Sport
Fussball

WM 2026: Gianni Infantino spricht über Iran und Referee Omar Artan

FIFA President Gianni Infantino speaks during a news conference at the stadium in Mexico City, Wednesday, June 10, 2026, a day before the opening FIFA World Cup match between Mexico and South Africa.  ...
Gianni Infantino hat kurz vor dem WM-Start wieder eine Rede gehalten.Bild: keystone

Infantino lobt sich selbst: «Hätte die Iraner persönlich per Bus an die WM gefahren»

10.06.2026, 22:4310.06.2026, 22:44

Kurz vor dem Start der Fussball-WM in Nordamerika hat FIFA-Präsident Gianni Infantino erneut eine Pressekonferenz gegeben. Ganz so aussergewöhnlich irritierend wie vor vier Jahren in Katar, als er sagte, er fühle sich als Qatari, schwul, behindert oder als Arbeitsmigrant, war es dieses Jahr nicht.

Rhetorik-Kurs, Teil VI: Heute üben wir die Kunstpause mit Gianni Infantino

Video: watson/een

Der Schweizer kündigte an, er wolle vorwiegend über Fussball sprechen, konnte es aber nicht lassen, auch andere Themen zu erwähnen. So nahm Infantino unter anderem das Thema der Visa-Probleme der iranischen Mannschaft wieder auf und sprach der FIFA und sich selbst ein Lob aus. «Ich habe im März den Iranern versprochen, sie notfalls auch persönlich mit dem Bus in Teheran abzuholen und an die WM zu fahren», sagte der 56-Jährige. Dieses Versprechen habe er gehalten.

«Wir sind nicht die Könige der Welt»

Tatsächlich: Die iranische Mannschaft darf trotz des aktuell laufenden Krieges mit dem WM-Gastgeber USA für die drei Gruppenspiele aus ihrem Basislager in Mexiko in die Vereinigten Staaten einreisen. «Wer hätte das sonst geschafft?», fragt Infantino.

Zudem sprach der FIFA-Präsident dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan, dem die Einreise in die USA gänzlich verweigert wurde, sein Mitgefühl aus. «Wir versuchen im Hintergrund unser Bestes, aber wir sind nicht die Könige der Welt», erklärt Infantino. Die FIFA könne Staaten nicht vorschreiben, wen sie in ihr Land lassen müssten.

Ticketpreise verteidigt

Dann bat der Sportfunktionär auch um Ruhe und Gelassenheit: «Manchmal ist es gut, sich zu beruhigen und zu entspannen.» Die FIFA versuche stets, Lösungen zu finden, und arbeite an allem. «Manchmal hat es den gegenteiligen Effekt, sofort zu schreien und zu brüllen, anstatt eine Lösung zu finden», klagt der Präsident. Sein Wunsch sei, dass nun alle Fans weltweit während der WM ihre Alltagssorgen für einen Moment vergessen könnten. «Wenn wir das schaffen, ist die WM ein Erfolg.»

Gleichzeitig hat Infantino auch die Strategie der hohen Ticketpreise verteidigt. Der Walliser argumentierte, dass die günstigsten WM-Tickets mit 60 Dollar immer noch deutlich billiger seien als jene der momentan laufenden NBA-Playoffs. «Die WM ist innerhalb von vier Jahren die einzige Möglichkeit für die FIFA, Geld zu verdienen.» Dieses Geld werde dann in den restlichen Monaten des WM-Zyklus auf der ganzen Welt in den Fussball investiert. (abu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026
1 / 124
Die besten Bilder der Fussball-WM 2026

Kolumbiens Jefferson Lerma schreit den Ball an, weil der partout nicht ins Tor geht. Doch es nützt alles nichts …

quelle: keystone / lindsey wasson
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Fussball-WM schauen oder boykottieren? Das sind eure Antworten
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
63 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
John_Doe
10.06.2026 22:47registriert August 2014
Dann soll er jetzt den Somalier abholen, dieser &@#%$
1154
Melden
Zum Kommentar
avatar
EinfachJemand
10.06.2026 22:57registriert März 2019
Jetzt kann ja Gianni sein Versprechen gleich 3x einlösen und die Iraner aus Mexiko in die USA chauffieren.
Hat der eigentlich einen gültigen Ausweis zum gewerblichen Personentransport oder einfach einmal mehr nur eine grosse Schnauze?
784
Melden
Zum Kommentar
avatar
Lior Keller
10.06.2026 23:01registriert März 2026
Gianni hat den Führerschein für gewerbliche Transporte mit dem Bus? Gianni der Busfahrer, der Tausensasa..
574
Melden
Zum Kommentar
63
Französisches Nationalteam flog an der WM in Abschiebe-Jets der ICE-Behörde
Eine Recherche des «Guardian» bringt Frankreichs Nationalteam in Erklärungsnot: Die Franzosen reisten an dieser WM mit Maschinen einer Fluggesellschaft, die einen Grossteil der Abschiebeflüge der US-Einwanderungsbehörde ICE durchführt. Das ist pikant, weil mehrere französische Stars offen gegen genau diese Politik Stellung bezogen haben.
Die Französische Nationalmannschaft nutzte laut «The Guardian» während des Turniers mehrfach Flugzeuge der US-Firma Global Crossing Airlines (GlobalX) – die Firma steht im Zentrum einer Kontroverse, weil es einen grossen Teil der Abschiebeflüge der US-Einwanderungsbehörde ICE abwickelt. Konkret soll das Team von Didier Deschamps die Gesellschaft bei mindestens drei Inlandflügen zwischen seinen Spielorten und dem Trainingsquartier in Boston gebucht haben.
Zur Story