Zverev und Shelton im US-Open-Final
Der 23-jährige Amerikaner Shelton besiegte in einem speziellen Halbfinal – zwei Amerikaner spielten am Jahrestag des 11. September in New York gegeneinander – seinen Landsmann Frances Tiafoe 4:6, 6:3, 6:3, 7:5 und erreichte sein erstes Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier.
Zuvor hatte sich der topgesetzte Deutsche Zverev in drei Sätzen gegen den Russen Karen Chatschanow durchgesetzt. Der French-Open-Sieger erreichte somit den dritten Grand-Slam-Final in Folge.
Zverev hat in Duellen mit Shelton eine makellose Bilanz von fünf Siegen aus fünf Spielen. Dabei gab der 29-Jährige insgesamt nur einen Satz ab. Das bisher letzte Duell entschied Zverev bei den ATP-Finals 2025 für sich.
Shelton: «Lasst uns dies für die USA tun»
«Ich werde euch brauchen am Sonntag, um die nötige Energie aufzubringen», sagte Shelton nach dem Sieg unter dem Jubel der Fans im Arthur Ashe Stadium. «Lasst uns dies für die USA tun.» Zudem gedachte er in seinem Siegerinterview am 25. Jahrestag noch den Opfern des Terroranschlags vom 11. September 2001 und sprach emotional über den Tod der Mutter seines Vaters im aktuellen Jahr. «Das hier ist für sie.»
Der Weltranglistenneunte hatte im Viertelfinal in einer begeisternden Partie über fünf Sätze den Titelverteidiger Carlos Alcaraz aus Spanien bezwungen.
Tiafoe erwischt besseren Start
Vor den Augen von Showstars wie den Schauspielern Ben Stiller und Salma Hayek und Sportgrössen wie NBA-Champion Jalen Brunson und Tennis-Legende Serena Williams holte sich Tiafoe etwas überraschend den ersten Satz. Doch Shelton stabilisierte sein Spiel, diktierte das Tempo mit seinen kraftvollen Schlägen und gewann die nächsten beiden Durchgänge.
Anfangs des vierten Satzes kam es zu Spannungen, als Tiafoe nicht bereit für einen Aufschlag Sheltons war, die Hand hob und der Punkt noch einmal gespielt werden musste. «Du musst doch sofort etwas sagen, sofort», schimpfte Shelton mit der Schiedsrichterin, die aus seiner Sicht nicht schnell genug reagiert hatte. In einem hochklassigen Satz besiegelte Tiafoe seine Niederlage mit einem Doppelfehler.
Zverev in drei hart umkämpften Sätzen
Alexander Zverev seinerseits schlug den Russen Karen Chatschwanow mit 6:3, 7:6 (9:7), 7:6 (8:6). Mit seinem Sieg kommt der Deutsche in der laufenden Saison bereits auf 52 gewonnene Einzelpartien, so viele wie kein anderer Spieler auf der Tour. Auf Grand-Slam-Stufe entschied er 2026 bislang 24 Matches für sich.
Vor sechs Jahren erreichte Zverev am US Open seinen ersten Major-Final, den er gegen den Österreicher Dominic Thiem nach einer Zweisatzführung im Tiebreak des fünften Satzes auf dramatische Weise noch verlor. Nun steht er in New York zum zweiten Mal im Final, es ist sein dritter in Folge bei einem Grand-Slam-Turnier.
Für Chatschanow, die Nummer 50 der Weltrangliste, wäre es der erste Grand-Slam-Final gewesen, den er erreicht hätte. Der 30-jährige Russe zeigte über weite Strecken eine gute Leistung, konnte sich in den wichtigen Momentan aber nicht auf seine Vorhand verlassen. Im entscheidenden Tiebreak vergab er bei einer 6:4-Führung zwei Satzbälle. (sda)
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