckten Fouls in der Entstehung noch aberkannt, in der 67. Minute erhöhte Mustafa Ziko aber auf 2:0. Danach war Argentinien geschockt – bis zur 79. Minute drohte die Blamage. Plötzlich aber gingen die Bälle rein, Shobei kam nur noch mit den Fingerspitzen heran und konnte sie nicht mehr wie zuvor abwehren.
Messis Negativrekord fällt nicht ins Gewicht
Mit grösstmöglicher Effizienz hatte Ägypten den Titelverteidiger in der ersten Hälfte geschockt. Mit dem einzigen Torabschluss brachte Yasser Ibrahim in der 15. Minute die Pharaonen per Kopf in Führung. Argentinien scheiterte hingegen immer wieder am überragenden Mostafa Shobeir. Der ägyptische Goalie hielt einen Foulpenalty von Lionel Messi (21.), wehrte einen Kopfball von Alexis Mac Allister ab (28.) und entschärfte einen gefährlichen Schuss von Julian Alvarez (38.), der erstmals den Vorzug vor Inter Mailands Lautaro Martinez erhalten hatte.
Nebenbei stellte der beste Torschütze der WM-Geschichte einen Negativrekord auf. Vor Messi hatte noch nie ein Spieler an der gleichen Endrunde zwei Penaltys verschossen, Penaltyschiessen nicht eingerechnet. Am Ende konnte ihm das herzlich egal sein. Hingegen endete wohl die WM-Historie des langjährigen Liverpool-Stars Mo Salah.
Argentinien - Ägypten 3:2 (0:1)
Atlanta. - 68'239 Zuschauer. - SR Letexier (FRA).
Tore: 15. Yasser Ibrahim (Marwan Attia) 0:1. 67. Mostafa Zico (Haissem Hassan) 0:2. 79. Romero (Messi) 1:2. 83. Messi (Montiel) 2:2. 92. Fernández (Lautaro Martínez) 3:2.
Argentinien: Emiliano Martínez; Molina (73. Montiel), Romero (95. Otamendi), Lisandro Martínez, Tagliafico (66. González); Paredes; De Paul (66. Lautaro Martínez), Mac Allister, Fernández; Messi, Alvarez (95. Medina).
Ägypten: Mostafa Shobeir; Mohamed Hany, Yasser Ibrahim, Ramy Rabia, Karim Hafez; Haissem Hassan (73. Trezeguet), Mohanad Lasheen (96. Zizo), Marwan Attia, Emam Ashour (46. Hamdi Fathy); Mohamed Salah, Mostafa Zico (80. Omar Marmoush).
Bemerkungen: 21. Messi verschiesst Penalty.
Verwarnungen: 93. Mostafa Shobeir. 94. Hamdi Fathy. 98. Marwan Attia. (abu/sda)
