Murat Yakins goldenes Händchen und eine nützliche Trinkpause bringen den Sieg
Es war bis zur Trinkpause in der zweiten Halbzeit ein riesiges Geknorze zwischen der Schweiz und Bosnien-Herzegowina. Dann endlich macht Murat Yakin, was wohl die halbe Nation von ihm forderte. Er wechselt in der 71. Minute gleich dreifach. Unter anderem betreten Johan Manzambi und Ruben Vargas den Platz.
Bei beiden kam es ein wenig überraschend, dass sie nicht in der Startelf standen. Manzambi sass bereits gegen Katar zu Beginn auf der Bank und wurde erst spät eingewechselt. Gemäss Transfermarkt ist der 20-Jährige mit einem Marktwert von 50 Millionen Euro der wertvollste Schweizer Fussballer. Trotzdem musste der Genfer auch gegen Bosnien zunächst auf der Bank Platz nehmen.
Die nützliche Trinkpause
Auch Ruben Vargas musste in Los Angeles mehr als siebzig Minuten zuschauen. Der Luzerner war noch einer der Besseren beim blamablen 1:1 gegen Katar und wird sich kaum über den Entscheid von Yakin gefreut haben. Sein Ersatz Fabian Rieder konnte aber nicht wirklich überzeugen und man dachte sich schon: Murat Yakin, welcher sich vor zwei Jahren an der Europameisterschaft eigentlich immer richtig entschied, hat sich verzockt.
Doch dann kam der Hydration Break und für einmal ist die ganze Schweiz Fan von dieser umstrittenen Werbeunterbrechung. Kurz davor hatte man das Gefühl, dass die Bosnier immer mehr vom Spiel hatten. So kam die dreiminütige Pause für einmal genau richtig und Yakin brachte genau in diesem Moment die neuen Kräfte. «Wir wussten, dass diese ein wichtiges taktisches Element sein können», erklärte der Coach und fügte an: «Wir wollten dem Gegner deshalb nicht schon vorher zeigen, welche Taktik wir haben.» Und sein Plan, Manzambi und Vargas als Joker gegen einen müden Gegner zu bringen, ging voll auf.
Wenige Momente nach dem Wiederanpfiff lanciert Johan Manzambi einen Angriff, und der Ball landet auf dem Flügel bei Ruben Vargas. Im zweiten Versuch schafft es der Ball in den Strafraum, und nach einem kleinen Durcheinander haut Manzambi das Spielgerät volley in die Maschen. Bosnien-Torhüter Nikola Vasilj ist geschlagen und die ganze Schweiz erlöst.
Vargas mit drei Skorerpunkten
Plötzlich hatte das Spiel der Nati Tempo und konnte die bosnische Verteidigung ärgern. Gerade einmal sechs Minuten nach dem ersten Treffer wird Breel Embolo perfekt von Manzambi lanciert und Verteidiger Tarik Muharemovic muss zur Notbremse ansetzen. Zu zehnt können die Gegner der Schweizer nicht mehr mithalten und wirken überfordert.
So geht es nicht lange und die Schweizer Gold-Joker Ruben Vargas und Johan Manzambi entscheiden mit dem zweiten und dritten Treffer das so wichtige Gruppenspiel. Vargas konnte sich beim 3:0 auch noch einen Assist gutschreiben lassen.
Damit haben zum einen Manzambi und Vargas einige Argumente gesammelt, um beim letzten Gruppenspiel gegen Co-Gastgeber Kanada in der Startelf zu stehen. Doch auch Murat Yakin zeigte mal wieder, dass er – auch wenn der Druck hoch ist – ein goldenes Händchen hat und die richtigen Entscheidungen trifft.
