Am 30. November 2024 hätte Mikaela Shiffrin Ski-, ja sogar Sportgeschichte schreiben können. Die US-Amerikanerin hatte im Riesenslalom von Killington, ihrem Heimrennen mit 20'000 Zuschauern, ihren 100. Weltcupsieg vor Augen. Sie führte nach dem 1. Lauf und war auf bestem Weg, die historische Marke als erster Mensch im alpinen Skirennsport zu knacken. Doch dann stürzte Shiffrin im Zielhang des 2. Laufs und verletzte sich.
In ihrem Vlog-Format «Moving Right Along» gibt Shiffrin nun Einblick in die Minuten, Tage und Wochen nach ihrem heftigen Sturz in Killington. Die 29-Jährige zeigt die Momente der Unsicherheit direkt nach dem Crash, in denen niemand wusste, wie es der Fahrerin wirklich geht. «Sie hat sich nicht bewegt. Sie lag nur dort. Mikaela musste in den Rettungsschlitten gehoben werden, bewegte ihre Beine keinen Millimeter. Es sah aus, als sei sie gelähmt», schildert Shiffrins Verlobter Aleksander Kilde die bangen Momente.
«Mein Körper war geschockt, ich konnte mich wirklich nicht mehr bewegen», erzählt Shiffrin selbst. Die Erleichterung habe dann erst im Spital eingesetzt. «Ich konnte da erstmals mit ihr reden, rund eine Stunde nach dem Sturz. Sie hat mir gesagt, alles sei ok. Das war eine grosse Erleichterung», sagt Kilde.
Das Video zeigt auch Shiffrins Momente im Spital, wo dann die Stichwunde entdeckt wurde. «Ich habe wortwörtlich ein tiefes Loch in meiner Seite», erzählt die Skifahrerin noch vom Spitalbett aus. Die Wunde sei nicht besonders gross gewesen, aber sieben Zentimeter tief. Was diese Wunde genau verursacht habe, wisse sie bis heute nicht.
Das grosse Problem sei, dass dabei auch die Bauchmuskulatur verletzt wurde. «Nach den Beinen sind das wohl die wichtigsten Muskeln für eine Skifahrerin. Die Bauchmuskeln stabilisieren alles», erklärt Shiffrin. Und just als die fünffache Gesamtweltcupsiegerin erste Fortschritte machte, folgte ein nächster Rückschlag. Mitte Dezember wurde eine neue Blase mit Wundflüssigkeit entdeckt. Eine Operation war nötig, um diese zu entfernen. Gleichzeitig liess Shiffrin den Bauchmuskel wieder am Beckenkamm befestigen.
Nun gehe es darum, dass die Schmerzen verschwinden und ihr Körper nach der Operation heilen könne. «Ich weiss, dass die Leute gerne wissen würden, wann ich zurückkomme. Aber das ist schwierig, weil ich es selbst noch nicht richtig weiss.» Es sei nicht einfach, mit dieser Unsicherheit umzugehen.
In der Zwischenzeit halte sich Shiffrin daran fest, dass sie mit ihrem Skifahren in Killington vor dem Sturz extrem zufrieden gewesen sei. «Ich hoffe, dass ich dieses Gefühl mitnehmen kann, wenn ich dann auf den Schnee zurückkehre.»
Die ganze Folge von «Moving Right Along» mit Shiffrins Vorbereitung auf Killington, ihren auf Schmerzmitteln absolut zugedröhnten Momenten im Spitalbett und einer speziellen Ehrung für Bode Miller findest du hier:
(abu)
Sie ist die genialste Skifahrerin.
Und auch Kilde fehlt.
Come back, both of you!
Ihr Fahrstil "wie auf Schienen" ist in den Speeddisziplinen unerreicht.
Das gefundene Glück mit dem ebenfalls sehr sympathischen Kilde setzt der Karriere noch das Krönchen auf.
Man konnte auch in Bormio sehen was die Folgen sind!