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US-Eishockey-Stars kritisieren Donald Trump nach Witz über Frauenteam

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Brady Tkachuk ärgerte sich über ein KI-Video, welches das Weisse Haus von ihm teilte.Bild: keystone

Jetzt kassiert Trump auch von den US-Männern Kontra

Den US-Eishockeystars ist die Reaktion auf Donald Trumps Witz über das Nationalteam der Frauen zunehmend unangenehm. Mehrere NHL-Profis entschuldigten sich – und Brady Tkachuk ärgerte sich über ein vom Weissen Haus gepostetes KI-Video.
27.02.2026, 10:2227.02.2026, 11:17

Der Kommentar von Donald Trump im Telefonat mit dem US-Eishockeynationalteam der Männer nach dessen Gewinn der olympischen Goldmedaille schlägt weiter hohe Wellen. Nachdem sich bereits Hilary Knight, Captain des US-Frauenteams, kritisch über diesen geäussert hat, bekommt der US-Präsident auch von den Männern Kontra.

Trump hatte die Stars kurz nach dem Triumph in Mailand zu seiner Rede zur Lage der Nation eingeladen und angefügt: «Ich muss die Frauen auch einladen, sonst werde ich wohl des Amtes enthoben.» Einige Nationalspieler reagierten mit Gelächter – und wurden danach ebenfalls kritisiert.

Video: watson/Elena Maria Müller

Nun wurde unter anderem US-Stürmer Brady Tkachuk nach dem Grund für diese Reaktion gefragt. «Ich habe nicht wirklich eine Antwort darauf», sagte der 26-Jährige und fügte an: «Ehrlich gesagt, war es einfach ein turbulenter Moment. Man kann nicht kontrollieren, was jemand sagt, und … wir waren wohl ein bisschen überrumpelt.»

So kurz nach dem Erfüllen eines Traums mit dem Präsidenten seines Landes zu sprechen, sei überwältigend gewesen. «Man kann es kaum glauben. Man schwebt immer noch auf der Erfolgswelle und spricht dann mit dem Oberhaupt der USA», so Tkachuk. Dass er und seine Teamkollegen kritisiert wurden und das Frauenteam über den Kommentar Trumps verärgert war, verstehe er, erklärte der Star der Ottawa Senators. «Wir unterstützen uns gegenseitig. Es war eine Freude, mit ihnen zusammen zu sein, sie spielen zu sehen und ihre Brillanz zu erleben», stellte er klar.

The U.S. Olympic Mens Hockey Team visit President Donald Trump at the White House, Tuesday, February 24, 2026. The U.S. Olympic Mens Hockey Team visit President Donald Trump in the Oval Office, Tuesda ...
Donald Trump empfing die US-Hockeystars im Oval Office.Bild: www.imago-images.de

Das Weisse Haus zu besuchen, sei dennoch eine Ehre gewesen. «Ich weiss noch, wie ich mir im Oval Office gedacht habe: ‹Wie bin ich hier gelandet?› Als US-Bürger ist es einfach etwas Besonderes. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal im Weissen Haus oder im Oval Office sein würde», so Tkachuk, «es war wirklich cool.» Über Politik habe er sich dabei keine Gedanken gemacht.

Dass der offizielle Account des Weissen Hauses auf TikTok Anfang Woche ein KI-Video von Tkachuk gepostet hatte, missfiel ihm aber sehr. Darin war der NHL-Star zu hören, wie er sagte: «Kanada hat unsere Nationalhymne ausgebuht, also musste ich diesen Ahornsirup fressenden Arschlöchern eine Lektion erteilen.» Es sei offensichtlich gefälscht, erklärte Tkachuk. «Ich kontrolliere diese Accounts nicht, ich kann also nichts dagegen tun. Aber mir gefällt dieses Video nicht, weil so etwas nie aus meinem Mund kommen würde.»

@whitehouse

Silver does NOT shine just as bright 🥇🦅

♬ original sound - The White House
Dieses Video postete das Weisse Haus auf Tiktok.

Tkachuk, dessen Bruder Matthew ebenfalls Teil des US-Nationalteams war, verneinte zudem, während des Telefonats mit Trump gerufen zu haben: «Schliess die nördliche Grenze!» Dies war dem NHL-Profi, der in Kanada spielt, vorgeworfen worden.

Neben Tkachuk wurden auch weitere US-Stars auf Trumps Kommentar über das Frauenteam und ihre Reaktion angesprochen. Ottawa-Kollege Jake Sanderson sprach von einem «Fehler». «Ich glaube, wir würden es nicht noch einmal so tun», sagte er, fügte aber an: «Das Thema wurde etwas aufgebläht.»

Auston Matthews, Starstürmer von Toronto, fand: «Es war unglücklich, dass das passiert ist.» Bostons Charlie McAvoy erklärte: «Es tut uns leid, wie wir reagiert haben.» Und auch Zach Werenski von Columbus schlug in dieselbe Kerbe: «Es ist kein schöner Moment. Ich entschuldige mich dafür, aber ich glaube, die Frauen wissen, wie sehr wir sie unterstützen.»

Hilary Knight, Captain des Frauenteams, das ebenfalls Gold gewann, hatte Trump am Mittwoch für den «geschmacklosen Witz» kritisiert, gleichzeitig aber die US-Männer in Schutz genommen. «Die Jungs waren in einer schwierigen Lage», so Knight, «daher finde ich es schade, dass dieses Narrativ nun so aufgebläht wurde und unsere Verbindung sowie das gegenseitige Anfeuern in den Hintergrund drängt.»

Während ein Grossteil des Männerteams der Einladung zu Trumps Rede im Kapitol gefolgt ist, lehnten die US-Frauen diese mit Verweis auf akademische und berufliche Verpflichtungen ab. Der Präsident erneuerte die Einladung bei seiner «State of the Union Address». Ob und wann das Nationalteam der Frauen im Weissen Haus empfangen wird, ist unklar.

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