Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Italian MotoGP rider Valentino Rossi of the Movistar Yamaha MotoGP team celebrates during the MotoGP World Championship race at the Losail International Circuit in Doha, Qatar, Sunday, March 26, 2017. (AP Photo/Rafa Marrodan)

Daumen hoch! Valentino Rossi nach dem Grand Prix in Katar. Bild: Rafa Marrodan/AP/KEYSTONE

Der Roger Federer unter den Töff-Piloten – Valentino Rossi jagt weiter Rekorde

Valentino Rossi fährt gleich zum Saisonstart aufs MotoGP-Podest (3.). Er ist also so etwas wie der Roger Federer auf zwei Rädern.

klaus zaugg, doha



Valentino Rossi hat zwar seit 2009 keinen Titel mehr gewonnen. Aber er ist der Weltmeister der Herzen und fährt im Adelsstand der Legende, erhaben über Sieg und Niederlage.

Nach wie vor begeistert er mit seiner Beherrschung der Höllenmaschinen, die auf über 300 km/h beschleunigen. Mit seiner taktischen Schlauheit. Und über allem stehen seine Leidenschaft und sein Mut im Kampf gegen viel jüngere Herausforderer, die noch mehr riskieren.

In der Rolle des grossen, alten Champions, der im goldenen Herbst seiner Karriere Kraft seiner Persönlichkeit, seines Stils, und seiner Klasse über allen Herausforderern steht, ist er mit Roger Federer vergleichbar. Valentino Rossi ist am 16. Februar 38 geworden, Roger Federer wird am 8. August 36.

Italian MotoGP class motorcycle rider Valentino Rossi of Fiat Yamaha team, left, jokes with Swiss tennis player Roger Federer, ahead of the Motorcycle Grand Prix of Portugal, in Estoril, Portugal, Sunday, April 13, 2008. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Valentino Rossi (l.) und Roger Federer bei einem Treffen im Jahr 2008. Bild: PHOTOPRESS

Wie der «Maestro» aus dem Tennis fährt Valentino Rossi längst gegen seine persönlichen Bestmarken. Sein Vertrag bei Yamaha läuft noch bis zum Ende der nächsten Saison. Er ist bis heute 114 Mal als Sieger über die Ziellinie gebraust. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er die ewige Rekordmarke von Giacomo Agostini (122 GP-Siege) erreicht, die für alle Ewigkeit wie die Hockey-Rekorde von Wayne Gretzky schien.

Der Italiener verkörpert nach wie vor als einziger die Eleganz der Rennfahrerei. Er hat den verrückten Sport von Haudegen, die den Geruch von Benzin und verbranntem Gummi nicht aus den Kleidern bringen, aus der Nische des «Wahnsinns» herausgeholt. Und daraus einen weit über die Motorsportkreise hinaus respektierten Sport und ein «Big Business» gemacht. Dabei ist er der bestbezahlte «Asphaltcowboy» aller Zeiten geworden.

Italian MotoGP rider Valentino Rossi and Spanish rider Dani Pedrosa of the Repsol Honda Team make their way during the Moto GP World Championship race at the Losail International Circuit in Doha, Qatar, Sunday, March 26, 2017. (AP Photo/Rafa Marrodan)

Valentino Rossi (vorne) im Kampf gegen die junge, wilde Konkurrenz. Bild: Rafa Marrodán/AP/KEYSTONE

Sein Jahreseinkommen wird auf rund 30 Millionen Franken geschätzt. 10 Millionen bezahlt ihm Yamaha als Salär (Honda bezahlt Weltmeister Marc Marquez die gleiche Summe) – aber bei Rossi kommen noch einmal 20 Millionen mit Werbung dazu. Sein Vermögen dürfte bei 150 Millionen liegen. Damit ist er zwar im Vergleich zu Roger Federer (mehr als 60 Millionen Jahresverdienst, über 500 Millionen schwer) eine eher kleine Nummer, aber unter den Motorsportlern einer der Grossverdiener.

Fixstern am Firmament

Was kann von ihm 2017 erwartet werden? Die Hierarchie in der «Königsklasse» ist flach geworden. Inzwischen gibt es acht bis zehn Piloten, die ein Rennen gewinnen können. MotoGP-Neuling Johann Zarco führte in Katar sechs Runden lang, fuhr die schnellste Rennrunde und stürzte bei Rennmitte, weil er ein paar Zentimeter von der Ideallinie abkam. Technische Einschränkungen (gleiche Elektronik für alle) haben das «Wettrüsten» eingebremst. Es gibt keine technisch unbesiegbaren Maschinen mehr.

Eine neue Generation ist herangewachsen, die früher als alle ihre Vorgänger mit dem Rennsport begonnen und das fahrerische Niveau auf nie gekannte Höhen geschraubt hat. Weltmeister Marc Marquez ist am 17. Februar erst 24 geworden.

From left to right: Italian MotoGP rider Andrea Dovizioso of the Ducati Team MotoGP, Spanish rider Maverick Vinales of the Movistar Yamaha MotoGP and Italian rider Valentino Rossi of the Movistar Yamaha MotoGP pose in the podium after the MotoGP World Championship race at the Losail International Circuit in Doha, Qatar, Sunday, March 26, 2017. (AP Photo/Rafa Marrodan)

Das Podest in der Wüste: Andrea Dovizioso, Sieger Maverick Viñales und Valentino Rossi (v.l.). Bild: Rafa Marrodán/AP/KEYSTONE

Maverick Viñales (22) hat bei seinem Yamaha-Debüt gleich gewonnen. Er ist Valentino Rossis Teamkollege. Eine der grossen Fragen, die uns diese Saison beschäftigen wird: Wann beginnt der «Psychokrieg» von Valentino Rossi gegen seinen Markenkollegen? Eine «Kriegsform», die keiner so gut beherrscht wie der Ehrendoktor der Kommunikation. Noch gibt es keine Anzeichen für eine Auseinandersetzung. Aber was, wenn auf einmal beide eine Chance auf den Titel haben?

So oder so ist und bleibt Valentino Rossi der einzige Fixstern am Firmament. Er kann wahrscheinlich nicht mehr Weltmeister werden, aber nach wie vor einzelne Rennen gewinnen. Gerade bei schwierigen äusseren Bedingungen wie jetzt in Katar, wenn Rennintelligenz zum Schlüsselfaktor wird, ist er nach wie vor der kompletteste Fahrer. Von Rang zehn aus ist er gestern aufs Podest gefahren (3.) und hat dabei Titelverteidiger Marc Marquez (4.) besiegt.

BMW stellt das Motorrad der Zukunft vor

Das könnte dich auch interessieren:

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Kriegsgeschäfte-Initiative abgelehnt

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Tom Lüthi oder das Ende aller gängigen Ausreden

Nach der schwächsten Saison seit dem WM-Titel von 2005 steht Tom Lüthi nicht am Ende seiner Karriere. Aber es ist das Ende aller Ausreden. Mit dem vierten Nuller in Serie (16.) steht er nach dem GP von Portugal ungefähr dort, wo er vor 18 Jahren seine Karriere begonnen hat.

Eine Standortbestimmung mit Statistiken. Also keine Polemik. Am 21. Juli 2002 debütiert Tom Lüthi (34) beim GP von Deutschland mit einem 26. Platz im Training. 18 Jahre später steht er leistungsmässig wieder ungefähr dort, wo alles begonnen hat. Den GP von Portugal beginnt er auf dem 24. Starplatz.

Immerhin: Im Rennen (16.) ist er besser als damals auf dem Sachsenring (33.) und die Schmach einer Niederlage gegen Dominique Aegerter (20.) bleibt ihm beim Saisonfinale erspart. Aber er bleibt zum …

Artikel lesen
Link zum Artikel