Sie spielten bis 3.33 Uhr: Shelton wirft Alcaraz in Fünf-Satz-Krimi raus
Morgens um halb vier war in New York schon vorbei, als ein epischer Viertelfinal zu Ende ging. Mit 6:7, 6:1, 6:3, 1:6, 7:6 gewann Ben Shelton gegen Carlos Alcaraz.
Den Matchball zum 10:7 im Match Tiebreak verwertete Shelton mit einem Ass um 03:33 Uhr Ortszeit – neuer Rekord für die US Open. «Für uns war es einfach eine Freude, diesen Match zu spielen. Ob Sieg oder Niederlage, wir hätten trotzdem ein Lächeln auf den Lippen gehabt», meinte Shelton.
Damit kommt es zu einem amerikanischen Halbfinal gegen Francis Tiafoe. Shelton ist zum dritten Mal in seiner Karriere an einem Grand-Slam-Turnier so weit vorgestossen. An den US Open stand er 2023 schon einmal im Halbfinal, an den Australian Open 2025.
Alcaraz noch nicht ganz der Alte
Auf dem Papier ging der 23-jährige Spanier als Favorit in das mit Spannung erwartete Duell. Alcaraz hatte alle drei bisherigen Begegnungen auf der ATP-Tour gegen Shelton gewonnen. Im Marathon-Match wurde jedoch deutlich, dass dem Top-Star nach einer Verletzung am rechten Handgelenk die Matchpraxis fehlte. Die US Open waren für Alcaraz das erste Turnier nach einer viermonatigen Zwangspause.
«Nach dem dritten Satz war ich körperlich wirklich müde, aber ich fand einen Weg, mich weiter anzutreiben. Im fünften Satz fühlte ich mich immer besser, doch ich spielte gegen ein Biest. Ben ist ein unglaublicher, kraftvoller Spieler. Er hat diesen Sieg vollauf verdient», betonte der Spanier an der Medienkonferenz.
Shelton nutzte die Gunst der Stunde eiskalt. Der bestklassierte Amerikaner in der ATP-Weltrangliste hatte in den vergangenen Wochen viel Selbstvertrauen getankt. Mitte August gewann er zum zweiten Mal in Folge das Masters-1000-Turnier in Kanada. Am US Open bezwang er danach mit Hubert Hurkacz, Denis Shapovalov und Stefanos Tsitsipas drei ehemalige Top-Ten-Spieler in Serie. (ram/sda)
