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Erling Haaland bittet Medien um Hilfe im WM-Viertelfinal gegen England

KEYPIX - Norway's Erling Haaland gestures during a news ahead of their quarterfinal World Cup soccer match against England Thursday, July 9, 2026, in Fort Lauderdale, Fla. (AP Photo/Marta Lavandi ...
Erling Haaland, wie er leibt und lebt – vor dem WM-Viertelfinal schiebt er den Druck mit einem verschmitzten Lächeln dem Gegner zu.Bild: keystone

Vor dem WM-Viertelfinal gegen England bittet Erling Haaland die Journalisten um Hilfe

Dass Erling Haaland mit Norwegen im WM-Viertelfinal steht, ist selbst für den 25-jährigen Wunderstürmer überraschend. Vor dem Duell mit England schiebt er den Druck ganz weit von sich und seinen Teamkollegen.
10.07.2026, 06:1010.07.2026, 06:23

Erling Haaland ist bei dieser Weltmeisterschaft das «Shining New Toy» – also wörtlich übersetzt das glänzende neue Spielzeug. Der 25-jährige Norweger bestritt zuvor noch nie eine WM und verpasste auch die Qualifikation für die Europameisterschaft zweimal. Doch jetzt ist er auf der grössten Bühne im Fussball angekommen. Und wie.

Sieben Tore hat er in seinen bisher vier Spielen erzielt. Im WM-Achtelfinal gegen Brasilien schoss er sein Land mit zwei Toren fast im Alleingang zum 2:1-Sieg. Kein Wunder, ist das Interesse am bulligen Mittelstürmer vor dem Viertelfinal gegen England riesig. Google ehrte ihn mit einem Spezial-Feature bei seiner Suchmaschine. Und bei der norwegischen Pressekonferenz drängelten sich so viele Journalisten und Fotografinnen, dass Teamkollege Kristian Thorstvedt gar von «Tumult» sprach.

Wer Erling Haaland googelt, kann den Wikingern beim Rudern zusehen.
Wer Erling Haaland googelt, kann den Wikingern beim Rudern zusehen.

Haaland selbst freute sich darüber, da dies «normalerweise bedeutet, dass man etwas richtig macht und dass das eigene Land etwas richtig macht». Das kann man wohl so sagen: Noch nie zuvor stand Norwegen in einem WM-Viertelfinal. Ohnehin sind die Skandinavier erst zum vierten Mal dabei, haben im dritten Anlauf nun erstmals ein K.o.-Spiel gewonnen.

«Mit Norwegen im Viertelfinal zu stehen, ist sogar für mich überraschend.»
Erling Haaland

Davon zeigte sich selbst der Superstar des Teams überrascht. «Ich habe das nicht erwartet. Schon vor dem Brasilien-Spiel habe ich das gesagt», so Haaland, «mit Norwegen im Viertelfinal zu stehen, ist sogar für mich überraschend.» Verrückt sei es gewesen, mit seinem Land gegen den Rekordweltmeister zu spielen. Dann gar zu gewinnen und nun auf das Mutterland des Fussballs zu treffen, sei ebenfalls speziell. «Wenn du dir die Bilder aus Norwegen anschaust, merkst du: Das ist nicht normal für uns.»

In der Heimat ist eine riesige Fussballeuphorie ausgebrochen. Aber auch in Nordamerika rund um die Spiele sorgen die Norwegerinnen und Norweger für grandiose Stimmung. Mit ihrem Wikinger-Rudern haben sie ähnlich wie die Isländer vor zehn Jahren an der EM mit dem Viking Clap weltweit für Begeisterung gesorgt. Neben der Schweiz sind sie der sympathische Aussenseiter im WM-Viertelfinal – wobei Haaland, Martin Ödegaard und Co. sich wohl noch etwas grösserer Beliebtheit erfreuen.

Video: watson

Dass Norwegen erneut als Underdog ins Spiel geht, scheint Haaland zu gefallen. Ob der Druck bei England liege, wird der ManCity-Star gefragt, und ob sein Team davon profitieren könne. «Definitiv», antwortet Norwegens Rekordtorschütze (62 Tore in 54 Spielen). Die Chance auf den WM-Titel sei für Norwegen noch immer sehr klein, während England zu den klaren Favoriten gehöre. «Also solltet ihr den Engländern allen Druck der Welt auferlegen», fügte Haaland mit einem verschmitzten Lächeln in Richtung der Journalistinnen und Journalisten an.

«Sie sollten zuversichtlich sein, weiterzukommen. Es ist schliesslich England.»
Erling Haaland

Schon im Verlauf des Turniers stapelte Haaland wiederholt tief. Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Frankreich sagte er: «Frankreich wird vermutlich gegen uns gewinnen. Wahrscheinlich gewinnen sie das ganze Turnier.» Bei der 1:4-Klatsche sass er dann wie fast alle Stammspieler der Norweger auf der Bank. Vor dem Achtelfinal gegen Brasilien schwärmte er von einer grossen Fussballnation mit den besten Spielern der Welt. «Ich liebe Brasilien!», sagte Haaland, bevor er den Rekordweltmeister aus dem Turnier beförderte.

Das Duell gegen England wird für den Sohn von Ex-Premier-League-Profi Alf-Inge Haaland nun doppelt speziell. Schliesslich ist er in Leeds geboren und spielt jetzt für Manchester City. Bei den Three Lions stehen in John Stones, Marc Guéhi, Nico O'Reilly und Ersatzgoalie James Trafford gleich vier seiner Teamkollegen im Kader. «Es wird ein sehr spezielles Spiel für mich», sagt Haaland und erklärt mit Blick auf den Gegner: «Sie sollten zuversichtlich sein, weiterzukommen. Es ist schliesslich England.»

Ob dieser Trick auch gegen England aufgeht? Das wird sich am Samstagabend (23 Uhr Schweizer Zeit) zeigen.

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