«Bitte macht es auch zuhause»: Japanische Aufräumaktion kommt nicht überall gut an
Langsam ein gewohntes Bild an den Weltmeisterschaften: Die japanischen Fussballfans zücken nach dem Schlusspfiff ihre Müllsäcke und sammeln den Abfall im Stadion ein. Die Geste, welche in der Welt gefeiert wird, sorgt vor allem in der Heimat für Diskussionen.
Auf X geht ein Beitrag viral, welcher im Stadion Männer zeigt, die im Stadion Müll aufsammeln – im gleichen Bild sieht man denselben Mann, welcher daheim auf dem Sofa am Handy sitzt, während die Wäsche wartet und die Frau den Abwasch macht. Mit diesem Beitrag fordert man, dass japanische Männer zu Hause mehr machen sollen.
日本人男性によるサッカー場でのゴミ拾いが注目されているようだが、日本人男性の家庭内労働時間は国際的にみても極めて低い水準。まず家の中のケア労働を分担してほしい。 https://t.co/lHY3adqPEC pic.twitter.com/otbuLTDOoT
— Atsuko TAMADA (@atsukotamada) June 16, 2026
Die Zahlen stützen die Kritik, denn laut OECD-Daten von 2021 leisten japanische Frauen mehr als drei Stunden unbezahlte Arbeit pro Tag – über fünfmal so viel wie Männer.
Die Meinungen sind gespalten: «Was ist daran peinlich?», zitierte die BBC einen Nutzer – das sei sicherlich besser als Schlagzeilen über Japaner, die im Ausland ihren Müll liegenliessen. Das Vorbild wirkt auf jeden Fall: Zuletzt sammelten auch portugiesische Fans ihren Abfall ein – womöglich inspiriert von den Japanern.
Im Auftaktspiel luchsten die Japaner den Niederländern einen Punkt ab – nun geht es am Sonntag um 06:00 Uhr (Schweizer Zeit) gegen Tunesien um den Einzug in die K.o.-Phase.
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