Spektakel ohne Tore – Belgien kommt gegen den Iran nicht über Nullnummer hinaus
Belgien startete als haushoher Favorit in die WM-Gruppe G mit Ägypten, Iran und Neuseeland. Nach zwei Partien gegen Ägypten (1:1) und den Iran (0:0) warten die Belgier aber weiter auf den ersten Sieg. Dass die Belgier als Weltnummer 9 gegen Aussenseiter nicht gewinnen, liegt primär an der Offensive. In den ersten 180 Turnierminuten erzielte Belgien noch kein Tor. Das 1:1 gegen Ägypten verdankten die Europäer einem Eigentor.
Dabei ist Belgiens Angriff mit Romelu Lukaku (Napoli), Kevin De Bruyne (Napoli) oder Leandro Trossard (Arsenal) vorzüglich besetzt. Aber die Belgier, einst für ihre Offensive weltweit gefürchtet, erzielen an Endrunden keine Tore mehr. Schon an der Europameisterschaft 2024 in Deutschland gelangen den roten Teufeln in vier Spielen bloss zwei Tore. Und an der WM 2022 in Katar war es gar nur eines in auch vier Spielen.
Chancen boten sich Belgien gegen den Iran doch einige. Die grösste in der 59. Minute Verteidiger Maxim De Cuyper (Brighton), der aus kürzester Distanz am am Boden liegenden Goalie Alireza Beiranvand (33) scheiterte. Bisland wohl die beste Parade dieser WM.
Keeper Beiranvand – beim 2:2 gegen Neuseeland noch nicht über alle Zweifel erhaben – entpuppte sich als bester Spieler auf dem Rasen. Beiranvand spielte einst in Belgien bei Antwerpen. Er parierte schon einen Elfmeter von Cristiano Ronaldo und hält Weltrekord für den weitesten Auswurf (über 61 m) und den weitesten Drop-Kick (über 78 m).
Chancen hatten aber auch die Iraner. Zweimal prüfte Stürmer Mehdi Taremi den belgischen Keeper Thibaut Courtois, der aber beide Male glänzend parierte. Zudem wurde dem Iran in der ersten Halbzeit ein Tor nach einer genialen Freistossvariante durch den VAR aberkannt. Der Entscheid war korrekt: Taremi stand knapp im Abseits.
Die letzte halbe Stunde bestritt Belgien in Unterzahl, weil Nathan Ngoy für ein Foulspiel als hinterster Mann nach einem dilettantischen Ballverlust die Rote Karte sah.
Das Telegramm
Belgien - Iran 0:0 (0:0)
Inglewood. - 70'317 Zuschauer (ausverkauft). - SR Herrera (ARG).
Belgien: Courtois; Meunier (58. Castagne), Ngoy, Mechele, De Cuyper; Raskin (58. Vanaken), Tielemans; Saelemaekers (58. Lukébakio), De Bruyne (87. Fernandez-Pardo), Trossard; Lukaku (73. Theate).
Iran: Beiranvand; Kanani, Khalilzadeh, Nemati; Hardani (46. Jahanbakhsh), Hajisafi (66. Mohammadi); Rezaeian, Ghoddos (79. Moghanloo), Ezatolahi (85. Hosseinzadeh), Mohebbi (66. Torabi); Taremi.
Bemerkungen: 66. Rote Karte gegen Ngoy. Verwarnungen: 3. Lukaku. 33. Ezatolahi. (pre/sda)
Die Tabelle
- 10 erstaunliche Parallelen zu 2010 – darum wird Spanien (vielleicht) wieder Weltmeister
- Die ikonischen Jubel der grossen Fussballstars – und was dahintersteckt
- Darüber singen die Fussballer in den Nationalhymnen am häufigsten
- WM-Doppelpacker Brian Brobbey – einst Bundesliga-Flop und nun bald Kane-Backup bei Bayern?
