Wieso LeBron James die Lakers wirklich verlässt – und welche Optionen er nun hat
Es ist schwierig, das Vermächtnis von LeBron James bei den Los Angeles Lakers angemessen zu beurteilen.
Einerseits hat er die legendäre NBA-Franchise nach seiner Ankunft im Sommer 2018 aus der Erfolglosigkeit der letzten Jahre innert zwei Saisons zum Meistertitel geführt. Andererseits gab es sonst auch viele Enttäuschungen und er stieg bei den Fans der Lakers nie so richtig in den Legendenstatus auf. Schliesslich gelten beim 17-fachen Meister andere Massstäbe. Und mit Namen wie Magic Johnson, Kobe Bryant oder Kareem Abdul-Jabbar kann James mit Blick auf die Erfolge im Lakers-Trikot schlicht nicht mithalten.
Nach acht Jahren hat die Ära von LeBron James bei den Los Angeles Lakers nun ein Ende. Seine Karriere will der 41-Jährige fortsetzen, aber nicht bei seinem bisherigen Team.
Ein vernichtendes Urteil für die Lakers
Dies liegt zum einen daran, dass er «bedeutungsvolles und konkurrenzfähiges Basketball» spielen möchte, wie ein Vertrauter des vierfachen NBA-MVPs gegenüber ESPN sagte. Es ist eine vernichtende Aussage für sein bisheriges Team. Schliesslich glaubt er demnach nicht, dass die Lakers ein Titelanwärter sind. Obwohl sie sich im Februar 2025 per Trade mit Dallas in Luka Doncic einen weiteren Superstar sicherten.
Der Slowene sollte die Lakers gemeinsam mit James und Austin Reaves zurück zum Erfolg führen. Doch in der ersten gemeinsamen Saison war die 1. Runde der Playoffs die Endstation. Dieses Jahr verpasste Doncic die entscheidende Saisonphase verletzt, James führte die Lakers in die Viertelfinals, doch dort scheiterten sie ohne Sieg an Oklahoma City. Das Kader der Lakers offenbarte weiterhin grosse Schwächen, was auch damit zusammenhängt, dass Doncic und Reaves miserable Verteidiger sind. Um die Baustellen zu beheben, fehlte aber das Geld – was auch am Vertrag von LeBron James lag.
Dieser verdiente in den letzten beiden Jahren insgesamt über 100 Millionen Dollar und belastete die Gehaltsobergrenze ordentlich. Dabei lieferte er zwar immer noch starke Leistungen, war aber nicht mehr so einflussreich wie zu seinen besten Zeiten. Deshalb sind auch die Lakers wohl nicht besonders böse, dass James nun weiterzieht.
Beide Seiten profitieren von der Trennung
Die Verantwortlichen waren nicht mehr bereit, sich nach James zu richten und für die Gegenwart All-In zu gehen. Stattdessen wollen die neuen Besitzer um Mark Walter, die im letzten Jahr zehn Milliarden Dollar (rund 8,18 Milliarden Franken) für die Franchise bezahlten, ein Team aufbauen, das langfristig erfolgreich sein kann. Auch das schien dem «King» nicht zu gefallen, was ebenfalls ein Grund für seinen Weggang sein dürfte. James will ein Team, das alles für sofortigen Erfolg gibt – und die Lakers wollen ihre Zukunft nicht für die Gegenwart riskieren. The Athletic schreibt deshalb, dass «eine Trennung der einzige Weg war, damit beide Seiten bekommen, was sie wollen».
Nun stellt sich die Frage, wo die Karriere von LeBron James weitergeht. Ebenfalls ist noch offen, ob seine 24. Saison in der besten Basketballliga der Welt auch seine letzte sein wird. Gemäss Berichten soll James erst einmal auf Angebote warten. Es gibt jedoch drei klare Favoriten.
Golden State Warriors
Mit dem Team aus San Francisco wurde James schon in der Vergangenheit immer wieder in Verbindung gebracht. Mit Stephen Curry (38), Jimmy Butler (36) und Draymond Green (36) ist die Marschrichtung bei den Warriors klar. Letzterer verzichtete sogar auf seine Option auf ein zusätzliches Vertragsjahr und dürfte nun auf Geld verzichten. Womöglich damit Golden State für James genug Raum unter der Gehaltsobergrenze hat.
James und Curry sind gut befreundet und sprachen schon des Öfteren darüber, gerne mal gemeinsam zu spielen. Mit dem US-Team gewannen sie 2024 gemeinsam Olympia-Gold. Obwohl die Warriors als Favorit auf eine Verpflichtung des Small Forwards gelten, habe das Team noch keine Hinweise darauf bekommen. Um für den einstigen Rivalen zu spielen, auf den James viermal in den NBA-Finals getroffen ist, muss er ein Jahresgehalt von rund 15,1 Millionen Dollar akzeptieren. Doch inwiefern die finanzielle Komponente bei Milliardär James eine Rolle spielt, darf hinterfragt werden.
Cleveland Cavaliers
Es wäre die romantische Option: eine Rückkehr in die Heimat. James ist in Akron, nahe Cleveland, geboren und aufgewachsen. 2003 wurde «The Chosen One» an erster Stelle im Draft von den Cavaliers ausgewählt. 2010 verliess er Cleveland zwar, doch kehrte er 2014 zurück und brachte der Stadt zwei Jahre später den ersten NBA-Titel der Geschichte.
Wie The Athletic berichtet, ist eine Rückkehr auch jetzt eine Option. So warte gar Cavaliers-Guard James Harden darauf, einen neuen Vertrag zu unterschreiben, damit das Team den Spielraum behält, auch LeBron James unter Vertrag zu nehmen. Um James ein ähnliches Gehalt bieten zu können wie Golden State, müsste Cleveland aber noch mindestens einen Spieler loswerden. Ein Vorteil für die Cavaliers ist, dass sie in der schwächeren Eastern Conference spielen.
Miami Heat
Das gilt auch für Miami, ein weiteres Ex-Team von James. Zwischen 2010 und 2014 spielte er bereits für die Heat und gewann zwei Meisterschaften. Miami machte vor Kurzem mit dem Mega-Trade für Giannis Antetokounmpo einen grossen Schritt, um wieder zum Titelanwärter zu werden. Eine Verpflichtung von James würde dabei auch helfen.
Wobei die Heat mit Antetokounmpo und Bam Adebayo schon jetzt zwei schwache Distanzschützen im Team haben. LeBron James hat in der Hinsicht ebenfalls eine schwache Saison hinter sich. Drei unzuverlässige Werfer zu haben, ist in der modernen NBA kein gutes Erfolgsrezept. Miami wäre zudem nur fähig, rund zwölf Millionen Dollar zu bieten.
Ein Überraschungsteam?
Angeblich ist James zum jetzigen Zeitpunkt ziemlich offen. Sein Agent Rich Paul solle mit jedem Interessenten sprechen und ihm dann die Optionen unterbreiten. Es ist also möglich, dass er mit seiner Unterschrift für eine Überraschung sorgt. Dieses Team sollte aber um den Titel spielen können und auch genügend Gehaltsspielraum haben. Das schränkt die Auswahl schon ziemlich ein.
Detroit würde beide Anforderungen erfüllen, auch bei Boston, Minnesota oder Finalist San Antonio ist dies der Fall. Doch will James aus Los Angeles in eine dieser Städte ziehen? Die Antwort wird die Basketballwelt wohl bald bekommen.
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