Droht ManCity weitere Klage? Diese offene Frage ist der Elefant im Raum
Manchester City und die Fussballwelt warten darauf, welche Strafe der Verstoss gegen die Finanzregularien der Premier League in 114 Fällen nach sich ziehen wird. Es wird von einem grossen Punktabzug ausgegangen, dass Titel aberkannt und die Besitzer aus Abu Dhabi zum Verkauf gezwungen werden, scheint ebenfalls möglich. ManCity ist gegen das Urteil in Berufung gegangen.
Nun könnte den Citizens aber weiteres Ungemach drohen. Denn die Untersuchung der Premier League betraf lediglich die Jahre 2009 bis 2018. Immer mehr Verantwortliche im englischen Fussball würden die Liga nun aber dazu drängen, auch die Jahre danach zu untersuchen. Dies berichtet der «Independent».
Die Untersuchungen der Premier League ergaben, dass Manchester City seine Finanzen durch Scheinverträge mit Sponsoren aufgebessert hat. Das Geld kam aber schlicht von den Besitzern, was in dieser Höhe nicht erlaubt war. «Was hat sich über Nacht geändert?», stellte ein Verantwortlicher gegenüber dem englischen Medium die Frage, die sich seit Veröffentlichung des Urteils viele stellten.
Hat Manchester City sich ab 2019 tatsächlich an die Vorgaben der Premier League gehalten? Die Dokumente, welche die Untersuchung der englischen Liga angestossen haben, wurden im November 2018 vom «Spiegel» veröffentlicht. Die Sponsoreneinnahmen von ManCity stiegen im Anschluss weiter. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass die Bilanz auch in der Folge auf unerlaubte Weise geschönt wurde.
In den Augen mehrerer Verantwortlicher seien die offenen Fragen über die Zeit nach 2018 von der Premier League nicht ausreichend adressiert worden. Gleichzeitig sähen es einige auch als Dilemma für das englische Oberhaus. Sollte sich eine weitere Untersuchung wieder über mehrere Jahre ziehen, würde diese wie ein Damoklesschwert über ManCity, aber auch der Premier League schweben.
Andere stellen in Frage, ob es ohne konkrete Beweise wie damals in Form der geleakten E-Mails eine Grundlage für eine weitere Untersuchung gebe. Es bleibt abzuwarten, wie die Premier League mit dem Elefanten im Raum umgeht. (nih)
