Werro kommt dem Weltrekord immer näher – und deutet an, was sie dafür braucht
Audrey Werro hat ihren Status als neuer Superstar der Leichtathletik zementiert. Die 22-jährige Freiburgerin gewann am Sonntag beim Diamond-League-Meeting in Paris das Rennen über 800 Meter nicht nur überlegen, sondern erneut auch mit einer fabelhaften Zeit. Mit 1:53,80 verbesserte sie ihren eigenen Schweizer Rekord um 18 Hundertstel und lief so erneut die drittschnellste jemals gemessene Zeit über diese Distanz.
Damit trennen Werro noch 52 Hundertstelsekunden vom Weltrekord von Jarmila Kratochvilova. Die Tschechin lief 1983 die 800 Meter in 1:53,28 – allerdings zu einer Zeit, in der im ehemaligen Ostblock ausgeweitetes Staatsdoping betrieben wurde.
Obwohl die Schweizerin betont, dass ihr der Weltrekord noch nicht wichtig ist, orientierte sie sich bei ihrem Auftritt in Paris an dieser Zeit. Die Weltrekordmarke wurde in Paris auch für die Athletinnen mit LED-Lichtern sichtbar gemacht. «Auf den ersten 100 Metern war ich etwas langsam, danach versuchte ich, den Lichtern hinterherzurennen», erklärt Werro. Aber das sei sehr schwierig gewesen.
Denn was ihr im Gegensatz zu ihrem ersten Diamond-League-Sieg Anfang Juni in Stockholm gefehlt hat, war eine Konkurrentin auf gleichem Niveau. Damals war die Britin Keely Hodgkinson, ihre stärkste Konkurrentin, auch dabei. In Paris lief Werro dagegen in der letzten Runde alleine vor der restlichen Konkurrenz.
«Am Ende des Rennens war ich einsam», bilanzierte Werro und brachte damit auf den Punkt, was es für den nächsten Schritt, für das Knacken des ältesten Weltrekords in der Frauen-Leichtathletik braucht: Keely Hodgkinson oder eine andere Konkurrentin auf gleichem Niveau. «Ideal ist ein Rennen mit einer Tempomacherin und einer Konkurrentin, die ungefähr die gleichen Zeiten läuft», erklärt die 22-Jährige.
Denn sie wisse, dass neben ihr auch Hodgkinson das Zeug habe, den Weltrekord zu brechen. «Und ich fände es gut, wenn es dieses Jahr passieren würde», sagt Werro. Vielleicht klappt es ja auf heimischem Boden bei der Athlétissima in Lausanne (21. August) oder bei Weltklasse Zürich (27. August) oder schon etwas früher bei der Leichtathletik-EM in Birmingham, wo der 800-Meter-Final der Frauen am 14. August stattfindet. (abu)
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