Als Arsenal das letzte Mal Meister wurde ...
Die Geburt der «Invincibles»
Für eines der prägendsten Sportereignisse des Jahres 2004 sorgte der FC Arsenal bei seinem letzten Titel selbst. Ungeschlagen holte das Team von Arsène Wenger mit Superstars wie Thierry Henry, Patrick Viera oder Dennis Bergkamp den Premier-League-Titel.
Mit 26 Siegen und 12 Remis bei keiner Niederlage schafften die Londoner ein bis heute nicht mehr wiederholtes Kunststück. Die «Invincibles» waren geboren – dass die Arsenal-Anhängerinnen und -Anhänger derart lange von diesem Erfolg zehren werden müssen, ahnten sie zu diesem Zeitpunkt kaum.
Griechenland wird Europameister
Die Sportsensation des Jahres und wohl eine der grössten überhaupt in der Geschichte des Fussballs: Als Underdog und mit beinahe keinem international bekannten Spieler startete Griechenland in die Europameisterschaft in Portugal. Gecoacht von der deutschen Trainerlegende Otto Rehhagel und mit einer überragenden und solidarischen Defensive (oder ätzendem Bollwerkfussball, je nach Sichtweise) kämpften sich die Griechen unbeugsam wie einst in der Antike mit Mini-Siegen in den EM-Final vor. Dort köpfte Angelos Charisteas sein Land in Ekstase und brachte einen damals 19-jährigen Cristiano Ronaldo sowie ganz Portugal zum Weinen.
Lionel Messi debütiert
Ronaldo legte danach bekanntlich trotzdem eine beinahe unvergleiche Fussballkarriere hin. Beinahe, weil einige Monate nach der EM-Finalniederlage mit Portugal sein ärgster Widersacher im Kampf um den fussballerischen GOAT-Status überhaupt erst sein Profidebüt gab. Am 16. Oktober 2004 spielte Lionel Messi mit 17 Jahren erstmals in einem offiziellen Spiel für die erste Mannschaft des FC Barcelona. In der 82. Minute wurde er in einem Ligaspiel gegen Stadtrivale Espanyol Barcelona für Deco eingewechselt. Was aus dem damals langhaarigen introvertierten Teenager wurde, bedarf keiner weiteren Ausführung.
King Rogers Dominanz beginnt
2004 war das Jahr, in dem Roger Federer zum absoluten Tennisdominator aufstieg und in dem er den Grundstein für seinen jahrelang kaum bestreitbaren Status als grossartigster Tennisspieler der Geschichte legte (ehe Rafael Nadal und Novak Djokovic dem Basler dank ihrer Langlebigkeit auf der Tour diesen Titel streitig machten). Gerade mal 23 respektive 24 Jahre alt war Federer, als er 2004 seine Grand Slams 2, 3 und 4 gewann. Einzig bei den French Open konnte er nicht reüssieren. Das gelang ihm auch in den Folgejahren zunächst nicht (Nadal ...), doch Wimbledon gewann er bis 2007 drei weitere Male, die Australian Open zweimal und die US Open gar vier mal.
Maria Scharapowa schafft eine der grössten Tennis-Sensationen der Geschichte
Während Federer sich anschickte, das Männertennis auf Jahre zu dominieren, sorgte bei den Frauen eine 17-jährige Russin für eine der damals grössten Überraschungen in der Geschichte des Sports. Maria Scharapowa besiegte im Wimbledon-Finale die doppelte Titelverteidigerin und haushohe Favoritin Serena Williams. Scharapowa wurde dadurch praktisch über Nacht zum Superstar und zu einer Werbeikone. Sie gehörte danach für einige Jahre zu den konstantesten Spielerinnen auf der Tour und liess trotz späterer Probleme bis 2014 vier weitere Grand-Slam-Titel folgen.
«Schumi» holt seinen 7. Formel-1-Titel
Eine andere Sportlegende war 2004 bereits auf dem Zenit ihres Schaffens: Formel-1-Ikone Michael Schumacher gewann im Ferrari 2004 seinen siebten WM-Titel – und dies mit einer bis heute nur von Max Verstappen 2023 übertroffenen Siegquote. «Schumi» holte 13 von 18 möglichen GP-Siegen, in den ersten 13 Saisonrennen reüssierte er 12 Mal. Danach kämpfte der Deutsche, den später bekanntlich ein tragisches Schicksal ereilte, noch zwei Mal um den WM-Titel, musste sich aber dem aufstrebenden Spanier Fernando Alonso im Renault (heute 44 Jahre alt und immer noch aktiv) geschlagen geben.
Lance Armstrong ist noch ein gefeierter Superstar
Auch Lance Armstrong feierte sieben Titel im wichtigsten Wettbewerb seines Sports. Der US-amerikanische Radprofi siegte 2004 zum sechsten Mal an der Tour de France, in äusserst überlegener Manier. Damals eine historische Leistung: Armstrong überflügelte als erster Radsportler mit sechs Tour-Siegen sämtliche Legenden wie Bernard Hinault, Miguel Indurain oder Eddy Merckx. Nur allzu gut bekannt ist, dass Armstrongs vermeintlich übermenschliche Leistungen nur unter Hilfe von gewissen verbotenen leistungssteigernden Substanzen möglich waren. Was lange vermutet worden war, bestätigte der US-Amerikaner 2013 in der Talkshow von Oprah Winfrey unter Tränen selbst. Sämtliche Tour-Titel wurden ihm aberkannt.
