«The Special One» ist zurück bei Real Madrid – kann Mourinho es noch?
Zuletzt bei Benfica
José Mourinho wechselte im Sommer zu Benfica – grundsätzlich spielte er mit den Portugiesen eine beeindruckende Saison. Keine einzige Niederlage in der Meisterschaft und trotzdem musste das Team aus Lissabon wegen zwöl Unentscheiden zusehen, wie Erzrivale Porto den Meistertitel holte. Für die Porto-Anhänger wäre das ein unglaubliches No-Go gewesen, wenn Benfica unter der Leitung von José Mourinho den Titel geholt hätte. Denn der Wechsel von Mourinho zu Benfica, galt für viele als Verrat – schliesslich hatte er mit Porto 2004 den Champions-League-Titel gewonnen und sich immer als grosser Porto-Fan bezeichnet. Aus Schweizer Perspektive vergleichbar mit dem Zuber-Wechsel von GC zum FCZ.
Am Ende reichte es für Benfica «nur» für den 3. Platz, nachdem sie gegen Sporting Braga unentschieden spielten und den 2. Platz an Stadtrivale Sporting abgaben
Fenerbahçe – der Verein unter Mourinhos Level?
Bei seiner ersten Pressekonferenz als offizieller Trainer bei Benfica Lissabon teilte der Portugiese gegen den türkischen Klub Fenerbahçe aus. Der Klub sei weder kulturell noch sportlich auf seinem Level gewesen. Für ihn eine klare Fehlentscheidung, zu ihnen zu wechseln, er habe jedoch immer sein Bestes gegeben.
Sportlich verlief seine Zeit bei den Türken eher durchwachsen: In 62 Spielen konnte Mourinho 37 Siege einfahren – doch Titel holte er keine.
AS Roma – Mourinhos Stadt der Liebe
Gemäss eigenen Aussagen war seine Station bei AS Roma die beste Zeit seiner Karriere. Die Atmosphäre, das Stadion, die Fans und sein Team – so etwas habe er noch nie erlebt.
Was ihm bei der AS Rom fehlte, waren die grossen Erfolgsmomente, insbesondere die Champions-League-Qualifikation. In der Meisterschaft kam er nicht über den 6. Platz hinweg. Seine erste Saison bei Roma konnte der Portugiese jedoch mit einem Titel abschliessen, und zwar mit dem Gewinn der ersten Conference League gegen Feyenoord. Dies war zugleich der erste europäische Titel für eine italienische Mannschaft seit Mourinhos Champions-League-Sieg mit Inter 2010.
Comeback bei den Königlichen
Wenn man auf die letzten Jahre zurückblickt, fehlt der einstige Glanz von Mourinho. Real Madrid glänzt momentan auch nicht, wie es das auch schon tat. Die grosse Frage ist: Kann es Mourinho wirklich noch? Wird er die Königlichen aus ihrer misslichen Lage führen können?
Der 63-Jährige trainierte die Madrilenen bereits zwischen 2010 und 2013. Damals konnte er 2011 die Copa del Rey gegen Erzrivale Barcelona gewinnen und 2012 die Meisterschaft für sich entscheiden.
Nun steht der Portugiese vor einer neuen Herausforderung. In dieser Saison gab es für Real Madrid keinen einzigen Titel und besonders der mangelnde Teamzusammenhalt gab einiges zu reden. Zuletzt sorgte die Auseinandersetzung zwischen Valverde und Tchouaméni für Schlagzeilen. Auch Superstar Kylian Mbappé sorgte zuletzt für Ärger. Sehr viele Fans scheinen inzwischen überzeugt zu sein, dass man ohne den Weltmeister besser dran wäre. Gegen ihn wurde sogar eine Online-Kampagne gestartet «Mbappé Out», welche bereits über 1,5 Millionen Personen unterschrieben haben.
Um Real Madrid zum Erfolg zu führen braucht es Autorität – davon hat Mourinho mehr als genug. Aber auf Autorität müssen auch Erfolge folgen. Und die letzten richtigen Erfolge des Portugiesen liegen schon eine Weile zurück.
