Elvedi und Kobel gehören zu den Nati-Gewinnern – es gibt aber auch vier Enttäuschungen
Die Gewinner
Nico Elvedi
Vor zwei Jahren an der Europameisterschaft in Deutschland ohne Einsatz geblieben, gehört Nico Elvedi wieder zur Schweizer Stammformation und ist wohl so wichtig wie zuvor noch nie.
Mit seiner souveränen und zuverlässigen Art in der Innenverteidigung neben Manuel Akanji sorgte Elvedi für die nötige Ruhe in der Abwehr. Im bisherigen Turnier hat kein anderer Spieler so viele Aktionen geklärt wie der 29-Jährige. Zusammen mit Akanji bildet der Gladbach-Akteur das aktuell perfekte Innenverteidiger-Duo der Schweiz.
Gregor Kobel
Nach einem schwierigen Start als Nummer Eins im Nati-Goal ist Gregor Kobel auch endlich im Schweizer Team angekommen. Dank seiner starken Leistungen an der Weltmeisterschaft spricht niemand mehr von Yann Sommer.
Nach einer ordentlichen Gruppenphase blieb der BVB-Goalie in der K.-o.-Phase zweimal hintereinander ohne Gegentreffer. Im Elfmeterschiessen gegen Kolumbien hatte Kobel dann auch noch seinen goldenen Moment, als er den vierten Versuch der Südamerikaner parieren konnte. Auch gegen Argentinien stellte der 28-Jährige sein Können immer wieder unter Beweis. Auf der Torhüterposition muss sich die Nati in den nächsten Jahren gar keine Sorgen machen.
Denis Zakaria
Lange musste sich Denis Zakaria gedulden, aber nun hat er endlich einen Platz in der Stammformation von Murat Yakin gefunden. Der Monaco-Captain wurde gegen Algerien als Rechtsverteidiger eingesetzt und erledigte diese Aufgabe mit viel Bravour.
In den folgenden zwei Partien stand Zakaria jeweils in der Startelf und sammelte genug Argumente, dass er auch in der näheren Nati-Zukunft auf einen Stammplatz hoffen darf.
Johan Manzambi
Zwar startete das Turnier für Johan Manzambi mit einem schwachen Auftritt gegen Katar eher enttäuschend – dafür ging sein Stern danach so richtig auf.
In den nächsten drei Partien war Manzambi an fünf Treffern beteiligt und kämpfte sich in die Startelf. Leider endete die WM für den 20-Jährigen vor dem Achtelfinal gegen Kolumbien, als er sich im Abschlusstraining verletzte. Manzambi ist der grosse Hoffnungsträger der Schweizer Nati in den nächsten Jahren.
Ruben Vargas
Auch Ruben Vargas verletzte sich in dem fatalen Training einen Tag vor dem Achtelfinal-Kracher. Der Flügelspieler konnte aber von der Bank aus eingesetzt werden und erzielte im Elfmeterschiessen den entscheidenden Versuch.
Nach dem ersten Gruppenspiel wurde Vargas gegen Bosnien-Herzegowina zwar auch auf die Bank beordert, war aber mit Manzambi zusammen der goldene Joker. Danach stand der 27-Jährige auch wieder in der Startelf von Murat Yakin bis zum fatalen Training am letzten Montag.
Die Verlierer
Noah Okafor
Die Schweizer Nati und Noah Okafor sind und bleiben ein schwieriges Thema. Nachdem Okafor bereits an der letzten EM ohne Einsatzminuten blieb, musste er sich auch an der WM lange gedulden. Erst als der Sechzehntelfinal gegen Algerien bereits so gut wie vorentschieden war, wurde er eingewechselt. Er sammelte aber keine Argumente für sich und blieb danach ohne weiteren Einsatz. Ist das Tischtuch zwischen Yakin und Okafor mal wieder zerrissen?
Miro Muheim
Welcher Spieler wird Ricardo Rodriguez als Linksverteidiger eines Tages ersetzen? Diese Frage stellt sich in der Schweiz immer wieder, vor allem, weil auch der ewige Rodriguez langsam, aber sicher im Herbst seiner Karriere ist. Ein möglicher Nachfolger wäre eigentlich Miro Muheim – doch der HSV-Akteur zeigte enttäuschende Leistungen.
Im ersten Gruppenspiel war er für den späten Ausgleichstreffer der Kataris mitverantwortlich und konnte auch im weiteren Verlauf des Turniers nicht überzeugen. Das Warten auf einen neuen Linksverteidiger geht weiter.
Silvan Widmer
In der WM-Quali war Silvan Widmer noch Stammspieler und nun bei der Endrunde nur einmal in der Startelf. Der Mainz-Captain startete einzig im Bosnien-Spiel und kam sonst erst in der Schlussphase zum Zug. Der 33-jährige Routinier hat sich von diesem Turnier bestimmt mehr erhofft.
Breel Embolo
Sportlich verlief das Turnier für Breel Embolo zwar nicht enttäuschend. Schliesslich erzielte der Stürmer drei Treffer und bereitete zwei weitere vor. Doch rückblickend wird man vor allem an die Schwalbe im Argentinien-Spiel denken und den darauffolgenden Platzverweis.
