Zverev bleibt in New York auf Titelkurs und stellt einen deutschen Rekord auf
Die ersten zwei Partien, in denen der topgesetzte Zverev sich gegen den Italiener Lorenzo Sonego beziehungsweise den Franzosen Quentin Halys in fünf Sätzen abgemüht hat, sind längst vergessen. Seither hat der Deutsche Fahrt aufgenommen, ist er ohne Satzverlust geblieben und hat er sich endgültig zum ersten Anwärter auf den Turniersieg in Flushing Meadows gemacht.
Alexander Zverev closes it out with a dominant 6-1 third set to advance to the #USOpen semifinals! 🔥 pic.twitter.com/1mK5IeTAON
— TSN (@TSN_Sports) September 10, 2026
Beim 6:2, 7:5, 6:1 im ersten Duell mit Van de Zandschulp blieb Zverev auch in den wenigen kritischen Momenten Herr der Lage. Im zweiten Durchgang machte er die erste Möglichkeit des Niederländers, der im Ranking Platz 70 einnimmt, zum Servicedurchbruch nach einem langen Ballwechsel mit 33 Schlägen zunichte. Wenig später wehrte er bei einer 5:4-Führung und eigenem Aufschlag einen Satzball seines Kontrahenten ab, der beim US Open schon fünf Jahre zuvor – damals als Qualifikant – die Viertelfinals erreicht hatte.
Erneut Halbfinalist – und besser als Becker
Zverev stiess dank dem Sieg gegen Van de Zandschulp auch bei der vierten Grand-Slam-Veranstaltung des Jahres zumindest in die Halbfinals vor, was vor ihm lediglich acht Spieler in der Open Era geschafft hatten. Beim Australian Open war er in der Runde der letzten vier am Spanier Carlos Alcaraz gescheitert, beim French Open sicherte er sich endlich den lang ersehnten ersten Triumph bei einem Major-Turnier, in Wimbledon war der derzeit verletzte Weltranglisten-Erste Jannik Sinner im Final zu stark.
In der laufenden Saison steht Zverev nunmehr bei 51 gewonnenen Einzeln, bei so vielen wie kein anderer Spieler auf der Tour. Auf Stufe Grand Slam entschied er bisher 23 Partien für sich, womit er eine nationale Bestmarke aufstellte. Boris Becker hatte vor 37 Jahren 22 Siege geschafft.
Zverevs nächster Gegner Chatschanow gewann seinen Viertelfinal gegen Alexander Blockx. Der Russe lag 6:2, 7:5, 3:2 voran, als der aufstrebende Belgier, Sohn ukrainischer Eltern, wegen sichtlicher Schmerzen im Oberkörper zur Aufgabe gezwungen wurde. Der Nummer 34 der Welt machte schon in der Runde zuvor gegen den Argentinier Francisco Cerundolo eine Rippenverletzung zu schaffen, die die Einnahme von Schmerzmitteln erforderte.
Chatschanow erreichte zum dritten Mal auf Grand-Slam-Ebene die Halbfinals, das zweite Mal in New York. Vor vier Jahren hatte er gegen den Norweger Casper Ruud den Kürzeren gezogen. In der folgenden Saison war er beim Australian Open am Griechen Stefanos Tsitsipas gescheitert.
Wiedererstarkter Chatschanow
Chatschanow fand mit Blick auf das US Open den Rank gerade noch rechtzeitig. Die Monate zuvor waren ganz und gar nicht nach seinen Vorstellungen verlaufen. In der Weltrangliste rutschte er, der vor sieben Jahren zu den besten zehn Spielern gehört hatte, auf Platz 50 ab, seine schlechteste Klassierung seit gut neun Jahren.
Karen Khachanov advances to the US Open semifinals after Alexander Blockx retires due to injury. pic.twitter.com/e2pwbwUTq8
— US Open Tennis (@usopen) September 9, 2026
Der Halbfinal gegen Zverev ist unter anderem eine Neuauflage des Finals der Olympischen Spiele vor fünf Jahren in Tokio. Damals setzte sich der Deutsche klar in zwei Sätzen durch. Von den insgesamt neun Partien gegen Chatschanow gewann Zverev sechs.
Den zweiten Finalisten machen die Amerikaner Frances Tiafoe und Ben Shelton unter sich aus. (abu/sda)
