Ronaldo prahlt nach WM-Aus: «Habe 3 Titel für Portugal gewonnen, vor mir gab es keinen»
Für Portugal ist die WM nach einer 0:1-Niederlage im WM-Achtelfinal gegen Spanien beendet. Und damit wohl auch die Weltmeisterschafts-Karriere von Cristiano Ronaldo. Der 41-jährige Portugiese brach nach dem Ausscheiden wie schon vor vier Jahren noch auf dem Feld in Tränen aus und konnte diese auch in den Katakomben nicht verbergen.
«Es war tatsächlich meine letzte Weltmeisterschaft, ja», sagte Ronaldo danach, um später etwas zurückzurudern: «Höchstwahrscheinlich» sei dies seine letzte WM gewesen. In vier Jahren findet das Turnier unter anderem in Portugal statt, der Rekordspieler und -torschütze seines Heimatlands wäre dann aber schon 45 Jahre alt.
— 𑣲⋆ (@layzhmid) July 6, 2026
Ob er seine Karriere im Nationalteam noch fortsetzen würde, liess Ronaldo hingegen offen. «Was den Rest angeht – ich werde mir Zeit zum Nachdenken nehmen und Zeit mit meiner Familie verbringen.» Er wolle keine überstürzten Entscheidungen treffen, so ein enttäuschter Ronaldo, der erklärte: «So auszuscheiden macht mich traurig. Aber ich habe mein Bestes gegeben.»
Während des Turniers hatte seine Schwester Katia Aveiro gemutmasst, dass Ronaldo nach der WM aus dem Nationalteam zurücktreten würde und sich auf eine «sehr vertrauenswürdige Quelle» bezogen. So kurz nach dem Ausscheiden gegen Spanien wollte er sich aber nicht entscheiden.
An seiner Stimmung ändere seine WM-Bilanz nichts, erklärte Ronaldo, der am laufenden Turnier drei Tore erzielte. Seit dem Halbfinaleinzug 2006 erreichte Portugal nur noch einmal den Viertelfinal. Doch 2016 gewann Ronaldo mit der Seleçao die Europameisterschaft. «Der Titel hat für mich dieselbe Bedeutung wie eine WM», sagte Ronaldo, der klarstellte: «Ich habe für Portugal drei Titel gewonnen, vor Cristiano hat Portugal keinen Titel gewonnen. Ich kann also nur glücklich sein.» Neben der EM gewannen Ronaldo und Co. zweimal die Nations League.
🚨🏆 Cristiano Ronaldo: “I’ve won Euro 2016 and for me it has same dimension as the World Cup”.
— Fabrizio Romano (@FabrizioRomano) July 6, 2026
“That remains forever. Tomorrow is a new day, and we go”. pic.twitter.com/Dk9XIsHaiY
Zum Auftritt seines Teams gegen Spanien sagte der Portugiese: «Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir hätten noch besser spielen können, aber Spanien gehört zu den Besten und wird den Final erreichen oder diesem zumindest nahekommen.» Als Nächstes trifft Spanien im WM-Viertelfinal auf den Gewinner des Spiels zwischen den USA und Belgien.
Während Ronaldo, der bei Al-Nassr in Saudi-Arabien noch bis 2027 unter Vertrag steht, seine Zukunft bei Portugal offenliess, erklärte Trainer Roberto Martinez seinen sofortigen Abschied. «Ich bin nach Portugal gekommen, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen – und ohne den Titel macht es keinen Sinn, weiterzumachen», sagte Martinez. «Vorstand und Präsident haben nun die Möglichkeit, einen neuen Trainer auszuwählen. Der Präsident hat meine Arbeit immer unterstützt, aber mein Vertrag läuft heute aus. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.»
Der Spanier übernahm Portugals Nationalteam nach der WM 2022, die im WM-Viertelfinal gegen Marokko endete. Bei der EM scheiterte Portugal dann erneut im Viertelfinal an Frankreich, 2025 führte Martinez die Portugiesen aber immerhin zum Gewinn der Nations League. Bei der Einstellung von Roberto Martinez spielte eine grosse Rolle, dass er Ronaldo einen Platz in der Startformation garantierte. Ob der nächste portugiesische Nationaltrainer diese Entscheidung auch treffen muss, ist zurzeit offen.
