Deutschland und das Nagelsmann-Dilemma: Festhalten oder 14 Millionen Abfindung?
Zum dritten Mal hintereinander kann sich die deutsche Nationalmannschaft nicht für einen WM-Achtelfinal qualifizieren. Im Sechzehntelfinal scheiterte das DFB-Team blamabel im Elfmeterschiessen an Paraguay. Für viele Fans des vierfachen Weltmeisters ist klar, wer der Sündenbock ist: Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Von eigentlich allen Seiten wird eine Entlassung des Trainers gefordert. Doch Nagelsmann stellte nach dem Ausscheiden direkt klar: «Ich möchte weitermachen. Ich stehe zur Verfügung. Ich bin keiner, der wegläuft. Das ist ausgeschlossen.» Der 38-Jährige wird also mit ziemlicher Sicherheit nicht selbst zurücktreten. Besonders finanziell wäre dies alles andere als attraktiv für den Bundestrainer.
Nagelsmann hat noch einen Vertrag bis zur Europameisterschaft in zwei Jahren, welcher seit längerem vorzeitig verlängert wurde. Im Jahr verdient der Trainer bis zu sieben Millionen Euro und sollte er selbst zurücktreten, würde er keine Abfindung erhalten. Für den Deutschen geht es in diesem Fall um bis zu 14 Millionen Euro. Es soll zwar eine Klausel existieren, um den Vertrag zu beenden, diese hätte aber nur bei einem Vorrunden-Aus gegriffen.
Für den deutschen Verband stellt sich in den kommenden Tagen die Frage, ob er an Nagelsmann festhalten soll oder ob er die finanziellen Einbussen auf sich nimmt und einen neuen Bundestrainer sucht. (riz)
