Die K.o.-Szenarien zeigen, warum Platz 2 in der Gruppe für die Nati fast besser wäre
Platz 1: Wecker stellen
Holt sich die Schweiz wie angestrebt den Gruppensieg, müssen die daheimgebliebenen Fans früh aufstehen. Der Sechzehntelfinal gegen einen Gruppendritten wird nämlich bereits um 5 Uhr Schweizer Zeit angepfiffen. Ein allfälliger Viertelfinal, für den die Schweizer gemäss Papierform zunächst Portugal bezwingen müssten, fände für die Fans zuhause sogar mitten in der Nacht statt. Das mögliche Duell mit Argentinien würde um 3 Uhr beginnen.
Bei einem Gruppensieg würde Vancouver für die Schweiz zum «Heimstadion». Nachdem bereits das dritte Gruppenspiel gegen Co-Gastgeber Kanada dort ausgetragen wird, würden auch der Sechzehntel- und der Achtelfinal in Vancouver stattfinden. Anschliessend ginge die Reise nach Kansas City und Atlanta weiter.
Platz 2: Kurze Pause
Landet die Schweiz in ihrer Gruppe auf Platz 2, muss sich die Mannschaft rasch auf die nächste Aufgabe einstellen. Der Sechzehntelfinal gegen den Zweiten der Gruppe A würde nur vier Tage nach dem letzten Gruppenspiel stattfinden. Das wäre auch logistisch eine Herausforderung. Immerhin wären die Anspielzeiten auf diesem Weg deutlich «europafreundlicher».
Auch als Gruppenzweiter würde die Schweiz zunächst an der Westküste bleiben und ihren Sechzehntelfinal in Los Angeles austragen – dort, wo sie bereits ihr zweites Gruppenspiel gegen Bosnien bestreitet. Danach würden die Stationen Houston, Boston und Dallas folgen.
Platz 3: Viele Varianten
Steht am Ende lediglich Platz 3 zu Buche, wird die Ausgangslage aufgrund des neuen Turnierformats kompliziert. Drei Szenarien wären möglich:
In der ersten Variante müssten die Schweizer bereits für den Sechzehntelfinal die lange Reise an die Ostküste antreten. Möglicher Gegner in Boston wäre mit Deutschland gleich zu Beginn der K.o.-Phase ein grosser Brocken.
In der zweiten Variante bliebe die Schweiz für ihr erstes K.o.-Spiel an der Westküste und würde in San Francisco spielen. Auch der Gegner wäre auf dem Papier etwas weniger stark einzuschätzen: Es wäre der Sieger der Gruppe D mit Co-Gastgeber USA, Paraguay, Australien und der Türkei.
Die dritte Variante wäre die bitterste: Als einer der vier schwächsten Gruppendritten müsste die Schweiz bereits nach der Gruppenphase die Heimreise antreten. (abu/sda)
