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Das US-Hockey-Olympiateam kuscht vor Donald Trump – das ist logisch

President Donald Trump holds a hockey stick presented to him by Matthew Tkachuk during an event to honor the 2025 Stanley Cup Champion Florida Panthers in the East Room of the White House, Thursday, J ...
US-Olympiasieger Matthew Tkachuk hat sich nicht zum ersten Mal bei Donald Trump eingeschleimt – hier überreicht er ihm einen goldenen Stock beim Besuch der Florida Panthers im Weissen Haus (15. Januar 2026).Bild: keystone
Kommentar

Nach dem Hockey-Gold das Speichellecken bei Trump – warum das keine Überraschung ist

Die US-Hockeyspieler holen Olympiagold und zeigen danach mangelndes politisches Gespür. Das zeigt, dass sie nicht als Vorbilder fürs normale Leben taugen.
25.02.2026, 16:1925.02.2026, 17:11

Für einen kurzen Moment waren die Vereinigte Staaten genau das: vereint. Nach jenem der Frauen bezwang auch das Eishockeyteam der Männer Erzrivale Kanada im Final und sorgte für das erste Olympiagold seit 1980 und dem berühmten «Miracle on Ice».

Kaum eine Stunde später werden die USA aber wieder von ihrer politischen Realität eingeholt. Mit den Olympiasiegern in der Garderobe feiert FBI-Chef Kash Patel – die Reise nach Italien hat er auf Kosten der Steuerzahler zurückgelegt. Die Eishockey-Helden lachen am Telefon über einen frauenfeindlichen Spruch von US-Präsident Donald Trump auf Kosten ihrer Kolleginnen der Frauen-Nati, mit denen sie gleichzeitig am Feiern sind. 20 der 25 Gold-Helden nehmen die Einladung von Trump ins Weisse Haus an.

Video: watson/lucas zollinger

«Alles ist immer so politisch. Wir sind Sportler», versucht Goldschütze Jack Hughes diese Entscheidung zu relativieren. Das ist reine Heuchelei. Was könnte politischer sein als sich von einem Quasi-Diktator für die Verbesserung seines Images einspannen zu lassen? Einem verurteilten Straftäter, der beinahe 40'000 Mal in den Epstein Files genannt wird. Auston Matthews, dessen Mutter Mexikanerin ist und dessen Lebensmittelpunkt in Kanada liegt, zeigt sich lachend mit einem Präsidenten, der die Souveränität dieser beiden Länder infrage stellt.

Die Spieler stellen sich hinter eine Regierung, die KI-Videos auf offiziellen Kanälen verbreitet, in denen sie dargestellt werden, als würden sie despektierlich über ihre Gegner sprechen. Die US-Golden-Boys wissen genau, was sie hier tun. Es ist ihnen einfach egal – oder in einigen Fällen entspricht es wohl genau ihrer politischen Linie.

Dass viele von ihnen vor Trump kuschen oder ihn gar – mehr oder weniger heimlich – unterstützen, darf keine Überraschung sein. Kaum ein Sport ist konservativer als Eishockey. Es ist ein Sport der Oberschicht. Ausrüstung, Mitgliedschaften und Eismiete sind extrem teuer. Viele der Spieler kommen also zumeist schon aus elitären Schichten, die oft eher konservativ eingestellt sind. Eine Durchmischung der Bevölkerungsgruppen gibt es kaum – rund 97 Prozent der NHL-Spieler sind weiss.

Und dann haben die besten (nordamerikanischen) Spieler der Welt auch oft eine Jugend, die sich kaum mit dem «echten Leben» vergleichen lässt. Sie verlassen ihr Elternhaus mit 14 bis 16 Jahren, um irgendwo in einer Kleinstadt ein Gott im Juniorenhockey zu werden. Sie werden in ihren Schulen angehimmelt und erhalten beinahe jeden Wunsch erfüllt, Fehler haben selten bis gar nie Konsequenzen. Viele von ihnen haben keinen traditionellen High-School-Abschluss und schon gar keine komplette College-Ausbildung. Stattdessen unterschreiben sie noch vor dem 20. Lebensjahr Spieler- und Werbeverträge in Millionenhöhe. Kein Wunder entspricht ihnen Trumps Politik, bei der es stets darum geht, die Reichen noch reicher zu machen.

United States hockey player Matthew Tkachuk arrives at E11EVEN after the team won the gold medal at the Milan Cortina Olympics, Monday, Feb. 23, 2026, in Miami. (AP Photo/Lynne Sladky)
Matthew Tkachuk
Matthew Tkachuk hat in seiner Karriere schon 66,5 Millionen US-Dollar verdient – ohne Werbedeals.Bild: keystone

Diese Spieler mussten sich nie mit den Realitäten der Welt auseinandersetzen. Sie lebten seit mittlerem Teenageralter in einer Blase, in der sie sich selten rechtfertigen mussten und stets von allem geschützt waren. In der NHL gibt es für sie keine unbequemen Fragen. Während vor jedem Spiel die amerikanische, die kanadische oder beide Hymnen abgespielt und oft irgendwelche Soldaten geehrt werden, wurden Pride Nights oder andere Feiern von Minderheiten abgeschafft, weil sie zu politisch sein sollen.

Die NHL-Stars können es sich leisten, politisch ignorant zu sein (bestenfalls) oder auch mal bei einer mehr als umstrittenen politischen Figur den Speichellecker zu machen. Natürlich gibt es Ausnahmen – Spieler wie Morgan Rielly und auch Roman Josi oder Ex-Spieler wie Jon Merrill, die sich regelmässig für Inklusivität und Diversität im Eishockey einsetzen.

Jon Merrills Stiftung spricht sich gegen die Aktionen der US-Männer aus.

Aber im Grossen und Ganzen taugt die Mehrheit von ihnen nicht als Vorbilder im normalen Leben – und erst recht nicht als politische Gradmesser. Das haben die US-Olympiasieger mit ihrem unsensiblen Verhalten nach der Goldmedaille bewiesen.

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quelle: keystone / wu hao
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116 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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FrancoL
25.02.2026 16:27registriert November 2015
Stark auf Kuven schwach im Geist, die Frauen haben ja auch dankend abgelehnt.
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Eislehrling
25.02.2026 16:34registriert Januar 2022
Gute und leider zutreffende Einordnung.

Roman Josi & Co sind die seltenen Ausnahmen.

Auch wenn gerne hierzulande von "Eishockey als Lebensschule" gesprochen wird sieht die Realität leider anders aus. Clubs belohnen lieber asoziales Verhalten als ein Spiel auf U14 Stufe zu verlieren.

Kids mit Intelligenz, Charakter und Potential kommen dabei gerne mal unter die Räder....
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mad_aleister
25.02.2026 16:45registriert Januar 2016
Eines stört mich jedes Mal, wenn Sportler*innen (bzw. alle Personen, die Teil des öffentlichen Lebens sind) sich beklagen, dass sie nicht politisch sein oder politisiert werden wollen.
Die harte Wahrheit ist, dass man ab einem gewissen Bekanntheitsgrad einfach politisch wird, da spielt es keine Rolle was man will und was nicht. Die Taten und Einstellungen werden beurteilt und manchmal verurteilt. Manchmal auch gefeiert.
Diese Komponenten gehören genauso zum Berufswunsch wie die Tätigkeit selber. Wenn man sich das im Vorherein nicht überlegt, ist man ziemlich naiv. Taten haben immer Folgen...
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In der Swiss League hat das Topskorer-Trikot einen neuen Look 🍔
Die Meldung von vergangener Woche war eigentlich fast nur eine Randnotiz wert. «Burger King wird offizieller Sponsor der Sky Swiss League», hiess es in der Mitteilung. Klar, die Swiss League ist finanziell nicht auf Rosen gebettet und nimmt fast jede neue Partnerschaft dankend an. Im Marketing-Gesülze über «Entschlossenheit», «Ehrgeiz» und «Streben nach Fortschritt» ging ein Satz aber beinahe unter.
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