Mourinho bestätigt: Eigentlich wäre er bei ManUtd Fergusons Nachfolger gewesen
13 Meistertitel in 26 Jahren – die Ära von Sir Alex Ferguson als Trainer von Manchester United ist unvergleichlich. Umso schwieriger war die Frage, wer den Schotten ablösen soll, um das hohe Niveau zu halten. In einer Netflix-Doku, die ab morgen, Dienstag, verfügbar ist, bestätigt nun José Mourinho: «Ich hatte schon unterschrieben.»
Der Portugiese war damals, im Sommer 2013, nach einer titellosen Saison bei Real Madrid zu haben. Ferguson erinnerte sich, wie die beiden Star-Trainer die Situation besprachen und sich einig waren – bis die Absage kam. «Eines Abends rief er mich an, weinte und sagte: ‹Alex, ich habe Chelsea mein Wort gegeben und werde mein Wort nicht brechen.›» Er habe Mourinhos Grund zwar nachvollziehen können, sei aber trotzdem enttäuscht gewesen, sagte Ferguson.
Aus Liebe zu Chelsea abgesagt
Er habe sich sehr geschmeichelt gefühlt, dass ihm die Nachfolge von Ferguson angeboten wurde, meinte Mourinho, denn Manchester United habe eine unglaubliche Anziehungskraft. «Wenn ich sage, dass Real Madrid der grösste Klub der Welt ist, dann muss ich auch sagen, dass Manchester United sehr, sehr nahe kommt.»
Letztlich habe er auf sein Herz gehört und sei zu Chelsea zurückgekehrt, wo er zwischen 2004 und 2007 tätig war und zwei Meistertitel gewann. «Die Liebe zum Fussball ist eine Sache, die Liebe zu einem bestimmten Verein eine andere», erklärte Mourinho.
«Ich glaube, diese Liebe ist stärker als die Liebe zum Fussball und im Grunde genommen musste ich nach meiner Zeit bei Real Madrid das Gefühl haben, geliebt zu werden.» Er bereue die Entscheidung nicht, betonte der 63-Jährige, der mittlerweile erneut Trainer von Real Madrid ist.
Doch noch bei ManUtd
Bei seinem zweiten Engagement bei Chelsea gewann Mourinho erneut die Meisterschaft – und zu Manchester United kam er später doch noch. Dort hatte statt ihm David Moyes übernommen, doch er konnte sich kein Jahr im Amt halten.
Mourinho wurde dann im Sommer 2016 Trainer der «Red Devils» und gewann die Europa League, den bislang letzten internationalen Titel des Klubs. Doch Meister wurde auch er nicht: Auf den ersten Titel nach der ruhmreichen Ära Ferguson wartet der englische Rekordmeister weiter. (ram)
