Yakin über Okafor: «Gang an die Öffentlichkeit hat bei mir nie positive Wirkung gehabt»
Solange Murat Yakin noch Trainer der Schweizer Nationalmannschaft ist, wird Noah Okafor nicht mehr für die Nati auflaufen. Dies vermeldete der Spieler vor einer Woche selbst in einem Statement auf Instagram.
Als Yakin am Donnerstag den Kader für die kommenden Partien der Nations League bekanntgab, war natürlich die Causa Okafor wieder ein sehr grosses Thema und der Nati-Trainer musste gleich mehrere Fragen dazu beantworten.
Yakin weiss nicht, welche Abmachungen nicht eingehalten wurden
Die Vorwürfe von Okafor, dass vom Verband und Yakin Abmachungen nicht eingehalten wurden, konnte der 52-Jährige nicht verstehen. «Ich weiss nicht, welche Zusagen oder Abmachungen nicht eingehalten wurden. Im März und bei der Nomination fürs WM-Kader war er verletzt und andere Spieler waren weiter», gab Yakin zu Wort und stellte klar, dass Okafor seine Chancen erhalten hat und er seine Leistungen fair beurteilt hat. «Alles andere kann ich nicht einschätzen und ist unwichtig für mich.»
Yakin erklärte, dass er an der WM mit der defensiven Leistung von Okafor nicht zufrieden war. Dies zeigte sich auch beim einzigen WM-Kurzeinsatz von Okafor, als Yakin nach einer missglückten Aktion frustriert seine Trinkflasche wegwarf.
Dass Okafor mit dem ganzen Thema an die Öffentlichkeit ging, kam bei Yakin alles andere als gut an. «Man kann mit mir immer diskutieren, wenn es unter vier Augen geschieht. Ein Gang an die Öffentlichkeit hat bei mir nie positive Wirkung gehabt», erklärt der Nati-Trainer, welcher auch betonte, dass er genug verfügbare Spieler hat. «Nun haben andere Spieler neue Chancen.»
Nati-Türe bleibt wohl offen
Trotz allem scheint es so, als wäre die Nati-Türe für Okafor unter Yakin noch nicht ganz geschlossen. «Jeder kann sich über Leistung wieder empfehlen. Für jeden gilt das Gleiche», sagte Yakin, bevor er nochmals betonte, dass er sich auf die Spieler freut, auf welche er zählen kann und die den persönlichen Erfolg nicht in den Vordergrund stellen. «Das Schöne ist ja, dass wir auf der Position junge Konkurrenzspieler haben, die unbedingt dabei sein und für unser Land spielen wollen.»
Dass einige Nati-Spieler, wie beispielsweise Kapitän Granit Xhaka, den Instagram-Beitrag von Okafor likten und kommentierten, störte Yakin, welcher beim Thema Social Media nach eigenen Angaben nicht so versiert sei, überhaupt nicht: «Ich habe einige gefragt, was sie dazu meinen. Für sie ging es mehr darum, ihm bei seinem Rücktritt beizustehen und nicht den ganzen Inhalt zu unterstützen.»
Okafor hat bisher 26 Partien für die Nationalmannschaft absolviert und konnte dabei zwei Tore erzielen. In der laufenden Saison konnte der Basler in vier Ligaeinsätzen ein Tor für Leeds United erzielen. (riz)
