IOC hebt Russlands Suspendierung vorläufig auf
Das Internationale Olympische Komitee hat die Sanktionen gegen das Nationale Olympische Komitee Russlands vorläufig aufgehoben. Russische Athleten und Mannschaften dürfen damit wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen – und sich auch für die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles qualifizieren. Voraussetzung ist die Erfüllung der Anti-Doping-Anforderungen.
Jeder russische Athlet muss mehrere Anti-Doping-Tests absolvieren, bevor er wieder starten darf. Die bisherigen Empfehlungen des IOC an die Fachverbände sind damit hinfällig. Wie die Weltverbände mit der Entscheidung umgehen, liegt in deren eigenem Ermessen.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry verwies auf die IOC-Vollversammlung Ende Juni, bei der die Organisation ihre Position zur Neutralität des Sports gestärkt hatte. Der Schritt sei «angesichts unserer neuen strategischen Ausrichtung nur logisch: Wir haben deutlich gemacht, dass wir sicherstellen wollen, dass alle Athleten die Möglichkeit haben, an den Olympischen Spielen teilzunehmen, ohne für die Handlungen ihrer Regierung zur Rechenschaft gezogen zu werden.» Zugleich betonte die Simbabwerin: «Wir haben unmissverständlich klargestellt, dass wir keinerlei Gewalt oder Kriegshandlungen weltweit gutheissen. Und an dieser Haltung werden wir festhalten.»
Olympia-Teilnahme möglich, aber nicht unter eigener Flagge
Unter eigener Flagge und Hymne dürfen russische Sportler bei Olympischen Spielen vorerst nicht antreten. Diese Entscheidung soll zu einem späteren Zeitpunkt fallen. Veranstaltungen in Russland wird das IOC zunächst ebenfalls nicht ausrichten.
Russland begrüsste den Schritt. Sportminister Michail Degtjarjow erklärte auf Telegram: «Das IOC sendet ein klares Signal: Die olympische Bewegung muss frei von Politik bleiben.»
Nach dem Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hatte das IOC Russland und Belarus ausgeschlossen. Im Herbst 2023 suspendierte es das Nationale Olympische Komitee Russlands zusätzlich, nachdem das ROC vier von Russland annektierte Gebiete aufgenommen hatte. Belarus liess das IOC im vergangenen Mai wieder vollständig zu. (abu/t-online.de)
