Portugals neuer Trainer: «Ronaldo hat einen Platz im Team … unter gewissen Bedingungen»
Es gibt in Portugal wohl nur einen grösseren Trainer als Jorge Jesus. Und weil der gerade bei Real Madrid unterschrieben hat, war der 71-Jährige die namhafteste einheimische Lösung für den portugiesischen Verband. Jesus hat bis 2030 als Nationaltrainer unterschrieben und wird damit Nachfolger des Spaniers Roberto Martinez, der mit der Seleçao an der WM im Achtelfinal gegen sein Heimatland ausgeschieden ist.
Nun soll Jesus, der in Portugal unter anderem Benfica und Sporting trainiert und zu insgesamt drei Meistertiteln und sieben Pokalsiegen geführt hat, das Nationalteam an die nächsten beiden grossen Turniere führen. Dass er eine gute Beziehung zu Cristiano Ronaldo hat, dürfte für seine Einstellung sicher kein Nachteil gewesen sein. In der letzten Saison war er Ronaldos Trainer bei Al-Nassr.
Bei seinem ersten Auftritt als Portugal-Trainer stellte er dann auch gleich klar: «Solange er spielt und in einer Verfassung dazu ist, nominiert zu werden, werde ich ihn nominieren.» Dann fügte er aber an: «Innerhalb bestimmter Grenzen und unter den Bedingungen, die ich für die Nationalmannschaft am besten halte.» Eine Stammplatzgarantie gebe es für den 41-jährigen Stürmer also nicht.
Bei der WM hatte Ronaldo noch in jedem Spiel von Beginn an gespielt und nur zeitweise überzeugen können. Sowohl der Spieler als auch Trainer Martinez standen deshalb in der Kritik. Jesus verwies darauf, dass Ronaldo unter ihm bei Al-Nassr auch nicht immer in der Startformation gestanden habe.
In seinen Augen spiele die Vergangenheit keine Rolle, vor grossen Namen fürchte er sich ebenfalls nicht. So habe er in seiner Zeit bei Al-Hilal zum Beispiel Neymar aussortiert. «Ich habe ihm eines Tages gesagt: Du, Finish!»
Bei Ronaldo dürfte das aber nicht der Fall sein. «Er wird nie ein Problem sein. Weder fürs Nationalteam noch für mich», so Jesus. Mit dem fünffachen Weltfussballer und portugiesischen Rekordtorschützen zu arbeiten, habe ihm viel Freude bereitet. «Es ist einfach, mit ihm zu arbeiten», sagte der 71-jährige Trainer.
Es ist aber noch unklar, ob Ronaldo überhaupt weiter fürs Nationalteam auflaufen will. Nach dem Ausscheiden an der WM liess er seine Zukunft offen. Er wolle sich Zeit mit der Familie nehmen und keine überhastete Entscheidung treffen. Seine Schwester hatte während des Turniers gemutmasst, dass es Ronaldos letzte WM sein würde.
Jesus kündigte deshalb an: «Wir zwei werden ein Gespräch darüber führen, wie er seine Karriere in Zukunft gestalten will.» Klar sei, dass Ronaldo zumindest in Saudi-Arabien weiterspielen möchte, wo er noch bis 2027 unter Vertrag steht, erklärte Jesus. Über den Rest wissen derzeit wohl nur Ronaldo und vielleicht einige Personen in seinem engsten Umfeld Bescheid. (nih)
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