Todesstoss in der Nachspielzeit – Spanien beendet Ronaldos WM-Traum
Und dann, als alle mit einer Verlängerung rechnen, schlägt es doch noch im Netz hinter dem portugiesischen Goalie Diogo Costa ein. Es ist eben die Nachspielzeit angebrochen, da spielt Ferran Torres in den Lauf von Mikel Merino, der sicher zum Siegtreffer einschiesst. Für einmal ist die ansonsten hervorragend organisierte Abwehr der Lusitaner unaufmerksam.
Der Treffer ist verdient, hatte sich aber zunehmend weniger abgezeichnet. In einer immer vorsichtiger geführten Partie waren Höhepunkte in der zweiten Halbzeit rar. Die Spanier kombinierten sich regelmässig stilsicher in die gefährliche Zone. Dort aber fehlte ein eigentlicher Strafraumstürmer, der mit den guten Bällen etwas hätte anfangen können. Man mag sich kaum vorstellen, wie gefährlich diese Spanier mit einem Erling Haaland oder Harry Kane in ihren Reihen wären.
Ende der WM-Karriere von Ronaldo
Die Portugiesen hingegen fanden im Spiel nach vorne kaum noch statt. Ein Gegentor, es wäre das erste bei dieser WM gewesen, lag für die Spanier kaum in der Luft. Auch Cristiano Ronaldo hing so im luftleeren Raum und bekam – und holte sich – kaum brauchbare Bälle. Die WM-Karriere des 41-Jährigen dürfte damit eher unscheinbar zu Ende gegangen sein, der WM-Titel wird in seinem Palmarès fehlen.
Spanien bestätigt sich hingegen als einer der Topfavoriten, weil es im Mittelfeld und in der Abwehr extrem sicher steht. Was fehlt, ist ein wenig der Zug zum Tor. Der nächste Test erfolgt im Viertelfinal gegen den Gastgeber USA oder Belgien.
Erste Halbzeit mit mehr Torszenen
In der ersten Hälfte hatten sich die beiden Schwergewichte des europäischen Fussballs auf sehr hohem Niveau mehrheitlich neutralisiert. Die Spanier führten im Mittelfeld wie erwartet die feinere Klinge und kombinierten sich mehrmals gefährlich in den Strafraum. Die frühe Führung verpassten sie aber. In der 8. Minute verzog Mikel Oyarzabal alleine vor Diogo Costa, acht Minuten später wehrte der in Rothrist im Kanton Aargau geborene Goalie der Portugiesen gegen Lamine Yamal und den Nachschuss von Alex Baena.
Die Portugiesen taten sich gegen das spanische Pressing schwer mit einem geordneten Spielaufbau und versuchten es mit langen Bällen auf die Flügel. Das führte zu einer Doppelchance von João Felix und Cristiano Ronaldo, die beide an Unai Simon scheiterten (37.), und einen wuchtigen Schuss von Nuno Mendes, den Pedro Porro gefährlich an die eigene Latte ablenkte (41.).
Portugal - Spanien 0:1 (0:0)
Arlington. - 70’649 Zuschauer. - SR Taylor (ENG).
Tore: 91. Mikel Merino (Ferran Torres) 0:1.
Portugal: Diogo Costa; João Cancelo (71. Diogo Dalot), Rúben Dias, Renato Veiga, Nuno Mendes (56. Nélson Semedo); Vitinha (83. Bernardo Silva), João Neves; Pedro Neto (83. Francisco Conceição), Bruno Fernandes, João Félix (71. Rafael Leão); Cristiano Ronaldo.
Spanien: Unai Simón; Pedro Porro, Pau Cubarsí, Aymeric Laporte, Marc Cucurella; Rodri, Pedri (85. Fabián Ruiz); Lamine Yamal, Dani Olmo (85. Mikel Merino), Álex Baena (75. Ferran Torres); Mikel Oyarzabal (97. Borja Iglesias).
Bemerkungen: Verwarnungen: 89. Bernardo Silva. 94. Renato Veiga. 98. Ferran Torres. (abu/sda)
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