Aussenseiter im Kampf um die Playoffs: Lakers, Langnau und Biel
Alle drei waren schon in den Playoffs und das Erreichen der Playoffs ist für alle drei das Höchste der Gefühle. Sie sind gefangen im Niemandsland zwischen der oberen und unteren Tabellenhälfte – und dort ist alles möglich: Überraschung der Saison und Absturz auf den zweitletzten Platz.
SCRJ Lakers Im Niemandsland zwischen oberer und unterer Tabellenhälfte
Seit dem Wiederaufstieg (2018) sind die Lakers der erfolgreichste Aussenseiter der Liga. Aber nicht immer reicht es, aus einem Minimum ein Maximum herauszuholen. Die neue Saison wird die schwierigste seit der Rückkehr in die höchste Liga.
Die Lakers haben im letzten Frühjahr zum vierten Mal seit der Promotion (2018) die Playoffs erreicht. Zusammengerechnet so oft wie Kloten, Langnau und Ambri in dieser Zeitspanne. Und 2021 hat es nach einem Viertelfinal-Triumph über Lugano sogar zum Halbfinal gereicht. Präsident, Sportchef und die Fans würden in Langnau, Ambri oder Kloten den Hockey-Göttern auf den Knien für so viel Ruhm und Ehre danken. Im letzten Frühjahr eliminierten die Lakers in den Pre-Playoffs gar den SC Bern und im Viertelfinal fehlten ausgerechnet am 1. April nur sechseinhalb Minuten, um den späteren Meister Gottéron zu bodigen.
Der Erfolg hat viele Väter. Angefangen von der beschaulichen Ruhe im Windschatten der nationalen Medien bis zu einer klugen, demütigen Führung, der es gelingt, die Dämonen des Hoch- und Übermutes aus der Doppelstadt Rapperswil-Jona fernzuhalten. Und ja, es ist harte Arbeit, die Talent schlägt. Aber in diesem Punkt gilt es, eine Korrektur anzubringen: Auch die Konkurrenz – gerade in Langnau, Kloten oder Ambri – arbeitet hart. Es braucht immer auch Talent und Glück, um die Differenz zu machen.
Zum Faktor Talent: Von 2020 bis 2024 führte ein Weltklasse-Stürmer als Leitwolf das Team: Roman Cervenka. Mit ihm erreichten die Lakers zweimal den Viertelfinal und einmal den Halbfinal. Die Wirkung eines so hochkarätigen Spielers, dem Hochmut völlig fremd ist, kann gar nicht überschätzt werden. Wenn wir also wissen wollen, wie es um die Lakers steht, dann ist es hilfreich, nachzusehen, ob Spieler das Talent haben, um die Differenz zu machen. Zum Faktor harte Arbeit: Taktische Zuchtmeister, die ihre Spieler zu harter Arbeit anhalten und für eine hohe Intensität auf dem Eis sorgen, sind eine zentrale Voraussetzung zum Erfolg. Nur so ist es möglich, aus einem spielerischen Minimum ein Maximum herauszuholen. Aber die Arbeit muss Spass machen. Wenn wir also wissen wollen, wie es um die Lakers steht, dann ist es hilfreich, nachzusehen, ob unter dem Trainer der Spass nicht zu kurz kommt.
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
Punkte
Goals/Assists
Spiele
Strafminuten
-
Er ist
-
Er kann
-
Erwarte
Zum Talent: Mit Daniil Ustinkov und Alessandro Segafredo kommen zwei weitere ZSC-Spieler, die es in Zürich nicht geschafft haben. Sie sorgen zumindest in der Breite für mehr Talent. Das reicht nicht. Bei den Lakers müssen die Ausländer die Differenz machen. Wie Roman Cervenka oder in den letzten beiden Jahren der teuflisch schnelle Malte Strömwall, der nun für die ZSC Lions stürmt. Der slowakisch-kanadische Doppelbürger Kevin Labanc muss ihn ersetzen. Das ist möglich. Aber alles in allem ist das ausländische Personal der Lakers lediglich solider Durchschnitt.
Die Lakers haben nach wie vor genug Talent, um die Erwartungen zu übertreffen. Melvin Nyffeler und Ivars Punnenovs bilden eines der besten Goalie-Duos der Liga, die Defensive um Vorarbeiter Fabian Maier ist weitgehend intakt geblieben und das offensive helvetische Kernteam um Nico Dünner und Tyler Moy auch. Im Kosmos der Lakers ist spielerisch alles in allem ungefähr gleichgeblieben.
Heikel ist die Frage, ob es Trainer Johan Lundskog noch einmal gelingt, die Lakers so hoch über ihren Verhältnissen fliegen zu lassen wie in der vergangenen Saison. Am 16. Dezember 2024 ist er als Ersatz für den gefeuerten Stefan Hedlund (nun in Lugano) vom Assistenten zum Chef befördert worden. Er hat das Erbe von Hedlund mit grossem Erfolg weitergeführt. Aber es ist nicht einfach, diese Disziplin und Intensität auf Dauer hochzuhalten, ohne an Popularität in der Kabine zu verlieren. Das ist die entscheidende Frage: Kann Johan Lundskog seine Autorität mit trockenem Humor und gut eingeübtem Selbstvertrauen bewahren?
Entlassungsgefahr für den Trainer
Hoch
Der Optimist sagt: Johan Lundskog ist bei den Lakers am Ort seiner Bestimmung angelangt. Hier ist die Akzeptanz im Quadrat grösser als bei den Titanen in Bern und Mannheim, wo er gescheitert ist. Der Pessimist warnt und gibt zu bedenken, dass Johan Lundskog in Bern in der zweiten und in Mannheim schon in der ersten Saison gescheitert ist. Zu wenig Charisma, um die Autorität auf Dauer zu erhalten.
Wichtigste Zuzüge
Die Stürmer Fabrice Herzog (Zug) und Kevin Labanc (Schanghai/KHL), Verteidiger Daniil Ustinkov (ZSC Lions).
Wichtigste Abgänge
Die Stürmer Malte Strömwall (ZSC Lions) und Jonas Taibel (Gottéron), der Verteidiger Mika Henauer (Servette).
Transferbilanz
Ausgeglichen.
Potenzial
Erneut einen Traumstart wie im letzten Herbst und Rang 7 zu erwarten, wäre hochmütig. Die Lakers sind auf dem Weg in die Playoffs erneut Aussenseiter. Auf ein erneutes Playoff-Halleluja auf dem Umweg über das Play-In darf gehofft werden, aber es gilt auch, sich vor einer Krise zu wappnen – es könnte die schwierigste Saison seit dem Wiederaufstieg werden. Freuden und Leiden eines Teams im Niemandsland zwischen der oberen und unteren Tabellenhälfte.
Eismeister-Tipp
Rang 10.
SCL Tigers
Zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg (2015) sind die Langnauer vor der Saison sorgenfrei. Das kann für die direkte Playoff-Qualifikation (6. Rang) reichen – oder zur ersten Krise unter Sportchef Pascal Müller führen.
Keine Sorgen? Ja, so dürfen wir es mit ein bisschen Optimismus sagen: Pascal Müller ist neben Simon Schenk Langnaus bester Sportchef seit Einführung der Playoffs (1986). Ähnlich wie einst Paolo Duca mit Trainer Luca Cereda hat er in Langnau mit Thierry Paterlini einen Trainer als Institution im Amt «zementiert».
Wo Geld ein knappes Gut ist, müssen andere Werte sorgfältig gepflegt werden: Verlässlichkeit, Kontinuität, sportliche Kompetenz, Leidenschaft und Teamwork. Die SCL Tigers haben den 2027 auslaufenden Vertrag mit Trainer Thierry Paterlini vorzeitig bis 2029 verlängert. Ohne Ausstiegsklausel für den Job eines Nationaltrainers. Es ist bemerkenswert, wenn ein Klubtrainer auf diese Freigabeklausel verzichtet. Der Zürcher steht vor seiner fünften Saison im Emmental und ist der dienstälteste Trainer der Liga. Er, sein Assistent Steve Hirschi und Sportchef Pascal Müller haben ihre Arbeit in Langnau im Sommer 2022 gemeinsam begonnen. Sie verstehen ihr Engagement inzwischen als eine Mission, die noch lange nicht zu Ende ist.
Das Versagen in der Schlussphase der vergangenen Saison – durch zehn Niederlagen in den letzten elf Spielen war das sicher geglaubte Play-In kläglich verpasst worden – hat die Kabine erschüttert und die Autorität des Trainers einem Stresstest unterzogen. Mit der vorzeitigen Prolongation entfallen alle Spekulationen, ob der Trainer im Emmental bleiben oder nach Auslaufen des ursprünglichen Vertrages am Ende der Saison gehen wird.
Alles klar mit dem Trainer. Und vor allem: alles klar mit den Torhütern (auch Robin Meyer hat verlängert) und mit den Ausländern: Die Langnauer haben besseres ausländisches Personal als Bern, Zug, Ambri, Rapperswil-Jona, Kloten und Biel. Und erstmals von allem Anfang an sieben Ausländer. Sie sind auch durch die Zusammenarbeit mit Chur so breit aufgestellt wie noch nie seit der Rückkehr in die höchste Liga. Der Ausbau der sportlichen Infrastruktur zu einer der besten der Liga ist vollendet und die wirtschaftliche Basis stabil. Also keine Sorgen.
Woher die Befürchtung, es könnte auch zur ersten Krise unter Pascal Müller kommen? Weil das Fehlen von Sorgen zur Bildung einer «Wohlfühloase» führen kann. Soll keine «Wohlfühloase» entstehen, dann ist eine permanente innere Dynamik und positive Unruhe durch eine hohe sportliche Zielsetzung unabdingbar. Mit weniger als Rang 6 (direkte Playoff-Qualifikation) und dem Gewinn des Spengler Cups dürfen die Langnauer nicht zufrieden sein. Natürlich sind das kühne Ambitionen. So wie einst der WM-Titel der Schweiz beim Amtsantritt von Patrick Fischer.
Aber wenn die Langnauer endlich, endlich, endlich aus dem Mittelmass herauskommen wollen, dann müssen sie die Dämonen der Selbstzufriedenheit mit einem neuen Denken und einem erweiterten Horizont vertreiben. Mit wohlfeilen Ausreden – «Wir haben halt nicht das Budget der Spitzenteams» oder «Es ist doch toll, dass wir überhaupt in der höchsten Liga mitspielen dürfen» oder «Man darf bei uns hinten nicht zu viel erwarten» – sind die Emmentaler in der ihnen eigenen, durchaus sympathischen Bescheidenheit seit Jahren im Mittelmass gefangen und stehen geblieben. Und noch schlimmer wäre ein Wiegen in falscher Sicherheit («Uns kann mit diesem Trainer und diesen Ausländern nichts passieren.)»
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
Punkte
Goals/Assists
Spiele
Strafminuten
-
Er ist
-
Er kann
-
Erwarte
Die SCL Tigers sind neben Ajoie das einzige Team der National League, das in der höchsten Spielklasse noch nie eine Playoff-Serie gewonnen hat. Angesichts der Tradition und des wirtschaftlichen und sportlichen Potenzials dieses Klubs ein unhaltbarer Zustand.
Entlassungsgefahr für den Trainer
Gering.
Thierry Paterlini geniesst im Umfeld und in der Kabine Respekt und Vertrauen. Er hat erst die Mannschaft defensiv stabilisiert und strukturiert und geht nun dazu über, offensiver und spektakulärer spielen zu lassen. Für ihn und seine Crew spricht, dass eine ganze Reihe von Spielern in verschiedenen Altersgruppen erst in Langnau zu ihrem besten Hockey gefunden haben (Noah Meier, Santtu Kinnunen, Phil Baltisberger, Dario Rohrbach, Dario Allenspach, Brian Zanetti, Stéphane Charlin, Robin Meyer). Aber Pessimisten warnen auch: Die Dämonen der Trainer-Polemik sind dann am gefährlichsten, wenn alle davon ausgehen, dass sie vertrieben sind.
Die wichtigsten Zuzüge
Die Stürmer Jonathan Dahlen und Emil Pettersson (von Timra) und Nando Eggenberger (von Zug), die Verteidiger Gian Meier (Frölunda) und Arno Nussbaumer (von Ajoie)
Die wichtigsten Abgänge
Die Stürmer Jiri Felcman (Rockford/AHL), Dario Rohrbach (SC Bern) und Harri Pesonen (JYP).
Transferbilanz
Ausgeglichen.
Potenzial
Wenn alles stimmt und alle Scheitstöcke zwischen Hohgant und Fritzenfluh kalben, sind die Langnauer gut genug, um als Überraschungsteam der Saison direkt in die Playoffs (Rang 6) zu stürmen und das Bestresultat von 2018/19 (6. Rang unter Heinz Ehlers) zu bestätigen. Was nach Jahren des Mittelmasses (zuletzt die Ränge (11, 12, 12, 13, 11, 8 und 11) erwartet werden darf. Allerdings sollte die Zusatzbelastung durch die erste Spengler- Cup-Teilnahme der Geschichte nicht unterschätzt werden.
Eismeister-Tipp
Rang 9
Biel Die Kunst der unterhaltsamen Niederlage
Christian Dubé passt mit seinem Wesen und Wirken perfekt zur Bieler Hockey-Kultur. Aber es ist keineswegs sicher, dass er erfolgreich sein wird. Macht eigentlich nichts. Unterhaltsam ist es sowieso.
Ein wenig erklärt uns der 12. März 2026 Christian Dubé und den EHC Biel. Die Bieler führen im Play-In im Hinspiel gegen den SC Bern im Schlussdrittel 4:1. In der 54. Minute verkürzt Romain Loeffel auf 4:2. Der Vorsprung ist noch immer komfortabel. Christian Dubé nimmt eine Coach’s Challenge wegen möglicher Torhüterbehinderung durch Emil Bemström. Die Schiedsrichter sehen auf dem Video keinen Regelverstoss. Das 4:2 bleibt also bestehen. Biel kassiert eine Zweiminuten-Strafe und die nützt der SCB zum 4:3. Von diesem Malheur erholen sich die Bieler nicht mehr und verspielen im Rückspiel den Eintore-Vorsprung mit einer krachenden 0:4-Niederlage.
Christian Dubé übernimmt die Verantwortung. Bei so ziemlich jedem anderen Klub wäre er in die Bredouille geraten. Aber Polemik gegen den Trainer gibt es in Biel keine. Kein anderes ambitioniertes Team der Liga verliert so mit Stil und Anstand. Seit der Finalniederlage von 2023 gegen Servette (und dem 2. Platz in der Qualifikation) taumelt Biel von Krise zu Krise, Trainerentlassung zu Trainerentlassung, Ausländer-Pleite zu Ausländerpleite und erreichte nur noch die Ränge 9, 11 und 10. Es ist, wie ein Chronist des «Bieler Tagblatt» es einmal so treffend formuliert hat: Krise ohne Krisenstimmung. Die Trainer und Ausländer sind dann halt doch hin und wieder gewechselt worden. Aber Sportchef Martin Steinegger und Manager Daniel Villard bleiben von Kritik verschont. Aus gutem Grund: Der Publikumsaufmarsch ist sogar noch grösser geworden. Wir verlieren? Na und? Hauptsache, wir werden gut unterhalten. Die Kunst der kurzweiligen Niederlage.
Dazu passt Christian Dubé. Er hat das Traineramt am 22. Januar 2026 vom glücklosen schwedischen Langeweiler Martin Filander übernommen. Siege kann auch der Kanadier nicht garantieren. Aber kurzweiliges Hockey. Dazu passt die Verpflichtung des NHL-Sauriers Jeff Skinner. Der 34‑jährige Kanadier wird das Team nicht mit Defensivarbeit stabilisieren. Aber das Publikum mit dieser oder jener Spektakeleinlage elektrisieren. Bei den übrigen Wechseln auf den Ausländerpositionen gilt mehr oder weniger: Gehupft wie gesprungen.
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
Punkte
Goals/Assists
Spiele
Strafminuten
-
Er ist
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Er kann
-
Erwarte
Seit die Bieler nicht mehr nach dem ersten Meistertitel seit 1983 streben, haben sie sich perfekt in der Aussenseiterrolle im Kampf um eine Playoff-Qualifikation eingerichtet. Teure Transfers sind so nicht mehr erforderlich, und wer kommt, muss – wie Jeff Skinner – dazu beitragen, das Publikum auch ohne Siege bei Laune zu halten. In der familiären Leistungskultur gedeihen Jahrzehnt-Talente (wie Jonah Neuenschwander oder Mark Sever), fühlen sich sensible Schillerfalter in der Regel wohl (wie Miro Zryd und – hoffentlich – Dominic Zwerger) und alternde Titanen (wie Harri Säteri, Toni Rajala, Robin Grossmann, Fabio Hofer oder Joel Vermin) geniessen hier einen milden Karriereherbst. Die Treue des Sportchefs zu verdienten Veteranen ist bemerkenswert. Wir sollten nicht einmal ausschliessen, dass er mit Harri Säteri (36) um eine 6., mit Robin Grossman (39) um eine 9. und mit Toni Rajala (35) um eine 12. Saison verlängern wird.
Die Bieler sind inzwischen so weit von der Leistungsstärke ihres bisher einzigen Finaljahres entfernt wie von einer Aufnahme in die nordamerikanische NHL. Einen charismatischen Trainer wie den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Antti Törmänen haben sie auch nicht mehr gefunden. Aber Christian Dubé kommt dem finnischen Finalhelden viel näher als zuvor der grimmige Ex-Polizist Petri Matikainen und der stocklangweilige und sture Ausbildner Martin Filander. Beide sind des Amtes enthoben worden sind. Die Bieler mögen viel mehr Spiele verlieren als während der Finalsaison. Aber sie haben nicht ihre Hockey-Seele verloren und werden dafür vom Publikum belohnt.
Entlassungsgefahr für den Trainer
Gering.
Seine Vorgänger Petri Matikainen und Martin Filander mussten nicht in erster Linie wegen zu vieler Niederlagen gehen. Sie verloren ihre Jobs, weil es den Spielern einfach keinen Spass mehr machte. Diese Gefahr sind bei Christian Dubé gering. Die Chancen, dass sein Vertrag noch vor Saisonende verlängert wird, ist erheblich grösser als die Gefahr einer Entlassung.
Wichtigste Zuzüge
Die Verteidiger Alexander Yakovenko (vom SCB, im Hinblick auf eine Einbürgerung) und Dario Trutmann (von den ZSC Lions), die Stürmer Dominic Zwerger (von Ambri), Joel Vermin (vom SCB) und Jeff Skinner (von San José).
Die wichtigsten Abgänge
Der Verteidiger Rodwin Dionicio (zum SCB), die Stürmer Johnny Kneubühler (zu Lausanne) und Nicolas Müller (zu Servette).
Transferbilanz
Ausgeglichen.
Potenzial
Die Bieler sind aussichtsreiche Aussenseiter für eine Playoff-Qualifikation auf dem Umweg über das Play-In. Bei einem durchzogenen Saisonstart kann allerdings auch ein Absturz bis auf den zweitletzten Platz nicht ausgeschlossen werden. Sicher ist nur gute Unterhaltung.
Eismeister-Tipp
Rang 11
Teil 1 der Eismeister-Vorschau
Für alle, die den Kick suchen
Auch in dieser Saison können die Schweizer Eishockeyfans ausgewählte Spiele im Free-TV mitverfolgen.
Das ganze Programm von 3+ Adrenalin findest du hier.
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