Sport
Homosexualität

Beachvolleyballer Leo Dillier outet sich öffentlich als schwul

Leo Dillier
Leo Dillier outet sich öffentlich als schwul.Bild: moor media

«Möchte Menschen inspirieren»: Beachvolleyballer Dillier outet sich öffentlich als schwul

Seit mehreren Jahren gehört Leo Dillier zu den besten Beachvolleyballspielern der Schweiz. Jetzt hat sich der 25-Jährige entschieden, einen grossen Schritt zu gehen, und sich öffentlich als schwul geoutet.
14.08.2026, 09:4914.08.2026, 09:54

Erst vor einem Tag ging für den Beachvolleyballer Leo Dillier die Beachvolleyball-EM in Polen zu Ende. Dillier hat kurz nach dem Aus in einer offiziellen Medienmitteilung seine Homosexualität öffentlich gemacht.

In einem Video erklärt der 25-jährige Spitzensportler: «Im Spitzensport gibt es einen gewissen Stereotypen: So muss ein Athlet sein, damit er performen kann. Das hat mir sehr zu schaffen gemacht, weil ich nicht ganz reinpasste, weil ich ein bisschen anders war.» Ausserdem stellt Dillier klar, dass im Spitzensport – vor allem bei den Männern – noch immer abwertend über Homosexualität gesprochen wird: «Schwulsein wird oft mit einer Schwäche gleichgesetzt. Es gibt extrem wenige Athleten, die über dieses Thema reden.»

In diesem Video outet sich Dillier.Video: watson

Schweizer Männer, welche sich während ihrer Karriere outen, sind noch immer sehr selten. Das wohl berühmteste Beispiel ist der Schwinger Curdin Orlik.

Auf der Beachvolleyball-Tour gibt es noch immer einige Länder, in denen Homosexualität strafrechtlich verfolgt wird und sogar zur Todesstrafe führen kann. «Ich muss mich informieren, wo Homosexualität wirklich gefährlich ist», sagt Dillier in seinem Video. Es sei schon zu Reibungspunkten mit Trainerinnen und Trainern aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten gekommen.

Weiter sagt der Schweizer Meister aus dem Jahr 2022: «Ich brauchte lange, bis ich akzeptierte, dass ich anders bin und dass ich so lieben darf, wie ich möchte.» Dillier möchte mit seinem Coming-out auch als Vorbild auftreten. «Als ich 15 Jahre alt war und extrem gehadert habe, hätte ich mir gerne ein Vorbild im Spitzensport gewünscht, welches gleich ist und mit dem ich mich hätte identifizieren können. Ich hoffe, dass ich damit Leute inspirieren kann.»

Dillier spielt seit 2025 mit Marco Krattiger.
Dillier spielt seit 2025 mit Marco Krattiger.Bild: moor media

Dillier spielt seit 2025 zusammen mit Marco Krattiger und das grosse Ziel des Duos ist es, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren. (riz)

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97 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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In per tuts, tuts per in
14.08.2026 11:11registriert Juli 2020
Für mich ist die sexuelle Orientie mir fremder Personen genauso wenig relevant wie ihr sonstiges Privatleben. Homosexualität sollte längst selbstverständlich sein – ohne grosses öffentliches Thema, aber natürlich auch ohne Verstecken oder Rechtfertigen. Wenn ein Outing anderen Mut macht, ist das positiv. Idealerweise braucht es schlicht keine Nachricht mehr darüber.
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Phuphi
14.08.2026 11:38registriert Juni 2020
Warum sollte es denn eine Schwäche sein wenn man zu seiner sexuellen Orientierung steht. Ich bin männlich, hetero und finde es einfach nur stark wenn ein Mann zu sich und seinen Gefühlen steht anstatt sie wie so viele einfach zu überspielen nur weil sie nicht ins "Normbild" passen. Ich wünsche Dillier weiterhin viel Erfolg im Sport und Glück in der Liebe.
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Snowy
14.08.2026 10:46registriert April 2016
Grande Leo!

Und Ja, solch mutige Männer und Frauen sind - gerade im Spitzensport bei aktiven Sportlern - leider noch immer dringend nötig!

Wir erleben bei den U25 jährigen gerade einen krassen backlash bezüglich der Akzeptanz von Homosexualität - vor allem bei jungen Männern.
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