Infantino lobt sich selbst: «Hätte die Iraner persönlich per Bus an die WM gefahren»
Kurz vor dem Start der Fussball-WM in Nordamerika hat FIFA-Präsident Gianni Infantino erneut eine Pressekonferenz gegeben. Ganz so aussergewöhnlich irritierend wie vor vier Jahren in Katar, als er sagte, er fühle sich als Qatari, schwul, behindert oder als Arbeitsmigrant, war es dieses Jahr nicht.
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Der Schweizer kündigte an, er wolle vorwiegend über Fussball sprechen, konnte es aber nicht lassen, auch andere Themen zu erwähnen. So nahm Infantino unter anderem das Thema der Visa-Probleme der iranischen Mannschaft wieder auf und sprach der FIFA und sich selbst ein Lob aus. «Ich habe im März den Iranern versprochen, sie notfalls auch persönlich mit dem Bus in Teheran abzuholen und an die WM zu fahren», sagte der 56-Jährige. Dieses Versprechen habe er gehalten.
«Wir sind nicht die Könige der Welt»
Tatsächlich: Die iranische Mannschaft darf trotz des aktuell laufenden Krieges mit dem WM-Gastgeber USA für die drei Gruppenspiele aus ihrem Basislager in Mexiko in die Vereinigten Staaten einreisen. «Wer hätte das sonst geschafft?», fragt Infantino.
Infantino, sobre la expulsión del árbitro Omar Artan: "No podemos controlar todo. Hay que estar chill y relajarse. Quiero unir al mundo con este Mundial". pic.twitter.com/ecI919jPXX
— Albert Ortega (@AlbertOrtegaES1) June 10, 2026
Zudem sprach der FIFA-Präsident dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan, dem die Einreise in die USA gänzlich verweigert wurde, sein Mitgefühl aus. «Wir versuchen im Hintergrund unser Bestes, aber wir sind nicht die Könige der Welt», erklärt Infantino. Die FIFA könne Staaten nicht vorschreiben, wen sie in ihr Land lassen müssten.
Ticketpreise verteidigt
Dann bat der Sportfunktionär auch um Ruhe und Gelassenheit: «Manchmal ist es gut, sich zu beruhigen und zu entspannen.» Die FIFA versuche stets, Lösungen zu finden, und arbeite an allem. «Manchmal hat es den gegenteiligen Effekt, sofort zu schreien und zu brüllen, anstatt eine Lösung zu finden», klagt der Präsident. Sein Wunsch sei, dass nun alle Fans weltweit während der WM ihre Alltagssorgen für einen Moment vergessen könnten. «Wenn wir das schaffen, ist die WM ein Erfolg.»
Gleichzeitig hat Infantino auch die Strategie der hohen Ticketpreise verteidigt. Der Walliser argumentierte, dass die günstigsten WM-Tickets mit 60 Dollar immer noch deutlich billiger seien als jene der momentan laufenden NBA-Playoffs. «Die WM ist innerhalb von vier Jahren die einzige Möglichkeit für die FIFA, Geld zu verdienen.» Dieses Geld werde dann in den restlichen Monaten des WM-Zyklus auf der ganzen Welt in den Fussball investiert. (abu)
