«Geschmacklos»: Jetzt äussert sich die US-Hockey-Kapitänin zu Trumps «Witz»
«Es war ein geschmackloser Witz», sagte Hilary Knight über den Spruch von Donald Trump über das US-Eishockeynationalteam der Frauen, die bei den Olympischen Spielen Gold gewonnen haben. Der US-Präsident hatte das Männernationalteam nach dessen Erfolg per Telefon zu seiner Rede zur Lage der Nation eingeladen und angefügt: «Ich muss das Frauenteam auch einladen, ansonsten werde ich wohl des Amtes enthoben.»
Knight bedauert, dass dies die Erfolge überschatte, die Frauen bei den Olympischen Spielen für die USA einfuhren. Sechs der zwölf US-Goldmedaillen wurden von Frauen gewonnen, zwei weitere von Mixed-Teams. «Wir wollen uns darauf konzentrieren, die Frauen zu feiern, die dritte olympische Goldmedaille des US-Frauenteams zu feiern und auch den doppelten Triumph im Eishockey zu feiern», sagte die 36-Jährige bei ESPN weiter. Das wolle sie sich nicht durch «einen geschmacklosen Witz schmälern» lassen.
Später fügte die US-Kapitänin auf einer Pressekonferenz an, dass aus dieser Sache Lehren gezogen werden müssen, «wie Frauen für ihre Erfolge gewürdigt werden sollen. Stattdessen sitze ich jetzt vor Ihnen und muss das Verhalten einer anderen Person erklären. Das ist nicht meine Verantwortung.»
Nach Öffentlichwerden von Trumps Telefonat gerieten auch die US-amerikanischen Eishockeyspieler in die Kritik, weil von einigen Gelächter zu hören war. Später sprachen die Brüder Jack und Quinn Hughes darüber, dass die beiden US-Nationalteams sich gegenseitig stark unterstützen würden und eine sehr gute Beziehung herrsche. Jack Hughes warf der Öffentlichkeit zudem vor, «aus nichts eine grosse Sache zu machen».
Knight stellte sich nun hinter ihre männlichen Kollegen. «Es gibt aufrichtige Unterstützung und Respekt zwischen den beiden Teams», sagte die zweifache Olympiasiegerin und zehnfache Weltmeisterin. Dies werde nun durch einen «kurzen Ausrutscher» überschattet. «Die Jungs waren in einer schwierigen Lage», so Knight, «daher finde ich es schade, dass dieses Narrativ nun so aufgebläht wurde und die Verbindung sowie das gegenseitige Anfeuern in den Hintergrund drängt.»
Hilary Knight: “It’s a great teaching point to really shine light on how women should be championed for their amazing feats. And now I sort of have to sit, or anybody has to sit in front of you and explain someone else’s behavior. It’s not my responsibility.” pic.twitter.com/OrxBVgvMOP
— Kyle Cushman (@Kyle_Cush) February 25, 2026
Auch Jack Hughes, der im Olympia-Final das entscheidende 2:1-Tor gegen Kanada erzielte, äusserte sich nach dem ersten NHL-Spiel nach der Pause noch einmal zu dem Vorfall in der Kabine nach dem Triumph. «Wir waren mitten im Feiern, hatten laute Musik an und dann ruft der Präsident an. Es ist, wie es ist», so der Stürmer der New Jersey Devils, der erneut sagte: «Wir haben grossen Respekt für das Frauennationalteam und sie vor uns.»
Boston-Goalie Jeremy Swayman bereut die Reaktion auf Trumps Witz mittlerweile. «Wir hätten anders reagieren sollen», sagte er nun. Dafür, die Goldmedaille gleichzeitig mit den Frauen gewonnen zu haben, «werden wir für immer unendlich dankbar sein. Jetzt, wo wir wieder zu Hause sind, können wir diese Erinnerung für immer miteinander teilen.»
Während fast das gesamte Männerteam der Einladung zu Trumps Rede im Kapitol in Washington, D. C., folgte, lehnten die Frauen diese mit Verweis auf akademische und professionelle Verpflichtungen ab. Trump sagte bei seiner «State of the Union Address», dass er auch das Nationalteam der Frauen bald im Weissen Haus empfangen würde. Ob dieses die Einladung annehmen wird, ist derzeit nicht bekannt.
