Drama um Oranje-Torhüter Verbruggen: Vom Save des Turniers zum Elfmeter-Eigentor
Es war die Nacht der grossen Dramen. Nachdem die deutsche Nationalmannschaft im Elfmeterschiessen blamabel gegen Paraguay verloren hatte, kam es nur wenige Stunden später zwischen Marokko und den Niederlanden zum nächsten Krimi.
Oranje führte nach einem Treffer von Cody Gakpo seit der 72. Minute und war dem Achtelfinal ganz, ganz nah. Zwar war Marokko das deutlich bessere Team, scheiterte aber entweder an der Torumrandung oder an Torhüter Bart Verbruggen. Erst in der Nachspielzeit musste sich der niederländische Schlussmann doch noch geschlagen geben und Issa Diop rettete den WM-Halbfinalisten aus dem Jahr 2022 in die Verlängerung.
In dieser wurde Verbruggen mit dem womöglich besten Save des gesamten Turniers zum zwischenzeitlichen Helden. Soufiane Rahimi stand nach einer schönen Einzelleistung plötzlich alleine vor dem niederländischen Tor, aber Verbruggen reagierte glänzend und verhinderte so, dass die Niederlande in Rückstand gerieten. In der gesamten Verlängerung spielte das Team von Bondstrainer Ronald Koeman darauf, sich in das Elfmeterschiessen zu retten. Marokko dominierte und hatte über 80 Prozent Ballbesitz.
Der Plan der Niederländer ging vorübergehend auf und es kam zur Entscheidung vom Punkt aus. Diese startete für den WM-Finalisten 2010 blendend und Marokko-Akteur Neil El Aynaoui haute den ersten Elfmeter an den Pfosten.
Als Zweites trat Soufiane Rahimi für die Marokkaner an und im ersten Moment schien es, als wäre erneut Verbruggen der grosse Sieger. Doch der Schlussmann beförderte den Ball auf skurrile Art und Weise mit seinem Fuss noch selbst hinter die Linie.
The fact that he tried to save it again after it creeped in makes it even more pathetic💔😭😭pic.twitter.com/8JOT9Qtfkx https://t.co/wqSqcALofN
— AB⚕ (@AbsoluteBruno) June 30, 2026
Von da an schien sich das Momentum zu drehen. Kurze Zeit später parierte Marokko-Goalie Bono den Versuch von Crysencio Summerville mit bloss einer Hand und das, ohne zu hechten. Es war die Vorentscheidung, denn Ismaël Saibari zeigte keine Nerven und verwandelte souverän. Verbruggen blieb chancenlos.
Der 23-Jährige parierte zwar während 120 Minuten fünf von sechs Schüssen und sorgte für den Save dieser Weltmeisterschaft. Am Ende wird ihm aber vor allem der Elfmeter im Gedächtnis bleiben, den er eigentlich sicher hatte, aber doch noch selbst über die Linie beförderte.
Zum dritten Mal hintereinander scheiterten die Niederlande an einer Weltmeisterschaft erst im Elfmeterschiessen. 2014 im Halbfinal und 2022 im Viertelfinal jeweils gegen Argentinien hatte Oranje die schwächeren Nerven. Nun geht das Elfmeter-Trauma für die Niederländer mindestens vier Jahre weiter.
