Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Der 45-jährige George Foreman verpasst Michael Moorer eine rechte Cross. Bild: bensalves.wordpress.com

Unvergessen

20 Jahre nach dem «Rumble in the Jungle» wird Foreman ältester Boxweltmeister aller Zeiten

5. November 1994: Mit 45 Jahren will George Foreman ein zweites Mal Schwergewichtsweltmeister werden. Doch ihm gegenüber steht der scheinbar unbesiegbare Michael Moorer, der in 34 Profi-Kämpfen noch nie verloren und 30 Mal durch K.o. gewonnen hat.



Box-Fans rund um den Globus versammeln sich am Samstag Abend des 5. Novembers 1994 vor dem Bildschirm. 21 Jahre nach seinem ersten Titel als Boxweltmeister im Schwergewicht und 20 Jahre nach der bittersten Niederlage seiner Karriere beim «Rumble in the Jungle» will es George Foreman nochmals wissen: Im Alter von 45 Jahren, 9 Monaten und 25 Tagen fordert er Michael Moorer in Las Vegas zum Kampf um den Weltmeistergürtel heraus. 

Hohe Erwartungen, klarer Favorit

Die Affiche ist an Brisanz kaum zu überbieten. Die unzähligen Leute vor den Bildschirmen und die 15'000 Zuschauer im ausverkauften Grand Garden des MGM-Hotels in Las Vegas sind sich einig: Heute Abend wird Geschichte geschrieben. Der unbesiegbare Michael Moorer muss seinen Titel gegen die lebende Legende George Foreman verteidigen. Action ist vorprogrammiert. 

So hoch die Erwartungen an den Kampf, so hoch sind auch die Saläre für die beiden Protagonisten. Foreman soll für den Kampf 5 Millionen US-Dollar, Moorer gar 7.5 Millionen US-Dollar kassieren. 

«Ich bekam vom Herrgott die Lizenz, ihn zu killen.»

Foreman vor dem Kampf gegen Moorer

Der 27-jährige Moorer ist klarer Favorit. In seinen 34 Profi-Kämpfen hat er nie verloren und 30 Mal durch K.o. gewonnen. Nur ein Irrer hat noch den Mut, gegen den amtierenden Weltmeister in den Ring zu steigen. Oder einer, der an überirdische Kräfte glaubt. «Ich bekam vom Herrgott die Lizenz, ihn zu killen», erklärt  Foreman, welcher als Priester in Texas amtet eiskalt.

Mit Rückblick auf den legendären Kampf im Jungle von Kinshasa fügt er an: «Als ich vor 20 Jahren gegen Muhammad Ali den Titel verlor, verlor ich ihn, weil ich Angst hatte, Ali zu töten. Gegen Moorer wird mir dies nicht mehr passieren.»

Foreman

Michael Moorer ist klarer Favorit: George Foreman (l.) ist bei Weitem nicht so geschmeidig wie sein Widersacher. Bild: t-online.de

Das Warten auf die eine Chance

Doch genau danach sieht es in den ersten neun Runden des Kampfs aus. Moorer ist aktiver, wendiger und fitter. Würde der Kampf durch die Punktrichter entschieden, Foreman hätte keine Chance.

Doch der alte Fuchs oder besser gesagt «Bär» – so nannte man Foreman im Kampf gegen die «Biene» Ali – lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und verteidigt mit stoischer Ruhe. Er weiss, dass er nur eine Chance hat: Den Sieg durch K.o. 

Und tatsächlich: In der zehnten Runde wird Moorer etwas übermütig und unterschätzt für einen kurzen Moment den lauernden Foreman. Dieser wittert die Möglichkeit blitzschnell und setzt zu einem Jab mit der linken an. Der Schlag sitzt, Moorer verliert die Orientierung. 

abspielen

George Foreman wird ältester Box-Weltmeister aller Zeiten: Die Highlights des Titelkampfs gegen Michael Moorer. Video: YouTube/jopez94585

Innert Sekunden lässt Foreman einen rechten Haken und eine rechte Cross auf Moorers Kinnwinkel folgen. Der bis dato für unbesiegbar gehaltene Michael Moorer sinkt zu Boden und verliert zum ersten Mal in seiner Profikarriere.

Foreman KO

Michael Moorer liegt geschlagen am Boden. Bild: ozzienews.com

In den selben Hosen wie damals

Zu Boden sinkt auch George Foreman. Als ob er selbst nicht mehr richtig an den Triumph geglaubt hätte, kniet er nach seinem Triumph minutenlang in der Ecke des Kampfrings und bedankt sich beim Allmächtigen. Er hat es geschafft, er ist der älteste Box-Weltmeister aller Zeiten. 

«Such die alten Hosen, wasch sie, ich werde in ihnen meinen Titel zurückholen ...»

George Foreman zu seiner Frau vor dem Abflug nach Vegas

20 Jahre nachdem er seinen Titel in Kinshasa an Muhammad Ali abgeben musste, schnappt er sich den Weltmeistergürtel wieder. Das Ganze geschieht in den selben Hosen, mit denen er 20 Jahre zuvor gegen Muhammad Ali eins auf die Rübe bekommen hatte. Vor dem Abflug nach Vegas soll er seiner Frau noch gesagt haben: «Such die alten Hosen, wasch sie, ich werde in ihnen meinen Titel zurückholen ...»

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

Sportfotos, die unter die Haut gehen

Doping im Sport

Das ist das Wundermittel Keton, das schlank und stark machen soll

Link zum Artikel

Riesige Doping-Razzia: 234 Verdächtige in 33 Ländern festgenommen – auch in der Schweiz

Link zum Artikel

Die magische Show des Floyd Landis, die ein einziger, grosser Schwindel ist

Link zum Artikel

Hefti erhält nach 5 Jahren endlich Gold: «Putin sagt ja immer noch, sie seien im Recht»

Link zum Artikel

«Operation Aderlass» bringt prominenten Verdächtigen hervor: Ex-Sprint-Ass Petacchi

Link zum Artikel

«Doping ist wie beim Hütchenspiel. Du weisst, dass es Betrug ist. Aber du spielst mit»

Link zum Artikel

In flagranti erwischt – Video zeigt österreichischen Langläufer beim Blut-Doping

Link zum Artikel

Einfach erklärt: So funktioniert Eigenblut-Doping – und so viel bringt es

Link zum Artikel

«Wir werden für blöd verkauft» – Doping-Experten glauben nicht an Einzeltäter-Theorie

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Wenger stürzt König Abderhalden und darf sich selber krönen lassen

22. August 2010: Jörg Abderhalden will beim Eidgenössischen in Frauenfeld als erster Schwinger zum vierten Mal König werden. Er scheitert an einem jungen Metzger aus dem Berner Diemtigtal: Kilian Wenger.

Nie mehr werden die Anwesenden diesen Aufschrei vergessen, der gleichzeitig aus rund 50'000 Kehlen kommt. Am frühen Sonntagmorgen des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest greifen im fünften Gang der Titelverteidiger Abderhalden Jörg und der am Samstag ungeschlagene Emporkömmling Wenger Kilian zusammen.

Das Publikum sehnt sich offensichtlich nach einem neuen König; drei Amtszeiten des Toggenburgers Abderhalden sind genug. Entsprechend laut wird es in der imposanten Arena in Frauenfeld, als …

Artikel lesen
Link zum Artikel