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Corona: Das Länderspiel Schweiz – Ukraine findet definitiv nicht statt

Switzerland's forward Haris Seferovic, left, fights for the ball with Ukraine's defender Serhiy Kryvtsov, right, during the UEFA Nations League group 4 soccer match between Ukraine and Switz ...
Szene aus dem Hinspiel in der Ukraine: Seferovic im Luftduell mit Kryvtsov.Bild: keystone

Das Länderspiel Schweiz – Ukraine findet weder heute noch morgen statt

Wegen weiterer Corona-Fälle im Team der Ukraine wurde das letzte Spiel der Schweiz in der Nations League von der UEFA abgesagt. Der Luzerner Kantonsarzt hatte zuvor für Spieler und Staff der Ukraine Quarantäne angeordnet. Der Schweiz winkt ein Forfaitsieg.
17.11.2020, 17:3317.11.2020, 19:17

Das Nations-League-Spiel zwischen der Schweiz und der Ukraine findet definitiv nicht statt. Das meldet der Schweizerische Fussballverband. Das ukrainische Team war vom Luzerner Kantonsarzt wegen mehrerer Coronafälle unter Quarantäne gestellt worden und ist nicht in der Lage, ein Ersatzteam zu stellen. Die Partie hätte um 20.45 Uhr in Luzern ausgetragen werden sollen.

«Das ist wirklich schade. Wir waren bereit und motiviert, dieses Finale zu spielen», sagt Pierluigi Tami, der Direktor der Nationalteams. Die Schweiz sei auch damit einverstanden gewesen, das Spiel um einen Tag auf morgen zu verschieben, so Tami weiter. «Wir wollten unbedingt einen sportlichen Entscheid haben und keinen, der neben dem Platz gefällt wird. Nun müssen wir akzeptieren, wie es ist.»

Die Ukrainer in der Corona-Falle

Vor der 1:3-Niederlage der Ukraine am Samstag in Deutschland waren vier Spieler positiv getestet worden. Am Montag wurden drei weitere Fälle bekannt, und am Dienstag ergaben die Tests von Ruslan Malinowski, Junior Moraes und Sergej Krywzow ein positives Ergebnis. Bei so vielen positiven Tests «ist möglich, dass die aktuell negativen Personen im Verlaufe der Woche positiv werden», begründete der Luzerner Kantonsarzt Roger Harstall die Quarantäne-Massnahme für die gesamte ukrainische Delegation.

Für die Schweiz stand viel auf dem Spiel: Sie hätte einen Sieg benötigt, um nicht aus der höchsten Nations-League-Klasse abzusteigen.

Nun winkt der Schweiz ein 3:0-Forfaitsieg – sofern die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkommission der UFA zum Schluss kommt, dass die Ukrainer die Absage zu verantworten haben. Ordnet die UEFA die Schuld niemandem zu, wird das Ergebnis ausgelost: 1:0, 0:1 oder 0:0. «Einen Entscheid per Los könnte ich nur schwer akzeptieren. Ich erwarte einen Entscheid zu unseren Gunsten. Wir waren bereit, das Spiel zu bestreiten. Wir haben unsere Arbeit richtig gemacht und eine Mannschaft präsentiert, die nur negative Tests abgegeben hat», so Tami.

Europacup als Präjudiz?

Die Möglichkeit einer dritten Option, eine Verschiebung in den Winter oder Frühling, ist zu vernachlässigen. Tami: «Die Zeitfenster für die Nationalteams sind voll. Das ist praktisch unmöglich.» Im März beim nächsten Termin für Nationalmannschaften sind innert sieben Tagen drei Spiele in der WM-Qualifikation angesetzt.

Vielmehr liegt es nahe, mit einem Forfaitsieg für die Schweiz zu rechnen. Zumindest wenn man als Präjudiz betrachtet, was die UEFA in dieser Saison auch schon entschieden hat. In der Qualifikation zur Champions League und Europa League konnten drei Partien nicht gespielt werden, weil ein Team von den örtlichen Behörden wegen Corona-Fällen unter Quarantäne gestellt wurde. In jedem dieser Fälle entschied die UEFA ein 0:3 gegen diese Klubs; darunter war auch Slovan Bratislava, das in der folgenden Runde gegen die Young Boys gespielt hätte. YB traf dann auf Klaksvik von den Färöern.

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Spielen die Ukrainer ein Spiel?

Gemäss den UEFA-Reglementen, die in diesem Sommer eilends aufgestellt wurden wegen der speziellen Corona-Situation, muss ein Klub oder ein Verband antreten, wenn ihm 13 Spieler (inklusive ein Torhüter) zur Verfügung stehen. Die Idee, irgendwelche Junioren-Internationale oder Spieler aus der heimischen Liga einzufliegen, verwarfen die Ukrainer offenbar im Verlaufe des Nachmittags und informierten die UEFA darüber, dass es nicht möglich sei, ein Team aufzustellen – auch nicht für den Mittwoch.

Der SFV stand ebenfalls im Kontakt mit dem ukrainischen Verband. Die Lösung, ein Ersatzteam aufzubieten, hätten die Ukrainer «nicht seriös» in Betracht gezogen, sagte Tami. Dahinter vermuten sie beim Schweizer Verband eine Strategie. Dass die Ukrainer nämlich den Schwarzen Peter aufgrund der behördlich angeordneten Quarantäne den Schweizern zuschieben. Es ist abzusehen, dass nun die Juristen den Kampf um den Platz in der Liga A ausfechten. «Das Spiel wird auf einer anderen Ebene entschieden», so Tami. Er hoffe aber, «dass wir in wenigen Tagen oder Wochen einen Entscheid haben». (ram/sda)

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