Zermatt-Abfahrt im provisorischen FIS-Kalender 2027/28 – so sehen die Pläne aus
Im März 2028 soll es wieder Weltcuprennen in Zermatt geben – nicht mehr auf der länderübergreifenden Piste Gran Becca hoch oben auf dem Theodulgletscher, sondern komplett auf Schweizer Boden unterhalb des Gornergrats. Am Gornergrat fand von 1946 bis 1967 das internationale Gornergrat-Derby statt, jedoch noch vor der Einführung des Weltcups, wie wir ihn heute kennen. Die neue Abfahrtspiste soll in Anlehnung an das historische Rennen über eine ähnliche Strecke führen.
Wie der Blick berichtet, wird die Sache nun konkret. Die FIS soll die Abfahrtsrennen bereits in den provisorischen Kalender für die Saison 2027/28 aufgenommen haben. Doch wie sieht die Strecke genau aus und wie sind die Reaktionen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Wie sieht die Streckenführung aus?
Der Start der Abfahrtsstrecke soll sich auf 2835 Metern über Meer, ein wenig unterhalb der Bergstation der Sesselbahn Gifthittli, befinden. Dann folgt sie der Piste 35 in Richtung Riffelberg.
Vor der Talstation macht die Piste dann eine Rechtskurve und folgt für einen Moment dem Verlauf der Gornergratbahn. Über das Dach der Galerie Riffelbord wird die bekannte Zahnradbahn dann überquert. Während rund 300 Metern soll auf der Galerie der Gornergratbahn gefahren werden, ehe es über einen spektakulären Sprung weiter das Tal hinuntergeht. «Die TV-Kameras können hier genau so aufgebaut werden, dass neben den spektakulären Sprüngen der Rennfahrer auch das Matterhorn zu sehen sein wird», sagt Pirmin Zurbriggen, der Pistenbauer Didier Défago bei seiner Arbeit unterstützt hat.
Nach der Galerie geht es steil nach unten in Richtung Riffelalp, wo die Rennstrecke in die Talabfahrt 41 einfliesst. Das Ziel befindet sich in Schweigmatten, bei der Zwischenstation des Riffelberg-Express unterhalb von Furi. Die Rennstrecke soll rund 3,6 Kilometer lang sein. Ausserhalb der Rennwochenenden soll die Piste auch für Touristen geöffnet sein.
Muss noch etwas gebaut werden?
Um die Piste zu bauen, Weltcup-tauglich zu machen und ausreichend beschneien zu können, müssen einige bauliche Massnahmen vorgenommen werden. Aus dem mittlerweile nicht mehr öffentlich verfügbaren Umweltverträglichkeitsbericht geht hervor, dass im unteren Streckenteil rund 8300 Quadratmeter Wald (etwas mehr als ein Fussballfeld) gerodet werden müssen. Die gerodete Fläche Wald wird die Gemeinde Zermatt andernorts wieder aufforsten.
Rund um die Galerie der Gornergratbahn kommt es ebenfalls zu baulichen Massnahmen. Damit eine sichere Auf- und Abfahrt über die Galerie der Gornergratbahn möglich ist, werden dort entsprechende Rampen gebaut. Gemäss «Blick»-Bericht investiert Zermatt rund 13 Millionen Franken in die neue Rennstrecke. Die Bauarbeiten sollen im Herbst 2027 abgeschlossen sein.
Wie fallen die Reaktionen aus?
Organisator Franz Julen hat die Strecke im August bereits den Schweizer Fahrern vorgestellt. «Wenn die Zermatter diesen genau so umsetzen können, werden wir im März 2028 ein richtig spektakuläres Rennen erleben», sagt etwa Olympiasieger Franjo von Allmen. Auch Marco Odermatt habe Freude an Strecke, heisst es im «Blick». «Es ist in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich, dass Leute für die Lancierung eines Weltcuprennens einen derart gigantischen Aufwand betreiben, wie dies die Zermatter aktuell tun. Ich bin enorm dankbar dafür und freue mich auf ein weiteres Weltcuprennen in der Schweiz», sagt der Gesamtweltcupsieger.
Welche Probleme bleiben?
Der logistische Aufwand ist sicher kleiner als bei den Rennen auf der Gran-Becca-Piste unterhalb des Klein Matterhorns. Der Gornergrat ist vom Dorf aus einfacher und zuverlässiger zu erreichen als der Theodulgletscher.
Eine Herausforderung bleibt allerdings. Der März ist im Gegensatz zum November, wo das Cervino Speed Opening ursprünglich eingeplant war, touristische Hochsaison in Zermatt. Wo und wie zu dieser Jahreszeit ein kompletter Weltcup-Tross mit Fahrern, Serviceleuten, Helferinnen und Helfern sowie Fans untergebracht werden kann, wird sich weisen.
Wird im März 2028 tatsächlich schon gefahren?
Vieles deutet daraufhin. Wie der Blick schreibt, soll ab Januar 2028 auf der Piste trainiert werden. Im Februar sei die Hauptprobe im Rahmen von Europacuprennen geplant, bis dann im März die Premiere im Weltcup stattfinden soll.
Etwas kritischer sieht dies Hannes Trinkl, Abfahrtsweltmeister von 2001 und bei der FIS als Speed-Chef der Männer tätig. Der Österreicher wünscht sich für die neue Rennstrecke am Gornergrat eine längere Testphase und Weltcuprennen erst ab März 2029. Die Organisatoren in Zermatt und Swiss-Ski sind aber überzeugt, dass man bereits in weniger als zwei Jahren bereit sein wird. (abu)
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