Seixas lässt Frankreich träumen – aber Topfavorit ist (wie immer) Pogacar
Die wichtigsten Tour-Infos kompakt im ABC:
A Auftakt
Erstmals seit 1971 beginnt die Tour de France mit einem Teamzeitfahren. Dieses führt über knapp 20 km durch Barcelona und endet beim Olympiastadion auf dem Montjuic, einem der Hausberge der Stadt. Damit erfolgt der Grand Départ zum vierten Mal in den letzten fünf Jahren ausserhalb Frankreichs.
B Bergetappen
8 der 21 Etappen finden im Hochgebirge statt. Fünfmal endet eine Etappe mit einer Bergankunft. Ein historisches Highlight ist die Alpe d'Huez, auf der in der Schlusswoche gleich zwei Etappen in Folge enden. Bereits am dritten Tag geht es beim Übertritt von Spanien nach Frankreich erstmals in die Berge.
C Caravane
Die Werbekarawane vor dem Fahrerfeld ist ein fester Bestandteil der Tour und begeistert täglich die Fans entlang der Strecke. Die «Caravane publicitaire» umfasst rund 170 Fahrzeuge und verteilt im Verlauf der Etappen fast 18 Millionen Werbegeschenke.
D Dach der Tour
Am vorletzten Tag wird auf der 20. Etappe der 2642 Meter hohe Col du Galibier und damit der höchste Punkt der 113. Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt überquert. Insgesamt sind auf den 3333 km über 54'000 Höhenmeter zu bewältigen.
E Einzelzeitfahren
Gibt es in diesem Jahr nur eines, und zwar zu Beginn der Schlusswoche über 26,1 km von Évian-les-Bains nach Thonon-les-Bains am Ufer des Genfersees. Beim Teamzeitfahren zum Auftakt wird abweichend vom klassischen Reglement jeder Fahrer seine tatsächlich gefahrene Zeit erhalten. Entsprechend wird das Gesamtklassement bereits erste Konturen erhalten.
F Favoriten
Tadej Pogacar ist der grosse Gejagte. Der Weltmeister aus Slowenien könnte mit einem fünften Gesamtsieg mit den Rekordgewinnern Jacques Anquetil, Bernard Hinault, Eddy Merckx und Miguel Indurain gleichziehen. Pogacars grösster Herausforderer bleibt Jonas Vingegaard. Der Däne ist der erste Fahrer seiner Generation, der alle drei Grands Tours gewonnen hat.
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— Denis (@1ddenis1) July 2, 2026
G Grün
Die Farbe der Sprinter. Wer am Ende die meisten Punkte auf den flachen Etappen und bei den Zwischensprints sammelt, gewinnt das Grüne Trikot. Zu den Favoriten zählen die Belgier Tim Merlier, Jasper Philipsen und Arnaud De Lie, der Niederländer Olav Kooij sowie Biniam Girmay aus Eritrea.
H Hirschi
Der Berner Marc Hirschi war 2020 der letzte Schweizer Etappensieger. Er ist in diesem Jahr neben Silvan Dillier, Mauro Schmid und seinem Teamkollegen Yannis Voisard einer von vier Schweizer Startern. «Insgesamt ist meine Form gut, ich bin frisch, und die Entwicklung zeigt in die richtige Richtung», sagte Hirschi. Er hofft wie Schmid und Voisard darauf, die richtigen Fluchtgruppen zu erwischen. Dilliers Job wird es sein, solche rechtzeitig vor dem Sprint einzuholen.
I Innovation
Von Hightech-Rädern über Aero-Helme bis zur Leistungsanalyse – die Tour ist auch ein Schaufenster für die neuesten Entwicklungen im Radsport. Der Wert von Pogacars neuem Zeitfahrvelo wird auf 15'000 Franken geschätzt.
J Journalisten
Rund 2000 Medienschaffende berichten entlang der Strecke über die Tour. Dank TV-Übertragungen wird das Rennen in rund 190 Ländern verfolgt.
K Kalorien
Tour-Profis verbrennen täglich zwischen 5000 und 8000 Kalorien. Um den Energieverlust auszugleichen, essen und trinken sie beinahe ununterbrochen. Während einer schweren Bergetappe entspricht ihr Energiebedarf ungefähr dem von 30 Big Macs, und über die drei Rennwochen werden rund 37'000 Trinkflaschen verbraucht.
L Landesmeister
Elf nationale Strassenmeister sind an der Tour dabei, das Trikot mit dem Schweizer Kreuz fehlt jedoch. Jan Christen, der sich vergangene Woche auch den Schweizer Meistertitel im Zeitfahren gesichert hat, gehört nicht zum Tour-Aufgebot von Pogacars Team UAE Emirates.
M Maillot jaune
Die Tour wurde 1903 von der Sporttageszeitung L'Auto ins Leben gerufen, die auf gelbem Papier gedruckt wurde, um mehr Zeitungen zu verkaufen. Deshalb fährt der Führende der Gesamtwertung im Gelben Trikot. Fabian Cancellara trug das Maillot jaune an 29 Tagen und damit so oft wie kein anderer Schweizer.
N Nationen
Insgesamt stehen Fahrer aus 26 verschiedenen Ländern am Start. Die meisten Profis stellt Gastgeber Frankreich mit 30 Fahrern, dicht gefolgt von Belgien mit 29.
O Onley
Der junge Schotte Oscar Onley gehörte im vergangenen Jahr neben Florian Lipowitz zu den Entdeckungen der Tour und musste sich im Kampf um den 3. Gesamtrang dem deutschen Shootingstar Lipowitz knapp geschlagen geben. Nun verpasst er den Saisonhöhepunkt nach einem schweren Sturz wegen einer Schulterverletzung.
P Preisgeld
Der Gesamtsieger erhält 500'000 Euro, ein Etappensieg wird mit 11'000 Euro belohnt. Insgesamt schüttet die Tour-Organisation heuer etwas mehr als 2,3 Millionen Euro aus.
Q Quoten
Die Buchmacher erwarten einen Durchmarsch von Tadej Pogacar. Für seinen Gesamtsieg gibt es nur gerade eine Quote von 1,25. Als bester Schweizer wird Mauro Schmid mit einer Quote von 150:1 gehandelt. Kein Wunder: In 123 Jahren Tour-Geschichte gab es mit Ferdy Kübler (1950) und Hugo Koblet (1951) erst zwei Schweizer Gesamtsieger.
R Ruhetage
Zwei Ruhetage unterbrechen die dreiwöchige Tortur der Tour de France, je einer zu Beginn der zweiten und letzten Woche.
S Stürze
Sie gehören leider zur Tour dazu und können das Gesamtklassement jederzeit auf den Kopf stellen. Bei Massenankünften schützt oft die 3-km-Regel (teils bis 4 oder 5 km). Wer in diesem Bereich stürzt oder einen Defekt hat, wird mit der Zeit seiner Gruppe gewertet und verliert keine Zeit im Gesamtklassement.
T Teams
Total 23 Mannschaften gehen mit jeweils acht Fahrern an den Start. Damit nehmen 184 Radprofis die Rundfahrt in Angriff.
U Unwägbarkeiten
Nicht nur Stürze, auch Wetterwechsel, Windkanten oder Defekte können das Rennen jederzeit auf den Kopf stellen. Besonders in der ersten Woche sorgt die grosse Hektik im Peloton regelmässig für Chaos.
V Visma-Lease a Bike
Der prominenteste Ausfall betrifft das Team von Jonas Vingegaard. Der Däne muss im Kampf um seinen dritten Gesamtsieg nach 2022 und 2023 ohne Edelhelfer Wout van Aert auskommen. Der neunfache Tour-Etappensieger fällt mit einer Ellbogenverletzung aus.
W Westschweiz
Während die Tour de France der Frauen 2026 am 1. August in Lausanne startet und in den ersten drei Tagen durch die Westschweiz führt, macht die Männer-Tour in diesem Jahr keinen Abstecher in die Schweiz. Letztmals war sie 2022 dort zu Gast.
X x-ter Anstieg
Der Col du Tourmalet ist der am häufigsten überquerte Pass der Tour. Der 2115 Meter hohe «Riese der Pyrenäen» wird in diesem Jahr zum 85. Mal erklommen und ist auf der 6. Etappe der erste grosse Test im Hochgebirge.
Y Youngster
Das französische Ausnahmetalent Paul Seixas wird am Tag des Grand Départ mit 19 Jahren, 9 Monaten und 10 Tagen der jüngste Tour-Teilnehmer seit 1937 sein. Seixas ist einer von 48 Debütanten und der grosse Hoffnungsträger der Franzosen. Seit 41 Jahren warten die Gastgeber auf einen Gesamtsieg eines einheimischen Fahrers. Letztmals gelang dies Bernard Hinault 1985.
Z Ziellinie
Das Finale der Tour findet traditionell auf den Champs Élysées in Paris statt und wird wie im Vorjahr wieder über den Anstieg Montmartre führen.
