Ungläubige Gesichter: Wieder enttäuscht Deutschland an einer WM.Bild: SHAWN THEW
«Deutschland ist nicht mehr Deutschland»: So reagieren die Medien auf das peinliche WM-Aus
Die Presseschau nach dem WM-Out von Deutschland im Penaltyschiessen gegen Paraguay.
Inhaltsverzeichnis
Deutschland
Bild
«Ausgerechnet im ersten WM-K.o.-Spiel seit dem Titel 2014 zeigt die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann über weite Strecken eine absolute Nicht-Leistung. Langsam. Langweilig. Lethargisch. Es ist der nächste deutsche Fussball-Albtraum!»
quelle: bild.de
Spiegel
«Wer gegen diesen Gegner ausscheidet, hat in der Weltspitze nichts zu suchen»
«Die deutsche Nationalmannschaft erlebt ihr nächstes WM-Debakel. Gegen ein limitiertes Paraguay fiel dem DFB-Team sehr wenig ein – und dann versagten drei Spielern im Elfmeterschiessen die Nerven.
Torhüter Manuel Neuer konnte einen Schuss abwehren, doch auch das passte zu diesem Turnier. Es war insgesamt viel zu wenig.»
Torhüter Manuel Neuer konnte einen Schuss abwehren, doch auch das passte zu diesem Turnier. Es war insgesamt viel zu wenig.»
quelle: spiegel
Die Zeit
«Es fiel kaum jemandem was ein. Die deutsche Elf hat es in den 120 Minuten von Boston nicht geschafft, gegen dauerverteidigende Südamerikaner so viele Gelegenheiten herauszuspielen, dass es irgendwann einfach eine Frage der Zeit sein musste, bis auch mal Bälle ins Tor fallen. Stattdessen im Spiel: die grosse Einfallslosigkeit. Wenig Tempo, kaum Ideen oder Präzision.»
quelle: zeit
Sportschau
«Es ist Zeit für einen neuen Bundestrainer.»
«Es stecke in der DNA des deutschen Fussballs, immer den Gewinn des Titels anzustreben, wurde vor ein paar Tagen noch gesagt. Mag sein, aber eine gesunde Selbsteinschätzung täte dem deutschen Fussball nach nun drei im Ergebnis gruseligen Weltmeisterschaften gut.
Insofern wäre ein Neuanfang auf der Position des Bundestrainers ratsam. Julian Nagelsmann ist keiner für Bescheidenheit, keiner für einen perspektivischen Aufbau, der zumindest mal vier Jahre im Voraus plant statt nur zwei bis zum nächsten grossen Turnier.»
Insofern wäre ein Neuanfang auf der Position des Bundestrainers ratsam. Julian Nagelsmann ist keiner für Bescheidenheit, keiner für einen perspektivischen Aufbau, der zumindest mal vier Jahre im Voraus plant statt nur zwei bis zum nächsten grossen Turnier.»
quelle: sportschau
Kicker
«Ein Armutszeugnis für Fussball-Deutschland – und Nagelsmann.»
«Zum dritten Mal in Folge verpasst die DFB-Auswahl das Achtelfinale einer WM, das ist ein Armutszeugnis und ein Beleg, dass sich Deutschland im Fussball mehr und mehr von der Weltspitze entfernt. Die Gründe sind vielschichtig, und man würde es sich viel zu einfach machen, wenn man allein Julian Nagelsmann für das Scheitern verantwortlich machen würde. Ein Armutszeugnis ist dieses frühe Aus freilich auch für den Bundestrainer, der es mit seinen unverständlichen Personal- und Strategieentscheidungen versäumt hat, das Bestmögliche aus den verfügbaren Möglichkeiten herauszuholen.
Nach dem WM-Fiasko aber gibt es keine Argumente für eine Weiterbeschäftigung von Nagelsmann, der noch einen Vertrag bis 2028 besitzt.»
Nach dem WM-Fiasko aber gibt es keine Argumente für eine Weiterbeschäftigung von Nagelsmann, der noch einen Vertrag bis 2028 besitzt.»
quelle: kicker
England
The Sun
«Deutschland wird das Gefühl haben, dieses Schicksal nicht verdient zu haben – aber wirklich beschweren kann es sich nicht. Trotz der grossen Dominanz machte Deutschland den erschreckenden Eindruck eines torkelnden Betrunkenen, der in einer Bar herumtaumelt.»
quelle: the sun
The Guardian
«Selbst in einem Spiel wie diesem vollbringt die Weltmeisterschaft seltsame und auf düster-wunderbare Weise faszinierende Dinge. Über 120 Minuten hinweg gaben diese beiden Mannschaften insgesamt sechs Torschüsse ab. Über weite Strecken schien sich das gesamte Spektakel zu einer seltsam unausblendbaren sportlichen Migräne verdichtet zu haben – einer unheilbaren noch dazu –, bestehend nur aus Licht und Ton und einer grossen grünen Fläche mit sich bewegenden Silhouetten, quälenden Mustern, endlosen gestauchten Zehen und falschen Fährten. Und doch fühlte es sich am Ende episch an.»
quelle: the guardian
The Athletic
«Eine Katastrophe für Deutschland. Auch wenn sie diesmal die Gruppenphase überstanden haben, ist dies doch in jeder Hinsicht ein ebenso grosser Misserfolg wie 2018 und 2022. Die Folgen werden ebenso schwerwiegend sein wie die Kritik seitens der Presse und der ehemaligen Spieler, denen im Fernsehen eine so grosse Stimme eingeräumt wird.»
quelle: the athletic
Italien
Gazzetta Dello Sport
«Deutschland, was für ein Flop!»
«Die Deutschen, die bei den letzten beiden Weltmeisterschaften bereits in der Gruppenphase ausgeschieden waren, sind zwar einen Schritt weiter gekommen als 2018 und 2022, konnten aber die Prognosen nicht erfüllen, die sie als Favoriten gegen die Südamerikaner sahen, die mit grossem Herz auf den Platz gingen und entschlossen waren, um jeden Ball zu kämpfen.»
quelle: gazzetta dello sport
Frankreich
L'Équipe
«Es ist die bislang grösste Überraschung des Turniers. Obwohl die Paraguayer während des gesamten Spiels in puncto Ballbesitz unterlegen waren, kämpften sie verbissen darum, die deutschen Pläne zu durchkreuzen. Unter grossen Schwierigkeiten überstanden sie die Verlängerung und schafften es bis zum Elfmeterschiessen. Dort wird Deutschland für seine fruchtlose Dominanz bestraft.
Das ist ein weiterer herber Rückschlag für die Nationalmannschaft, die bereits bei den letzten beiden Turnieren in der ersten Runde ausgeschieden war.»
Das ist ein weiterer herber Rückschlag für die Nationalmannschaft, die bereits bei den letzten beiden Turnieren in der ersten Runde ausgeschieden war.»
Spanien
Marca
«Deutschland ist nicht mehr Deutschland.»
«Deutschland ähnelt Deutschland immer weniger. Das Ausscheiden ist angesichts der Geschichte des Nationalteams eine Überraschung, doch wenn man ihren Verlauf bei dieser Weltmeisterschaft betrachtet, ist es weniger überraschend. Nagelsmanns Mannschaft zeigte nie jenen Kampfgeist und jene Überlegenheit, die Deutschland sonst immer ausgezeichnet haben. Abgesehen vom Kantersieg gegen Curaçao waren sie nicht besser als die Elfenbeinküste, und obwohl sie sich bereits qualifiziert hatten, hinterliessen sie gegen Ecuador einen schlechten Eindruck. Gegen Paraguay, das genau das tat, was es tun musste, bestätigte sich ihr Einbruch.»
quelle: marca
Paraguay
La Nacion
«Eine heroische paraguayische Mannschaft, voller Mut und mit unbändigem Kampfgeist, getragen von der typisch paraguayischen Leidenschaft, die sie in jedem Stadion auszeichnet, vollbrachte die Sensation: Sie warf den viermaligen Weltmeister Deutschland aus der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika und zog ins Achtelfinale ein. Torhüter Orlando Gill parierte im Elfmeterschiessen zwei Strafstösse und wurde damit zu einem der Helden der Albirroja.»
ABC Color:
«In einer Nacht voller Dramatik, heldenhafter Momente und bewundernswerter körperlicher Hingabe schrieb die paraguayische Fussballnationalmannschaft eines der glorreichsten Kapitel ihrer jüngeren Geschichte: Im Gillette Stadium warf sie Deutschland im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft nach einem nervenaufreibenden Elfmeterschiessen aus dem Turnier.»
(nih)
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